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Der Israelit · 1894-08-09 · Heft 63 (9.8.1894) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 63 (9.8.1894)
Date
1894-08-09
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1167 Sari und Asterabad betheiligen sich jetzt lebhaft an dem Verkehre, der auf diesem Meere herrscht, und vermehren so ihren Wohlstand. Italien. Modena. Es wird gewiß für manches jüd. Herz betrübend sein zu erfahren, daß in Italien mehrere Gemeinden der Auflösung nahe sind oder sich schon gänzlich aufgelöst haben, so daß die Synagogen und ehemaligen Lehrhäuser (onem» 'na) gänzlich verlassen dastehen und die Friedhöfe, auf denen v'p'-w ihre ewige Ruhestätte gefunden, verödet daliegen. Zu diesen so verschwindenden jüd. Gemeinden gehören Cento, Guastalla, Earpi, Novellara, Correggio, Scandiano, Binale u. a. m., da ihre Mitglieder nach den größeren Städten auswandern und sich dort ansiedeln. Die Zeit ist gar nicht mehr ferne, in der in allen diesen Ortschaften die Synagogen und die jüd. Friedhöfe aus Mangel an Besuchern zu profanen Zwecken werden benützt werden. In manchen dieser Ortschaften bringt man jetzt kaum mehr am Versöhnungstage die nöthige Anzahl von zehn Personen zusammen, obwohl die Synagogen daselbst das zehnfache von Andächtigen fassen könnten. Auf den jüd. Friedhöfen daselbst sieht es noch trauriger aus, da die Gräber zerstört sind und die Grabsteine zertrümmert und zerbrochen umherliegen. Frankreich. Paris. Der Redacteur der antisemitischen ,.Libre parole" Drumont hat sich aus Furcht vor dem neuen französischen Anarchistengesetze heimlich aus Paris nach Brüssel geflüchtet. Paris, 5. Ab. Die medizinische Akademie Frankreichs hat, wie Sie bereits berichteten, in ihrer jüngsten Sitzung vom 31. Juli, unumwunden sämmtliche Conclusionen adoptirt, die Herr Dr. D e m b o in seinem nunmehr auch in französischer Shrache erschienenen Werke über die absolute Superiorität der rituellen Schlachtmethode widmet, bewiesen hat. Für die gerechte Sache und den Verfasser konnte es wohl keine größere Anerkennung geben, als die öffentliche Kundgebung einer der bedeutendsten wissenschaftlichen Anstalten Europas. Zwei städtische Thierärzte, denen die Ueberwachnng der Pariser Schlachthäuser anvertraut ist, waren sehr bemüht, die in Frankreich übliche Tödtungsart gegen die heftigen, von einem ehrlichen Thterfchutz inspirirten Angriffe Dembos zu vertheidigen. Auf diese Vertheidtgung beschränkte sich jedoch lediglich die ganze Diskussion. So bedeutend aber auch der Erfolg sein mag, den unsere Sache in den competentesten Kreisen errungen hat, so verhältnißmäßtg gering scheint uns dieser Erfolg für einen Mann, der seit Jahr und Tag Haus und Heim verließ, um in liebloser Fremde mit dem ganzen Aufgebote fast übernatürlicher Kraft der guten Sache zum Stege zu verhelfen. Als Haupttnteressirte in dieser Frage, sollten unsere gesetzestreuen Brüder nicht die Letzten sein, dem opferfreudigen Streben ihre Dankbarkeit zu zollen. — Auf dem Wege nach der Schweiz, den unser berühmte Glaubensgenosse einschlägt, um dem Berner Thierschutzkongresse anzuwohnen, begleite ihn unser Segen hon *ian by aa"n nton, nr *]roa ^! Salo mon Kohn. Amerika. New-Aork. Eine Ausschließung jüdischer Kinder aus einer New Yorker Schule macht viel von sich reden. Die ThaUache ist folgende: In dem vornehmsten Viertel New Aorks extstirt eine Privatschule geleitet von Fräulein Chibsholm, in der unter 67 Schülern sich etwa 40 jüdische befinden. Die Eltern dieser Kinder erhielten von der Directrice bei Beginn der Ferien ein Cirkularschreiben des Inhaltes, daß ihre Kinder nicht mehr ausgenommen werden würden. Als Grund gtebt die Directrice an, daß wegen der wachsenden Zahl jüdischer Sckülerinnen die christlichen Eltern ihre Kinder zurückgezogen hätten und auch in den Augen der Juden durch diesen Umstand die Schule ihren vornehmen Charakter etngebüßt zu haben scheine. Man kann der Dame aus ihrem Verhalten keinen Vorwurf machen. Sie handelt nach ihrem Geschäftsprinzipe und man kann ihr Verhalten umsoweniger tadeln, als sie erklärt, sie wäre bereit gewesen, diese Ausschließung jüdischer Schülerinnen zu vermeiden, wenn man ihr von jüdischer Seite genügende Unterstützung hätte zutheil werden lassen. Ein weniger günstiges Licht fällt auf die Juden, welche Alles für vornehmer halten, was christlich ist. An Selbstachtung bleibt ihnen immer noch zu lernen. Vermischtes. *4- Frankfurt a. M, 6. August. Wenn ich erst heute einige Züge aus der Jugendzeit meines Bruders, deS Herrn Dr. Königshöfer y"i nachtrage, nachdem sich bereits 5 Wochen — so lange hat man mich in Unkenntniß erhalten — baß Grab über ihn geschlossen, so folge ich damit dem Drange der Bruderliebe und glaube gleichzeitig allen Denen emgegenzukommen, die meinen lieben Bruder kennen zu lernen Gelegenheit hatten. Ich fühle mich um so eher hierzu berufen, als ich 50 Jahre lang durch die innigsten Bande der Freundschaft und Verwandtschaft mit ihm verbunden war. Mein lieber Bruder

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