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Der Israelit · 1894-07-05 · Heft 53 (5.7.1894) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 53 (5.7.1894)
Date
1894-07-05
Page
– (sequence 6)
Language
German
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980 14. d. M. Abends einen der Säle des Camegin Gebäudes. Galt es doch den Schlußstein zu einem Werke zu legen, das für das amerikanische orthodoxe Judenthum von weittragender Bedeutung und berufen ist, eine neue, lebenpulsirende Aera zu begründen : DaS Schlußfest des Jüdisch Theologischen Seminars, verbunden mit Entlastung des ersten, in demselben vollständig ansgebtldeten Zöglings. Vor acht Jahren, unter Mitwirkung des greisen, ehrwürdigen Rabbiners Dr. Sabbate Morais, Philadelphia,Dr.Drachman und Dr .Mendcs u. A. begründet, als Bollwerk gegen das, das alte Judenthum stürzen wollende Institut des berüchtigten Wise, Cincinnati, steht das Jüdisch-Theologische Seminar heute die erste reife Frucht an seinem Lebensbaume — rn nm d’ti yy und kann es stolz auf diese Frucht blicken, hat sie doch ihre Hauptnahrung aus dem fruchtbaren Boden des Seminars gesogen. Herr Joseph Hermann Hertz, der seit Beginn der Lehrtätigkeit in dem Institut ein fleißiger Hörer in allen Fächern gewesen, hat, nachdem er in seiner Kindheit bereits bei seinem gelehrten Vater pa-iyr, 'vavr 'nie talmudischen Unterricht genoffen, sich die nöthige jüdische und profane Blldung angeeignet, die ihn befähigt, als Rabbiner zu fungtren, wie dies seine vom Columbia College preisgekrönte Dissertation und die damit erlangte philosophische Doctorwürde, sowie die rum* mnn, die ihm von den Lehrern des Seminars, nach gründlicher Prüfung in den einschlägigen Fächern, seitens der Herren Dr., Morais, H. P. Mendes, Drachman, Neumark, Maizner und Zinsler, sämmtltch Rabbinerstellen in bedeutenden hiesigen Gemeinden bekleidend, ertheilt worden, beweisen. Wenn Stolz die Brust des jüdischen Gelehrten schwellen darf, wahrlich hier wäre dieser Stolz am Platze; die geistigen Leiter der Anstalt dürfen sich mit ihrem Erfolg brüsten, an der Spitze der erwähnte Dr. Morais, aber in nicht geringerem Maaße die eigentliche Triebfeder nicht nur dieser, sondern auch anderer, für das orthodoxe Judenthum wirkenden Jnstitutionln, Herr Dr. Drachman, dem, trotz seiner Bescheidenheit, die öffentliche Anerkennung in diesen gesch. Blättern nicht vorenthalten werden soll, umsoweniger, als er geborener Amerikaner und im Breslauer Seminar gebildet, zu den wenigen Ausnahmen des lrtzeren gehört, die treu und unentwegt zur Fahne des überlieferten Judenthums schwören und in seinem Sinne wirken. Vollständiger Triumph malte sich auf den Gesichtern deS vollzählig erschienenen Vorstandes des Seminars. Unter den verschiedenen, mit rauschendem Applaus begrüßten Ansprachen seien die des ehrwürdigen Dr. Morais und die von glänzender Eloquenz zeugende des jungen Rabbi Hertz hervorgehoben. — Zwei andere Schüler der Anstalt erhielten Diplome als Lehrer für hebräischen Unterricht. Die Feier, von musikalischen Genüssen unterbrochen, verlief ungemein glänzend und wird allen Teilnehmern in dauernder Erinnerung bleiben. Mögen die Erwartungen, die an dieses Eretgniß seitens des orthodoxen Judenthums sich knüpfen, in Erfüllung gehen, zur Ehre des Höchsten und zum Heile für das Judenthum, und den Beweis liefern, daß nicht immer uym jrw» jdäh, sondern auch hier im freien Amerika das Judenthum mit seinem alten Gehalt blühen und gedeihen kann. Und diesen Beweis kann Herr Dr. Hertz antreten, da ihm vergönnt wurde, sogleich eine Stelle in der Gemeinde my in Syracuse, N. D. übernehmen zu können. Am^vergangenen nim D wurde er in sein Amt eingeführt, und begleiteten ihn vom Vorstand des Seminars, die Herren Rabbiner Dr. Mendes und Dr.Drachman, sowie die Herren Blumenthal und Max Cohen. Die Herren wurden nicht nur von den Gemeindemitgltedern, sondern von allen Juden der Stadt mit Begeisterung empfangen, und fanden die Einführungsreden des Herrn Dr. Drachman am Freitag Abend und des Herrn Dr. Mendes am Babbat Morgen anhaltenden Beifall und gestaltete sich auch diese Feier zu einer erhebenden. Wir orthodoxen Juden Amerikas aber blicken mit Bewunderung auf die Schaar treuer Männer, die bestrebt sind, swV mtay Tinrfc. .t»3K ,DTby nun omnryoi orvty *1 oyu vn H. H. Feuilleton. Estrrlra, Königin von Ioten. Historische Erzählung von Hugo Freund. 10.) (Nachdruck verboten.) „Vielleicht wäre es möglich, Pater", sagte der Pan, „daß man die junge Jüdin der Zauberet anklagte, denn sicherlich ist es nicht mit rechten Dingen zugegangen, wie sie damals aus dem Schlosse entfloh. „Es sind mir, das weiß ich sicher, zwei Personen erschienen; die eine das war gewiß der Teufel, der die Kleidung eines Gruster's trug und die andere, das muß ein anderer böser Geist gewesen sein, der war von Kopf bis zu Füßen in Weiß gehüllt." Pater Franziskus besann sich eine Weile. „Habt Ihr Zeugen?" frug er endlich.

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