Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 63 (9.8.1894)
- Date
- 1894-08-09
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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1170 forschte, es gelang ihm nicht über Elischa irgend welche Nachricht zu erhalten und Jankele war sofort wieder gegangen, nachdem ihn der König entlaffen hatte. Mit Spannung wartete Kasimir darauf, ob nun thatsächlich eine Einladung des Pan von Wola eintreffen würde, und siehe da, sie ließ auch nicht lange auf sich warten. Der König sann lange in Gemeinschaft mit seinem Vetter, dem ihm treu ergebenen Herzog Boleslaw nach, auf welche Weise er den aufrührerischen Edlen begegnen solle. Bolesluw, ein Mann von ungeheurem persönlichen Muthe und großer Tapferkeit, erbot sich an Stelle des Königs in das Schloß des Pan zu gehen, um dort zu sehen, welche Maßnahmen der aufrührerische Vasall ergreifen würde. Der König wollte aber durchaus dies tapfere Vorhaben seines Vetters nicht zugeben, und erst als Boleslaw beschloß, die Leibgarde des Königs mit sich zu führen, willigte Kasimir ein. Die Soldaten sollten sich im Walde verbergen, und auf das erste Zeichen, das Boleslaw geben würde. Hervorbrechen und das Schloß erstürmen. So glaubte sich Boleslaw vollständig gesichert, und auch Kasimir hatte nichts mehr einznwenden. Dennoch aber verbrachte er den Tag in größter Unruhe, ja er hatte nicht einmal Sinn für Esther, die sonst im Stande war, jede Sorge von seiner Stirne zu scheuchen, wenn sie ihn nur einmal freundlich anblickte. Der König überlegte gerade in einem ernsten Zwiegespräch mit seinem Kanzler, in welcher Weise er dem russischen Einfall begegnen solle, da er sich auf die Großen seines Reiches nicht verlassen konnte und da er ein stehendes Heer nicht besaß, als ein junger Söldner athemlos zu ihm kam, und ihm verkündete, daß sein treuer Vetter Boleslaw gestorben sei. Der junge Pan von Wola war zu feige gewesen, den ihm aufgetragenen Mord mit dem Schwert zu vollbringen und so hatte er die für den König bestimmten Getränke vergiften lassen. Er war zwar höchlichst erstaunt, als er nun statt des Königs dessen Vetter ankommen sah. Er fragte ^hri sofort, warum seine Majestät nicht selbst ihm die Ehre erwiesen hätte, die Einladung auf Schloß Wola anzunehmen. Boleslaw, ein rauher Kciegsmann, vermochte nicht sich zu verstellen. Er entgegnete rauh und barsch auf die schmeichlerischen Worte des Pans. Da wurde dieser, der auch heute dem Weine stark zugesprochen, zornig und unter tiefen Bücklingen lud er den Herzog ehrfurchtsvoll ein, das für den König zubereitete Mahl zu verzehren. (Fortsetzung folgt.) Nachträglich richtige Lösungen in Nr. SO sandten ein: A. Davidsohn in Nastenburg (Qfipr.) Nahet Kahn in Züntersbach. Lehrer Georg Hopp in Usch (Bromberg.) Frl. Rebekka Fabian in Lessen (Wesipr.) Hersch Fleiß in Kntly. Jsaac Rosenthal in Wronke. Samuel Bureth in Ungvar. Samuel Enselberg in Lanowce. Vorsänger Abraham Sänger in Hagenbach i. Elsaß. Jsak Pagel in Kempen (Prov. Posen.) M. I. Schloß und Lehrer S. Sulzbacher in Simmern (Rhpr.) Joses Gold in Wabluovna (Galizien). Der „I » rar 1 it" erscheint wöchentlich zweimal, MontagS und Donnerstags, jedrSmal in mindestens zwei Vogen. Preis de» Jahrgangs für Deutschland und Oesterreich IS Reichs-Mark, für'S Ausland 18 Reichs-Mark. Man obonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Durch Sr» Buchhandel f* besiehe« drt G. /. Dtrinacker, Leipzig. Drßplnh IS. — Inserate 25 Pfennig die viergespaltene Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut CourS. — Directe Francozufenbung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 8 fl. österr., für'S Ausland 16 Reichs-Mark, an die Expedition franco einzusenden. Eine NSSfendnng b»n an die Redaktion eiugesandtcn Manuscripten findet nicht statt, man bittet deshalb stch von allen Einfendnngrn eine Copie znrückznbehalte«. Inhalt <Ha«ptblatt>: Leitender Artikel: Sprüche der Däter. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Aus Baden. Stuttgart. Aschassenburg. — Oefterr.-Ungar. Monarchie: Wien. — Rußland: Petersburg. Tiflis. — Italien: Modena. — Frankreich: Paris. — Amerika: Rew-L)ork. — Vermischtes. — Feuilleton: Esterka, Königin von Polen. Historische Erzählung von Hugo Freund (Fortsetzung). Inhalt der ersten Beilage: Leitender Artikel: Ein jüdischer Bischof. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Aus Schlesien. Leer. — Oesterr.-Ungar. Monarchie: Berent. — Sprechsaal. — Vermischtes. Inhalt der zweiten Beilage: Literarischer Bericht. — Zeitungsnachrichten u. Correspondenzeu: Deutschland: Wiesbaden. Berlin. — Rußland: St. Petersburg. — Vermischtes. Verantwortliche Redaktion: Oscar Lehmann in Mainz. — Expedition des »JSraelit", Schottstraße Nr. 2. Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wirth'schen Hofbuchdruckerei-Aetien-Gesellschaft in Mainz. Hierzu zwei Beilage«.