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Der Israelit · 1894-07-30 · Heft 60 (30.7.1894) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 60 (30.7.1894)
Date
1894-07-30
Page
– (sequence 8)
Language
German
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1118 würde, er müsse sterben, wenn sie ihn verließe? Durfte er ihr dies sagen, war nicht auch er verpflichtet, sich aufzuopfern zum Wohle seines Volkes? War es nicht von jeher seine Sehnsucht gewesen, eine große gewaltige That zu vollbringen zum Wohle Israels und nun bot sich ihm eine solche That, allerdings so schwer, so unendlich schwer, wie es kaum menschenmöglich war, sie zu begehen. Wie gerne hätte er sein Leben hingegeben für Israelis Glück; das hätte ihm nichts gegolten, das hätte er mit Freuden von sich geworfen zum Wohle der Seinen. Aber sie sollte er ja aufopfern, sie, die seinem Dasein erst Werth verlieh, sie, die er liebte, mit jeder Faser seines Herzens, sie, die ihm mehr galt, als alles Andere auf der Erde. „Ich vermag Dir nicht zu rathen", stammelte er endlich, „lasse Dein Herz entscheiden, wie Du es für gut findest. Ein drohendes Verhängniß schwebt über Juda. Wenn der König sich zu unseren Feinden schlägt, dann sind wir alle verloren, dann bricht Noth, Elend und endloser Jammer herein über Israel." „Nun denn, so höre meine Meinung", rief Esther. „Gerne würde ich mein Leben hingeben, um meine Glaubensgenosien zu retten; sündigen aber werde ich nicht, oder willst Du mir sagen, daß es nach dem Gesetz unsrer heiligen Thora erlaubt ist, selbst eine der schwersten Sünden zu begehen, um Andere zu rettend" Eltscha beherrschte gewaltsam den schweren Kampf, der in seinem Innern tobte, und mit zitternder Stimme sprach er: „Dein Name ist Esther; einst gab es eine Esther, die dem König von Persien die Hand reichte, die er begehrte. Warum willst Du nicht handeln nach ihrem Beispiel? Siehe, damals war Juda noch nicht in Gefahr, jetzt aber ist die Gefahr drohend und gegenwärtig. Was liegt an mir, was liegt an meinem Leben, ich mag zu Grunde gehen, wenn nur Israel gerettet wird; und so denke auch Du, Esther, und Gott wird uns weiter helfen." Er vermochte nicht weiter zu sprechen, die gewaltige Bewegung seines Innern überwältigte ihn, und wie von Furien gejagt, stürzte er aus dem Schlosse hinab auf die Straße. Esther aber blieb allein zurück, jammernd, weinend, schier besinnungslos vor Schmerz. _(Fortsetzung folgt.)_ Wochen - Kalender. Freitag, 3. August, 1. Ab. i^nn Sabbat-Anfang in Mainz 7 Uhr 35 Min. (M. E. Z.) Samstag, 4. August, 2. Ab. wnxn yDDi ri'DD Sabbat-Ausgang in Mainz 8 Uhr 55 Min. (M. E. Z.) Aus folgenden Buchstaben sollen vier Wörter gebildet werden, die senkrecht und wagrecht gelesen gleich lauten und zwar sind die beiden ersten biblische Namen, das dritte ein den Juden zum lassen erlaubtes Thier, das vierte ein heiliges Buch. n n: n j : ' n püiüiBi H 1 1 p Hanau. F. Berger. Der „Israelis erscheint wöchentlich zweimal, MontagS und DouuerstagS, jedesmal in mindestens zwei Bogen. Preis bei Jahrgangs für Deutschland und Oesterreich 12 Reichs-Mark, für'S Ausland 16 Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Durch Ar» Buchhandel M bestehe» bet G. f. Strinacker, Leipzig. Drßplatz 16. — Inserate 25 Pfennig die viergespaltene Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichtsche Banknoten laut CourS. — Direkte Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 8 fl. österr., für'S Ausland 16 Reichs-Mark, an die Expedition franco einzusenden. Ein» ftftitfeitfeimg b»n a» die Redaetion eiugesaudte« Mauuseripteu findet nicht statt, «an bittet deshalb fich von alle« Einsendungen eine Copie zurütkznbehalte«. Inhalt (Hanptblatt) r Leitender Artikel: Die Wahrhaftigkeit und die Ethik des Judenthums. Von Rabbiner Heinrich Galandauer in Soborten (Böhmen) - Das Israel. Asyl für Kranke und Altersschwache zu Köln. - Zeitungsnachrichten und Correspvndenzen: Deutschland: Berlin. — Oesterr.-Ungar. Monarchie: Czakvar. — Türkei: Konstantinopel. — Amerika: New- York. — Frankreich: Paris. - Vermischtes. — Feuilleton: Esterka, Königin von Polen. Historische Erzählung v. Hugo Freund (Fortsetzung). Inhalt der Beilage: Feuilleton: Bade-Plaudereien. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Leipzig. Sschwege. Dortmund. — Oesterr.-Ungar. Monarchie: Lemberg. — Palästina: Zefath. — Marocco: Tanger. — Amerika: New-York. — Vermischtes. — Sprechsaal. Verantwortliche Redaetion: OScar Lehmann in Mainz. — Expedition de» .JSraelit«, Schottstraße Nr. 2. Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wirth'schen Hofbuchdruckerei-Actien-Gesellschast in Mainz. Hierzu eine Beilage.

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