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Der Israelit · 1894-08-09 · Heft 63 (9.8.1894) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 63 (9.8.1894)
Date
1894-08-09
Page
– (sequence 12)
Language
German
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11 u Weisen der Mischna, des Talmud und Midrasch und sämmtlichen Erklärern der heil. Schrift halte, daß biy „Kalb" heißt, und ohne Prophet zu sein, es auch wohl so bleiben wird. Man wird den Einfall Joy als Sonnenscheibe für ein Curiosum halten und — belächeln. S. N. ■¥• vermischtes. -4- Berlin, 7. August. Der Antisemitismus scheint jetzt auch in Sportkreisen Blasen zu treiben. Dem Vernehmen der „Voss. Ztg." nach hat der Vorsitzende des Berliner Jachtklubs Professor Aßmann und mit ihm der bisherige Vorstand das Amt niedergelegt, weil die Mitglieder des Jachtklubs zweimal die Aufnahme eine? Juden abgelehnt haben. E. Leipzig. Se. Majestät der König von Sachsen ertheilte dem Herrn Rechtsanwalt Dr. Paul Werthauer ohne Verzug die Genehmigung zur Annahme und zum Tragen eines sehr hohen Ordens, zu dessen Comthur der vielbeschäftigte und auch durch seine Schriften als tüchtiger Jurist bekannte junge Rechtsanwalt, um einer hervorragenden Leistung willen vom Könige von Portugal ernannt worden war. Wien. Dom jüngst zu Perchtolsdorf im hohen Alter verstorbenen großen Anatomen der Wiener Universität, Hofrath Professor Dr. Hyrtl, erzählt Herr Dr. Kronfeld nachstehenden LebenSzug: Aus meiner Studienzeit — erzählt K. — ist mir folgender Fall in Erinnerung: Ein Mediziner, der im tiefsten Elend sich durch die Studienzeit durchkämpfte, hatte in der Universitätsbibliothek einmal in Hyrtl's topographischer Anatomie gelesen. Der Arme war entzückt und begeistert. Wieder und wieder kam er des Buches wegen zur Bibliothek. Dann aber zog der Winter in'S Land und der Bettelstudent mußte in der Küche, die er mit der Familie eines Dienstmannes bewohnte, unter das Federbett kriechen, um nicht zu erfrieren. In seiner Verzweiflung gedachte der Student oft deS herrlichen Buches. Was der Mythos von Hyrtl'S Güte erzählte, zog dem Armen durch den Kops. Und er setzte sich hin und schrieb dem Hofrath einen Brief, in dem er ihn mit aufgehobenen Händen um ein Exemplar der topographischen Anatomie bat. Der Mediziner hieß Simche Feuerstein. Der Name ist nicht so geartet, daß er in unserer Zeit besonders empfehlend klingen würde. WaS aber that Hyrtl? Er sandte dem jungen Manne, dessen Name, so oft er laut verlesen wurde, Anlaß zu einem Halloh und Spoulachen unter den liebenswürdigen Kollegen gab, Geld und eine Einladung. Ueberglücklich fuhr Feuerstein an dem bestimmten Tage nach Perchtolsdorf. Hyrtl empfing ihn mit einer Wärme und Innigkeit, als begrüßte er einen alten Freund. Er bat den schüchternen Sohn Aeskulaps zu Tische und plauderte mit ihm von Gegenwart und Vergangenheit. Zum Schlüsse händigte der edle Meister dem Jünger eine Anweisung an die Wiener Verlagsbuchhandlung Braumüller ein. Als der Mediziner den Zettel präsentirte, erhielt er sämmtliche Werke Hyrtl's in Prachteinband auSgefolgt — eine medizinische Bibliothek. Janoshaza Wir haben seit kurzer Zeit daS Glück einen Mann in unserer Mitte zu haben, der mit seinem zündenden GotteSworte uns anspornt und uns entflammt mipy? py-). ES ist dieses Herr Rabbiner Sch. Weiß; obwohl noch jung an Jahren, soll derselbe nach Ausspruch vieler unserer \31NJ eine Koryphäe ersten Ranges unter den Talmudgelehrten sein, und in dieser Eigenschaft zeigt er sich auch n n s, indem er uns aus dem reichen Schatze seines Wissens allsabbatlich Borträge hält, die geeignet sind, uns voll und ganz den hohen Werth unserer 'ipn n~nn erkennen zu lassen, unS beseelen, entflammen und in unS gute Vorsätze entfalten. Em e i g e n. Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. 8. & 0. LG WENTHALSilberwaaren 175) Frankfurt a. M., Zeil 25, Israel. Cultusgegenstände. Suche für einen Verwandten, 82 Jahre, angenehmes Aeußere, Theithaber eines alten, hochrentablen EngroS GefchäfteS, in rheinischer Industrie-Stadt, passende Parihie. Gebildete, hübsche j. Damen mit größerem Vermögen oder deren Angehörigen belieben ausführliche Mittheilungen möglichst mit Photogr. sud 2k. 4108 an die Exped. d. Bl. gelangen zu lassen. Strengste Diskretion Ehrensache. Anonyme Zuschriften unberücksichtigt. i /2JJin isr. Mädchen au8 anständiger Familie, welche das Wäschenähen und Bügeln erlernt hat, sowie auch in allen Hausarbeiten erfahren ist, sucht Stelle. Bevorzugt solche, wo sich dieselbe weiter in der Küche ausbilden kann. Offerten unter Z. 8. 4104 an die Erped. dss. Bl. erb. 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