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Der Israelit · 1894-07-23 · Heft 58 (23.7.1894) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 58 (23.7.1894)
Date
1894-07-23
Page
– (sequence 10)
Language
German
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1084 Eine ebenso vage Behauptung ist, daß Jerobeam diesen Dienst aus Egypten mitgebracht hat. Warum? Weil er dorthin floh und von dort wieder zurückgekehrt war! Ein unumstößlicher Beweis! Auch das Wort «p*n muß dem Secirmesser des Herrn K. zum Opfer fallen und dem *p»n weichen. Nun heißt aber -PL gar nicht schmelzen, sondern nur läutern, wie alle Stellen beweisen. Daher nenx 'n mo« „ist lauter", doch nicht etwa „das Wort des Ewigen ist geschmolzen." Daher -pro 133 rpyw „ich werde, wie mit Lauge deine Schlacken reinigen." So steht es auch sehr oft parallel mit dem Stamm jra, der doch selbst bei Herrn K. prüfen heißt. Auch findet sich nie mit darauffolgenden rni, während rptp sehr oft so vorkommt. Daher können wir auch dieser Aenderung nicht zustimmen. — Das Köstlichste ist der Schluß, der also lautet: „Wird, woran ich nicht „zweifle, meine Auseinandersetzung gebilligt, so „müssen 2 geläufige Bolksworte ausgemerzt werden, „Kalb Mosis und Anbeter des goldenen „Kalbes." Ich bin von Natur Pessimist und zweifle deßhalb sehr stark daran, ob die Mit- und Nachwelt Herrn K.'s Erklärung billigen wird. Dann erlaube ich mir als Laie eine ganz bescheidene Anfrage. Glaubt Herr K. wirklich, daß nun alle jüdischen und christlichen Ausleger der hl. Schrift anderer Ueberzeugung geworden sind? Oder, daß die Agadisten des Talmud und des Midrasch und gar der Psalmist im Cap. 106, wenn sie die Weisheit des Herrn K. hören könnten, ihren Jrrthum einsehen und bereuen würden? Es muß Herr K. wohl von sich denken: rpi 'Din ^3 v,t dx d^3 nx ymx '”jp Pp3 d’J'hd. Ueber die hier aufgestellten Hypothesen würde kaum der Altvater der historisch-kritischen Schule, Herr Grätz, stch freuen. Abgesehen von der sprachlichen Erklärung kann in der Sache ganz gleich sein, ob unsere Vorfahren vor einem Kalbe oder vor einer Scheibe getanzt haben. Ja, wenn er uns die ganze Sünde mit der darauf haftenden Strafe »mpEn ’ips ov3i aus der Welt schaffen könnte, das wäre ein Verdienst, wofür man ihm zujubeln müßte. So aber sagen wir mit Göthe: „den Bösen sind sie los, die Bösen find geblieben", das Kalb ist genommen, die Scheibe dafür gekommen. Und daher glaube ich auch, daß die beiden auszumerzenden Ausdrücke sich noch ferner erhalten werden, und sogar Herr K. selbst in unbewachten Augenblicken sich ihrer bedienen wird. S. N. Zur Frage des D. I. L. B. Was lange währt, wird endlich gut. Die Wahrheit dieses Sprüchworts wird sich sicher an dem zu gründenden Lehrerbund erweisen. Da in letzter Zeit Stimmen laut geworden sind, die von dem Zusammenschluß aller isr. Lehrerveretne Deutschlands abrathen, ja in demselben eine Gefahr für den isr. Lehrerstand erblicken, wird es nicht unangebracht sein, an dieser Stelle die geplante Vereinigung noch einmal näher zu betrachten. Voraussetzen müssen wir, daß der D. I. L. B. kein Concurrenzverein irgend eines allgemeinen Lehrervereins werden soll, und daß in keiner Weise ein Einfluß ausgeübt werden soll, isr. Kollegen, die sich in jenen Vereinen wohl fühlen, zum Austritt aus denselben zu veranlassen. Das ist schon in sofern nicht möglich, weil nicht jeder Einzelne für sich als Mitglied dem Bunde beitreten kann, sondern nur insofern er Mitglied eines dem Bunde beigetretenen Vereins ist, ist er auch Mitglied des Bundes. Wer also Bundesmitglied werden will, muß zuerst Mitglied eines isr. Lehrerveretns sein. Auf diese Weise werden die bestehenden isr. Lehrerveretne neue Mitglieder erhalten, werden ev. neue Lehrervereine gegründet, die sich dem D. I. L.B. anschlteßen, so daß in kürzerer oder längerer Zeit sämmtliche isr. Lehrervereine und in Folge dessen die meisten isr. Lehrer dem Bunde angehören. Dann wird der Bund eine Macht sein, der segensreich für die isr. Schule, für die isr. Lehrer und für das Judenthum wirken wird. Zu dem Bundestag, der Anfangs alljährlich, später alle zwei oder drei Jahre Zusammentritt, um über Fragen der isr. Schule und ihrer Lehrer zu berathen, werden von jedem Verein eine seiner Mttgliederanzahl entsprechende Anzahl Delegirte abgesandt, die von den Vereinen beauftragt dieselben vertreten. Die Beschlüsse des Bundes sind für die Vereine und deren Mitglieder bindend 2c. 2c. Hier ist nicht der Raum, um weiteres über die Organisation des Vereins zu sprechen, und es ist sicher, daß ein solcher Bund eine Macht ist, die für jeden einzelnen insofern eintreten kann, als jeder einzelne sich den Beschlüssen des Bundes fügt. Die Gemeinden resp. deren Vorsteher werden dem geschloffenen Bunde gegenüber einsehen, daß eine Willkürherrschaft, wie sie leider jetzt in gar so vielen Gemeinden anzutreffen ist, nur denselben zum eigenen Schaden gereicht. Zu den wichtigsten Aufgaben des Bundes wird es vor allen Dingen gehören, der isr. Schule und dem isr. Lehrer gleiche Rechte und die gleiche Stellung zu verschaffen, wie sie die konfessionellen Schulen des Christenthums überall genießen. Mit dem Beffersein der isr. Lehrer wird auch das Besserwerden seiner Stellung gleichen Schritt halten, d. h. die materiellen und sozialen Verhältnisse werden sich bessern und ein anderer Geist wird einziehen in die isr. Schule, in die Reihen der isr. Lehrer. Ein D. I. L. B., der die Gesammtheit der isr. Lehrer repräsentirt, wird auch für die Regierung ein Factor sein, mit dem sie rechnen muß; er wird die ■& ■ÜM

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