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Der Israelit · 1894-08-09 · Heft 63 (9.8.1894) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 63 (9.8.1894)
Date
1894-08-09
Page
– (sequence 11)
Language
German
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1173 „Jüd.-theol. Seminars", kurz bemerken, daß ich meinen Studien in Breslau abgelegen und zur letzlgen. Anstalt in gar keiner Beziehung stehe. Ja, ich verhalte mich den exegetischen Resultaten des verstorbenen Prof. Grätz gegenüber durchaus ablehnend, aber gegen die von Herrn N. geübte Behandlung eines immerhin» bekannten Gelehrten zu protestiren, zwinat mich mein menschliches Gefühl. Daß Herr N. seine Muße und Feder darauf verwendet, sich mir meinen Einleitungs- und Schlußworten, die doch nichts als schriftstellerischer Ausdruck (crfc'D yp*n) tft, herumzuschlagen, that mir leid. Ich pflege meine Zeit und Gesinnung auf Anderes hinzulenken und zu verwenden. Seine „Gegenbeweisführung" aber spricht allem Hohn. Da schimpft man auf Antisemiten, weil sie einzelne Aussprüche aus dem Zusammenhänge herausreißen, und doch scheut sich Herr N. nicht, aus meinem Aufsatze Einzelnes ganz oberflächlich abzulehnen, verschweigt die archäologischen Momente, die ich beibrachte, vergißt, daß ich rpttn-rpn nach Malbtm erklärte und nur zur angeführten Stelle — also Windmühlenkampf! — Herr N. kann doch auch sehen, daß ich auf den Midrasch haggadol verwies, der daraus, daß 7vb» r6s und nicht steht, folgert, daß die (egyptischen) Proselyten ihre Hand im Spiele hatten. Ich kann übrigens Herrn N. noch auf den vor kurzer Z-it von Herrn Salomon Buber edirten mw «nno verweisen, der denselben Gedanken ausspricht. Was ist es schließlich für ein Modus, einen Aufsatz in der „Allg. Ztg. d. Jud." im „Israelit" durch Verhöhnung herausgerissener Sätze (und schriftstellerischer tormini) widerlegen" zu wollen?! Für wen ist denn die vermeintliche Widerlegung? Sind etwa die Leser des „Israelit" auch Leser der „Allg. Ztg. d. Jud."? Für alle Fälle gehörte die „Widerlegung" in die „Allg. Ztg." AnderBekämpfung des Unedlen und an der frommen Erziehung unserer Glaubensgenossen will ich gern Mitarbeiten, nimmer aber meine Hand dazu hergeben, mit nichtigen, seichten Worten selbst einen „Gegner" zu bekämpfen. Der Hinweis auf 2. Chron. 11,15 ist sehr naiv! No» plus ultra. Hochachtungsvoll Dr. B. Königsberger. Randbemerkungen zu der von Herrn Dr. K. erfolgten Aufklärung, die er mir anged eih e n läßt. Ich kann zuerst demselben versichern, daß ich nie in Erregung schreibe, und selbst, wenn diese heilig ist. Dann ist mir der Satz „den Dichter von Pf. 106 von einem doch eigentlich erklärlichen Mißverständntß zu befreien," völlig unerklärlich. ES wird also schon als bestimmt vorausgesetzt, daß ein Mißverstandniß hier stattfinde, ohne daß es durch etwas anderes bewiesen wird: Und dann vermisse ich die Befreiung. Oder besteht sie etwa darin, daß gesagt wird, es müsse schon viele Zeit verflossen sein zwischen der Sünde des goldenen Kalbes (verzeihen Sie, der Sonnenschetbe wollte ich sagen) und der Entstehung dieses Psalms? Das heißt mit dürren Worten: der Verfasser desselben hat die Bedeutung des Wortes ^y vergessen, ich aber, Dr. K. habe sie erst wieder ans Tageslicht gebracht. Es ist dies überhaupt eine sonderbare, und fügen wir hinzu, eine bequeme Art der Kritik, das Entgegenstehende einfach als Jrrthum zu erklären. Mich dünkt, daß gerade diese Stelle der unumstößlichste Beweis für ^jy „Kalb" ist, vor dem alle anderen Gegenbeweise schwinden müssen. Sie beschuldigen mich ferner der Unhöfltchkett, daß ich nicht sage Herr Professor Dr. Gräz. Ich kann Ihnen die feste Versicherung geben, daß es mir nicht einfiel, dessen Ehre dadurch verkürzen zu wollen. Sie sagen ja auch wahrscheinlich „Saadjah, Matmontdes" und nicht 'nyo uan pjon oder nro uai pv"v na, und diese Männer waren doch fast (!!) ebenso groß wie G. Zugleich aber haben Sie Ihre eigne Bescheidenheit gezeigt, daß Sie es nicht übel nahmen, als ich von Herrn K. sprach, ohne Dr. dabei zu bemerken; es soll aber doch nicht wieder Vorkommen. — Auch kann ich Sie darüber eines Besseren belehren, daß ich nicht im Entferntesten daran gedacht habe, daß Sie im Bresl. Seminar Ihre Ausbildung erhalten Huben und vindicire Ihnen trotzdem gern das Recht für Herrn Prof. Dr. Gräz in die Schranken zu treten. Also, wozu der Lärm? — Was Sie aber von Mal bim bemerken, kann ich absolut nicht finden, trotzdem ich im Exod. und Deutr. nachgeschlagen habe. Denn was im Exod. steht, das hat bereits Jbn Esra angeführt. — Was den ^v-nn «nio betrifft, den Sie über den Ausdruck 'b* rhu „deine Götter und nicht unsre," als Beweis anführen, daß die Proselyten es verfertigten, so finden Sie dies schon in Raschi zur Stelle. Zu Ihren Vorsätzen, daß Sie arbeiten wollen an der Bekämpfung des Unedlen u. s. w, wünsche ich Ihnen recht viel Glück. Auch ich habe mich darin bemüht, wenn ich auch in der wissenschaftlichen Welt mich kaum eingeführt habe und nicht mit Ihnen, der Sie einen hervorragenden Platz darin einnehmen, rivalistren kan». Als Resumö bemerke ich Ihnen aber schließlich, daß ich trotz aller Archäologie und Egyptologie es dennoch mit dem Psalmisten, unseren sämmtlichen

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