Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 55 (12.7.1894)
- Date
- 1894-07-12
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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von Fussbekleidung auf solchen Wegen Gebrauch zu machen, da sonst hierzu allein ihr ganzer Verdienst nicht ausreichen würde. Die Jemeniten kamen, wie bekannt, in grösserer Anzahl seit dem Jahre 1889 in die heilige Stadt, wo sie sich bald durch Fleiss und Unverdrossenheit bei jeglicher Arbeit auszeichneten, und beträgt ihre Anzahl ca. tausend Seelen. Sie scheuen keinerlei schwere Arbeit, und werden grösstentheils als Tagelöhner bei Bauten verwendet. J edoch haben schon Mehrere von ihnen es zu einem Handwerker gebracht, und findet man schon jetzt unter ihnen Steinmetzen, Kesselflicker u. s. w. Diese Handwerke haben sie hier in verhältnissmässig kurzer Zeit erlernt, denn als sie hierher kamen, waren Alle ohne Ausnahme auf Bettel angewiesen. Dank den Bemühungen unserer Brüder in Europa, insbesondere deren des Herrn Bezirksrabbiners Dr. Salven di in Dürkheim, gelang es, sie vom Bettelstande zu erheben und der fleissigen redlichen Arbeit zuzuführen. Von denselben Wohlthätern sind auch die bereits geschilderten Armenwohnungen für sie erbaut worden, die trotz allem Anscheine vom Gegentheil, den Verhältnissen und Gewohnheiten der Bewohner angemessen sind, was schon daraus hervorgeht, dass Diejenigen, die es schon so weit brachten, sich aus eigenen Mitteln Häuschen zu bauen, keinen anderen Platz aufsuchten und in anschliessender Nähe jener sich anbauten. Die Jemeniten sind ein überaus fleissiges, nüchternes Völkchen, die sieh mit sehr Wenigem begnügen, an das Leben fast gar keine Ansprüche machen, und die für die Zukunft zu den schönsten Hoffnungen berechtigen. Leider reicht ihr kärglicher Erwerb nicht hin, um ihren Kindern die nöthige Erziehung angedeihen zu lassen. Diese laufen als Stiefelputzer oder bettelnd in den Strassen herum; zur Erlernung einer Arbeit fehlen ihnen die erforderlichen Mittel. Möchten doch die Freunde unseres Volkes sich auch dieser Verwahrlosten annehmen und dem „palästinensischen Hilfsverein piJf iynh“ ihren Beistand dazu leihen, seine heilige Mission, die Jugend Palästinas der ehrlichen Arbeit und künftigen Selbstständigkeit zuzuführen, auch auf die dem fernen Südarabien entstammenden Kleinen erstrecken zu können. Besonders Herrn Bezirksrabbiner Dr. Salvendi in Dürkheim erlauben wir uns zuzurufen: H DnölK M2L2 ^Tinön M. Adelmann. Mit besonderer Freude werde ich diesen an mich gerichteten Appell beherzigen, wenn meine lieben Freunde mich in diesem Bestreben kräftig zu unterstützen bereit sein werden, worum ich dieselben herzlichst bitte. Dr. A. Salvendi. Briefkasten. r H SC- An alle in eine geehrten Herren Corresponcta^Wa die ebenso höfliche als dringende Bitte: 1. Die Spenden-Liste von den brieflichen Mittheiluügetiä stets getrennt zu halten. 2. Die Spenden-Liste, mag sie selbst noch so bescheiden sein, nicht auf dem Coupon der Postanweisung, sondern auf einem Blatte Papier verzeichnet einzusenden. 3. Für die Spenden-Liste niemals die jüdische Currentschrift in Anwendung zu bringen, und falls die Spenden für verschiedene Rubriken und Zwecke bestimmt sind, sie auf ebenso vielen einzelnen Blättern zu verzeichnen. 4. Nur wo eine Spezialbescheinigung unbedingt nöthig, — beispielsweise zu Belegen bei Gemeindeakten u. dgl. mehr — eine solche zu verlangen, sonst jedoch davon gütigst absehen und das sofort, oder einige Tage nach der gemachten Geldsendung erhaltende neueste Spenden-Verzeichniss als Empfangsbestätigung betrachten zu wollen. 5. Mit der Veröffentlichung der eingesandten Spenden stets einige Geduld zu haben. Nicht bloss die alphabetische Reihenfolge, die, der leichteren Hebersicht wegen, bei den Ortsnamen eingehalten wird, sondern auch der Umstand, dass die „Spen den - V er zei chn i sseu aus verschiedenen Gründen schon einige Wochen vor ihrem Erscheinungsdatum gedruckt werden, ruft öfters eine Verspätung in der Veröffentlichung mancher Spenden hervor, die sich beim besten Willen selbst nicht umgehen lässt, unveröffentlicht bleibt aber selbst die geringfügigste Gabe nicht. Die gütige Beachtung dieser bescheidenen Bitte von Seiten meiner geehrten Herren Correspondenten würde mir viele unnöthige Mühe und Zeitverlust ersparen, eine Rücksichtnahme, die gewiss jeder billig Denkende als eine vollkommen berechtigte und dringend gebotene bezeichnen wird. Jedem sie mir Gewährenden schon im Voraus den herzlichsten Dank dafür! M. O. in Trappstadt. Die 3 M. sind für Rubrik X verwendet worden. — Rabb. Dr. E. in M. Sie haben mich mit Ihrer Sendnng hoch erfreut; fahren Sie Öfters damit fort! Herzlichen Gruss! M. R. in R Die gefundenen 20 M. sind der Kasse für die russischen Emigranten zugeführt worden. X. E. in M. Ich bitte Sie innigst, das rpn-Geld gütigst mindestens halbjährlich einsenden zu wollen! .J. Lt. in S. Da die Hospitäler "Q’bin in Jerusalem und "]vs in Jaffa zum Mindesten den gleichen Anspruch auf Unterstützung als V'D haben, so habe ich die von Ihnen erhaltene Summe in drei gleiche Theile getheilt und jedem der drei Hospitäler ca. 15 M. zukommen lassen. Beachten Sie gütigst die Ihnen gesandten Drucksachen! Bitte! In den jüngsten Monaten sind abermals so zahlreiche an mich gerichtete Briefe in Verlust gerathen, dass ich alle meine geehrten Correspondenten dringenst bitte, auch die kleinsten Werthbeträge selbst nur in eingeschriebenen Briefen oder durch Postanweisung mir znkommen zu lassen. Dr. A. Salvendi Druck der Joh. Wirth’schen Hofbuchdruekerei, Actien-Geseilschaft, Mainz.