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Der Israelit · 1894-07-05 · Heft 53 (5.7.1894) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 53 (5.7.1894)
Date
1894-07-05
Page
– (sequence 5)
Language
German
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„Gelegentlich meiner Frühjahrsreise", so schreibt Herr Dtrector Ziegler, „habe ich die Erfahrung gemacht, daß die so sehr hervorgehobene Tödtungsart mittels Elektricität u. s. w., selbst bei den eivilisirten Völkern Europas nicht angewendet wird, u. zw. aus dem Grunde, weil die Hauptbedingung für die Einbürgerung einer Tödtungsart stets jene ist, daß die Verblutung eine möglichst vollständige sei. Von diesem Principe oder vielmehr von diesem Erforderniß ausgehend, erscheint somit das Schlachten als die zweckmäßigste Tödtungsart, welche, abgesehen von der Ntederstrcckung, mit der allergeringsten Quälerei verbunden ist, da zufolge Abschlachtung des Halses die Functtontrung des Gehirns sofort aufhört." Lemberg, 2. Juli. Der Handelsminister Graf Wurmbach erklärte, die Regierung sei bestrebt, bet Rußland durchzusetzen, daß im Sinne des österreichisch-russischen Handelsvertrages allen Staatsbürgern Oesterreichs ln Rußland eine gleichartige Behandlung zu Theil werde. Man dürfe erwarten, daß diese Bemühungen Erfolg haben werden. Bezüglich des Saatenmarktes äußerte der Minister, cs sei patriotische Pflicht, daß die österreichischen Getreidehändler auch Heuer den Wiener Saatenmarkt zahlreich besuchen. England. London, 1. Juli. Nachdem in der am Montag Abend ftattgefundenen Versammlung, die Sir Samuel Montagu veranstaltete, um gegen die projektirte Erbauung einer Riesensynagoge im östlichen Stadttheile zu protestiren, stürmische Scenen den ruhigen Verlauf der Discussion unmöglich machten, sahen sich die Autoritäten der Gemeindeverwaltung veranlaßt, bei der heute ftattfindenden Generalversammlung der Mitglieder der United-Synagogue gehörige Vorsichtsmaßregeln, um Ruhestörungen zu verhüten, anzuwenden. — Die Straßen in der Nähe des Sitzungssaales (cke^isd Freeschool) sind heute polizeilich bewacht und außer für diejenigen, welche mit Eintrittsbilleten versehen sind, ist der Zutritt untersagt. Unter den Tausenden von Polen, die in diesem Stadtviertel wohnen, herrscht große Aufregung, da der Plan des Lord Rothschild's, die Synagoge zu erbauen, naturgemäß großen Anklang hier findet. Obzwar der Opponent, Sir Samuel Montague, (welcher diesen östlichen Stadttheil Londons im Parlament vertritt), eine ziemlich starke Partei, nämlich die Mitglieder der Federation für sich hat, weil es im Interesse dieser kleineren Synagogen und Vereine liegt, der Errichtung einer Concurrenz Synagoge entgegenzutreten: so schlägt sich dennoch die Majorität der polnischen Israeliten, welche weder zur Federation noch zur United-Synagogue gehören, auf die Seite Lord Rothschild's, besonders darum, weil der Miethpreis der Plätze der projektirten Riesensynagoge noch billiger als die der kleinen rvnnn berechnet werden soll. Den Statuten zufolge mußte die Angelegenheit den fämmtlichen 3000 Mitgliedern der United-Synagogue zur Genehmigung vorgelegt werden und d-e heutige Generalversammlung hatte nun endgiltig über die Frage zu entscheiden. Die Thore wurden um 3 Uhr Nachmittags geöffnet und die Halle füllte sich rasch und ohne Ruhestörung. Noch niemals wurde hier eine Versammlung mit so großem Interesse und solcher Spannung besucht, so daß trotz der starken Sonnenhitze Niemand versäumte, von seinem Rechte, derselben anzuwohnen, Gebrauch zu machen. Lord Rothschild präsidirte und stellte der Versammlung die Wichtigkeit des Projektes vor, den hieher eingewanderten Glaubensbrüdern aus Rußland und Polen eine große Synagoge zur Verfügung zu stellen und ein würdiges «mon rva für London zu erbauen. Sir Samuel Montague wohnte der Versammlung nicht bei, seine Partei wurde durch die Herren Jessel Spielmann und Dr. Wolff vertreten. Die Debatte gestaltete sich so hitzig, daß sogar persönliche Angriffe nicht vermieden wurden und eine derartige Verwirrung stattfand, daß die Abstimmung nicht in Ruhe vorgenommen werden konnte. Lord Rothschild ordnete demzufolge an, daß alle Diejenigen, welche für die Erbauung der Synagoge stimmen, sich nach dem Garten begeben und die dagegen stimmen, in der Halle verbleiben sollten. Das Resultat war, daß sich die Majorität nach dem Garten verfügte —, demnach wurde der Antrag „Lord Rothschild's" —, eine colossale polnischeSynagoge,fürL. 35,000(M.700,000) im Eastend London's zu erbauen, von der General- Versammlung der Mitglieder der United-Synagogue genehmigt. Ein Hauptmoment bildete die Frage, welche Lord Rothschild an die Versammlung richtete: Haben wir ein großes ff-non n*a nöthig oder nicht?" Alles rief: Yes! Das Wort unserer Weisen, „daß wenn der Messias kommen wird, die Synagogen des Auslandes nach Jerusalem wandern werden", findet durch das Ergebntß der heutigen Versammlung eine gute Erklärung, indem es nun nicht ferne liegt, daß ebenso wie die größte polnische Synagoge nach London verpflanzt wird, die Synagogen Englands und anderer Länder einst nach Jerusalem wandern werden. Amerika. New-Aork, 19. Juni. Eine auserlesene Gesellschaft jüdischer Notabilitäten füllte Donnerstag, de«

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