Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 55 (12.7.1894)
- Date
- 1894-07-12
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
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119 . , "^3* Aus den palästinensischen Kolonien. fwjjjp pEWl* Dib Weinernte war in diesem Jahre; Swie in ganz Palästina, leider sehr gering. Die Ursachen davon sind die vielen Regengüsse des letzten Winters und besonders auch der ^Ifägelschaden vom 12. Nissan. Wir können väüs dem diesjährigen Ausfall der Weinernte lernen, dass wir unsere Existenz nicht ausschliesslich von den Trauben abhängig machen dürfen, wie dies in ptPNl geschieht. Es muss auf anderweitige Erträgnisse gedacht werden, welche nirgends ausser Acht gelassen werden dürfen, am allerwenigsten in Palästina, wo es vorläufig mit Arbeitsgelegenheit und billigem Credit nicht sehr gut bestellt ist. — Hier wird ein grosser Lagerkeller gebaut, der erst im kommenden Sommer fertig gestellt sein wird. — Es werden Versuche mit verschiedenen Düngungsarten gemacht. — Das Seidenzucht- Experiment hat grosse Erfolge gehabt, so dass man nun bestimmt daran gehen wird, grosse Maulbeerbaumgärten in den Kolonien p*ipj;, n:B und rtlpfl nno anzulegen. Die Ernte ist in Folge der vielen Regen und des späten Hagels eine schlechte, sowohl in Getreide als in Trauben. Von letzteren gab es fast nur die Hälfte als voriges Jahr, und zwar bloss 96 Kantar. Von diesen wurde die Hälfte an die Ackerbauschule M i k we h Jisrael bei Jaffa verkauft; was die zweite Hälfte betrifft, so haben einige Kolonisten die Trauben selbst zur Weinerzeugung gebraucht. — Unter der Leitung der Herren Pines und Bienstock und Anderer wurde eine Aktiengesellschaft behufs Erbauung einer Kelter hierorts gegründet. pHpP’ Bisher hat man hier keine Plantagen angelegt, weil man glaubte, dass sich die schwarze Erde der Kolonie zu Pflanzungen nicht eigne, und sandige Erde nicht vorhanden ist. Die Administration hat aber gefunden, dass der Boden dennoch für den genannten Zweck geeignet ist. Sie hat deshalb eine Baumschule mit einer Million Bäume errichtet, welche mit der Zeit auf unsere Felder verpflanzt werden sollen. pjri ’HtfYV Hier haben die Bienenstöcke ein schönes Resultat ergeben. 92 Bienenstöcke lieferten in 2 Malen 678 Rotel Honig. Der Rotel wurde zu 2 Francs verkauft. Herr Lehrer hat den ersten Transport nach Europa geschickt und ein sehr günstiges Gutachten erhalten. m^m- Hier befinden sich gegenwärtig 5 00,000 Weinstöcke, 250,000 von der Genossenschaft “nbnyi nniOÖ» und 25 0,000 von den in der Kolonie ansässigen Einzelkolonisten gepflanzt. Es wurden bereits auch mit anderen Pflanzungen und mit dem Anbau von Getreide und Gemüse Versuche gemacht, welche gute Resultate hatten. - Die Armenwohnungen der südarabisehen Juden auf dem Oelberge zu Jerusalem. -"EMESIS*.- Als ich es eines Tages unternahm, dieser Niederlassung einen Besuch abzustatten, konnte ich mich nicht genug über den Entschluss dieser Leutchen verwundern, hier ihre Behausung aufzuschlagen, von wo aus der Weg in die Stadt mit hunderterlei Schwierigkeiten verbunden ist, wo der Weg dahin von Gerolle und Schutt vollständig bedeckt ist, und der unwegsame Pfad zu den Häusern nur mit Mühe erklommen werden kann. Auf meine eingehende Erkundigung erwiederten jedoch die Bewohner dieses Platzes: sie wären von Jugend auf gewohnt, auf unwegsamen Gebirgen zu leben, und seien mit ihrem allenfalls sehr bescheidenen Loose gar nicht unzufrieden. Auf dem Abhange der südwestlichen Kuppel des Oelberges liegen an sechzig Häuschen terrassenförmig übereinander. Jedes derselben besteht aus drei gemauerten Wänden, die fehlende vierte wird durch die Felswand, an die sich die Häuser lehnen, ersetzt, so dass das Dach eines jeden Häuschens zum Vorhofe des über ihm liegenden dient, und das Ganze von ferne den Eindruck einer Treppe mit grossen Stufen macht. Die Wohnungen sind unsagbar ärmlich gebaut, viele derselben könnten leicht mit Höhlen oder Felslöchern verwechselt werden, wenn man nur ihr Inneres in Augenschein nimmt, während sie von Aussen, durch ihre ziemlich gute Bedachung, schon mehr Menschen Wohnungen ähneln. Einen Backofen besitzen sie nicht, und sind sie deshalb gezwungen, den oben beschriebenen beschwerlichen Pfad öfters zurückzulegen, um ihr Brod nach der Stadt zum Backen zu tragen. Als ich auf ihre wunden Füsse hinwies, erwiederten sie, dass es ihnen unmöglich sei,