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Der Israelit · 1894-07-05 · Heft 53 (5.7.1894) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 53 (5.7.1894)
Date
1894-07-05
Page
– (sequence 2)
Language
German
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976 über seine Kräfte hinaus. Seine Gattin, eine Tochter des majMn '»^m 'n aus Zell, stand ihm als brn ntsw im edelsten Sinne des Wortes bei allen den heiligen Bestrebungen stets in der hilfreichsten Weise zur Seite. Wer die n»ai harte, das jüdische Leben in diesem Hause mit Verständniß zu beobachten, der mußte unwillkürlich ein begeisteter »nm» werden. Er sah, wie das ächte jüdische Leben das Haus zu einem ttnpö umzugestalten weiß. Welche erhebende Heiterkeit eine treue, jüdische Pflichterfüllung gewährt, konnte hier in der seltensten Weise beobachtet werden. Die vielen vielen Leidensprüfungen, mit denen nnyj.n p’isn in so furchtbarer Weise heimgesucht wurde, konnten ihn nie völlig Niederdrücken, .nirna bv nno® erheiterte immer wieder sein Angesicht. Der Ausspruch der «ntM bewahrheitete sich auch bei ihm: »n »ja xyjm »ja Nyjn ^»ateo jitj £ia Dbiy.n bj . wyb itryn pnn apa Wenn auch das Verdienst von r^j'jn 'n so groß war, daß eine ganze Welt durch ihn erhalten werden konnte, fühlte dieser sich doch zufrieden, wenn er selbst mit einen Maaße Johannisbrot sich von einem na® any zum andern begnügen müßte. Von dem Streben erfüllt am®»a mm panm, gründete er im Verein mit seinem treuen Genoffen dtidh p ^»nanS Wißmann, *n nnon« Rabbiner in Schwabach, die dortige nnrn nrn^n-Schule und widmete seine Thätigkeit derselben in aufopferndster Weise. Auch in seiner Stellung als Rabbiner in Höchberg suchte er soweit es ihm nur die Verhältnisse gestatteten, ^an®» »ja »nyj in das Lernen etnzuführen. Jahrzehnte lang hat so nnyjn p»nx in der opferwilligsten Weise mm gelehrt. Wie nry»^< »an so mußte wohl auch er in Gedanken sein Geschick beklagen. Die erzählt uns in n"D vmnJD: Als »an seine Todesstunde herannahen fühlte miyni »n® »ibd »n®a jnv »royin: »n® oab »in no« iaV hy jrvjni j»W>jj® nnin, da nahm er seine beiden Arme, legte sie auf sein Herz und rief klagend aus: Wehe um die zwei Arme, die der Erde übergeben werden, denn mit ihnen werden gleichsam zwei n"v Rollen begraben, »nnv^ mir, nanni »nno^ min nann, viel mm habe ich gelernt und viele mm habe ich gelehrt. binaoa »td^o »Jinon vb\ »nno»b mm nann nnsis®a. Obwohl ich viel mm gelehrt habe, konnte ich doch nur einen ganz verschwindend kleinen Theil von meinem Wissen lehren. Wir klagen jetzt um unsren so hochverehrten teuern »an, wie rea'py »an um yyybK »an klagte: jnnnn^ »arfr® ym ®» myo nann, vnsi ^«n®» aan »an »a«. Wenn ich noch so viel Geld habe, mir fehlt der Wechsler es zu wechseln p»nsn myjn wußte die schwierigsten Fragen zuIösen; es ist ein trauriges Zeichen der Zeit, daß man einem solchen bedeutend großen Manne nicht einen seiner Größe entsprechenden Wirkungskreis zu geben wußte. Möge sich wenigstens die nnmn maa darin Geltung verschaffen, daß man der so tief gedrückten Wittwe und den zahlreichen verwaisten Kindern stützend zur Seite stehe, nwa ny ^mw» n»a ^61 or6 nmy» p»n»tn non l d"n a"a ^u.n Straßburg i. E. n"jnn nvn n"ny 'j di* JoS. A. Butter,wiefer. Rabbiner. Zeitnngsuachrichteu und Correspondenzen Deutschland. 8 Nicht aus Berlin. Was die Berliner Juden denken, darüber klärt uns ein Korrespondent der isr. Wochenschrift (Nr. 24) auf. Vom Verein „Esra", welcher das Bestreben hat, den verfolgten Glaubensgenossen eine neue Heimath in Palästina zu schaffen, erging eine Einladung zur Betheiligung an einem Sommerfeste, auch an den Corrrspondenten der isr. Wochenschrift. Seinen Dank dafür lagert er in genannter Zeitschrift in folgenden Bemerkungen ab: So gern ich mich auch an jüdischen Humanitätsbestrebungen betheilige und mein Scharflein dazu beitrage, so sehr widerstrebt es mir und sehr vielen denkenden Berliner Juden die Sache einer Partei zu fördern, die unsere Gleichstellung im deutschen Vaterlande sehr gefährden kann. ES unterliegt keinem Zweifel, daß der Zionismus, der offene sowohl wie der geheime, eine Gefahr für das deutsche Judenthum ist, es nimmt nur Wunder, daß unsere hiesigen Prediger und unsere Vorsteher ihre Augen davor verschließen. Erstere hätten schon längst einmal ihre warnende Stimme auf der Kanzel k. gegen diese Bestrebungen erheben und die Gemeindemitglieder auf die eigentlichen Ziele, die sich hinter dem harmlosen Aushängeschild: „Unterstützung des Ackerbau's und Colonisation in Palästina" verbergen, aufmerksam machen müffen, die tendirte Rückkehr nach Palästina wäre ein Rückschritt des JudenthumS, eine vollständige Verkennung der eigentlichen Mission desselben. Gedankenlos geben viele die Mark, sie denken dabei wenig oder gar nicht an die Tendenz, welche die Leiter damit verfolgen. Ackerbau soll unter den Juden gefordert werden, aber „Wiedererwerb Palästlna's" ist eine Chimäre! Ich denke, daß die denkenden Berliner sich bedanken werden für die Ehre, daß die Auslastungen eines Antisemiten ihnen in die Schuhe geschoben werden. Denn gehässiger und denunciatorischer bringt es auch der verbissenste Antisemit nicht fertig, als wie dieser im Namen der denkenden Berliner schreibende Korrespondent. Wir möchten ihn der Aufmerksamkeit des Mendelssohn'schen Vereins empfehlen, damit dieser ihm auf die Kappen geht. Wo waren aber die Gedanken der wohllöbl. Redaction der isr. Wochenschrift? Waren die auch dabei? Um gefällige Antwort wird gebeten. —

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