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Der Israelit · 1894-07-02 · Heft 52 (2.7.1894) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 52 (2.7.1894)
Date
1894-07-02
Page
– (sequence 11)
Language
German
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965 halt Herr Lehrer Frohmann einen Vortrag, der uns ermahnt, die Fahne des Judenthums hoch zu halten, Gerechtigkeit in den kleinsten Dingen obwalten zu lassen, uns stets zu zeigen als würdige Nachkommen unserer Ahnen. Möge der Verein weiter blühen und gedeihen und möge Herr Lehrer Frohmann, der bei uns allen geliebt und verehrt ist, noch lange uns erhalten bleiben. F. F. Fürth, wen »a i^> nj 'in upto moy nb&J Die Krone unseres Hauptes ist gefallen, wehe uns, denn wir haben gesündigt! Ja, eine Krone, eine perlengeschmückte Krone ist es, die uns entrissen ward, weil wir gesündigt! Wir waren eines solchen Diadems nicht länger werty. r6y n»ö Herr Dr. Moses Jonas Königshöfer ist von uns genommen worden in der Btüthe seiner Jahre, auf der Höhe seines Schaffens stehend. Ein Schrei deS Schmerzes war es, der den Lippen Aller entfuhr, als die schreckliche Nachricht von dem plötzlichen, völlig unerwarteten Tod des teuern, edlen Mannes die Stadt durcheilte. War derselbe doch mehr als 25 Jahren lang in einer Weise hier thätig, daß das Aushören eines solch vielseitigen und segensreichen Wirkens als ein herber, in seinen Folgen unberechenbarer Verlust erscheinen mußte. Als Sohn eines Frommen, eines mm p in Welbhausen i. B. geboren, ward der Knabe frühzeitig zum Thorastudium angehalten und fand später in dem ehrwürdigen '"-u onajynn ruv "i in Zell einen trefflichen Lehrer, so daß er von hier aus die in Preßburg beziehen konnte. Insbesondere aber schöpfte er aus dem mm Quell unter Leitung des gelehrten iyr^ der ihn wegen seines unermüdlichen Fleißes, der auch die größten Schwierigkeiten und Entbehrungen nicht scheute, u. wegen seiner biederen omt? n*rp ganz besonders ins Herz geschlossen hatte. Ausgestattet mit einem reichen Schatz von mm, strebte nun der wißbegierige Jüngling auch ym in, profanes Wissen, zur erwerben. Zu diesem Zwecke studierte er in Würzburg. Gleichzeitig besuchte er den nyn? des berühmten 'i Vs? "lymyaoxa an pns». Zum Schluß seiner Studien begab sich der strebsame Thorajünger nach München, woselbst er promovierte und das Staasexamen als Rabbiner ablegte. Nachdem er einige Jahre hindurch in einem kleinen Distrikt als Rabbiner fungiert hatte, wurde er von der Administration der Jsr. Waisenanstalt Fürth zum Direktor derselben berufen. Die Anstalt gedieh unter seiner trefflichen Leitung zu einem Institut, das wohl seines Gleichen in Deutschland sucht. Sein freundliches, einfaches Westn wußte der Anstalt viele und opferwillige Freunde zu gewinnen, so daß dieselbe, die anfangs nur verwaisten Knaben in beschränkter Zahl Unterkunft bieten konnte, später immer ausgedehnter und leistungsfähiger wurde und ihre Thore auch de« Mädchen öffnen konnte. Und wie waltete der edle Verstorbene seines Amtes als Waisenvater! Man muß es gesehen haben, wie väterlich der treue Mann seinen Schutzbefohlenen entgegenkam. Die Thränen, die von den armen Waisen vergossen wurden ob des Todes ihres Waisenvaters, sagten eS uns deutlicher als alle Worte, wie Liebe Gegenliebe erzeugt. Außer seiner Thätigkeit als Direktor der Waisenanstalt wurde die Kraft des Entschlafenen noch in anderer Weise in Anspruch genommen. Die religiösen Institutionen der Gemeinde waren durch Uebereinkommen einer Rktualkommission unterstellt, an deren Spitze der Verstorbene stand. Wenn schon die Leitung dieser Angelegenheiten mit Gleichgesinnten ein schwieriges Amt ist, um wie viel mehr erst erheischt die Führung derselben Geschick und Einsicht, wenn die Stimme fortschrittlich gesinnter Männer gehört und geachtet werden muß! Mit bewundernswürdigem Scharfblick wußte Herr Dr. K. Mittel und Wege zu finden, um seiner Ansicht, hervorgegangen aus rwv und nm»S zum Stege zu verhelfen. Doch nicht schroff, nein milde war sein Verfahren, denn er war ein düp *pni am«, des echten wahren der nur die Größe unserer Religion kennt. Immer und immer bestrebt prw hv vtowd zu sein, entsprach er so recht dem Grundsätze amu mnh p-ipDi mnan nx. Wie gerne, wie hingebungsvoll theilte er von seinem Wissen anderen mit! Der d*imi iiyw verliert in ihm seinen Vorsitzenden, der es verstanden, so schön zu „lernen", daß innere Befriedigung jeden Theilnehmer erfüllte. Und ein Jeder, den es nach den Worten der heil. Thora dürstete, konnte durch ihn sich laben an diesem Quell des Heils. Dieser theure Mann, dessen Devise ojn nay 'jn D’öffn 'p4>n 'n nxi war, mußte im Alter von nur 54 Jahren seine segensreiche irdische Laufbahn beenden, seine biedere, edle Frau 'n, die ihn in allen edlen Bestrebungen so kräftig unterstützt, als schmerzersüllte Wittwe und seine in echt jüdischem Sinne erzogenen Söhne und Töchter als Waisen zurücklassend. Am nbv 's nar a*iy, kurz vor Eingang des Sabbat wurde der theure Entschlafene zur Ruhe getragen unter überaus zahlreicher Bethetligung aller Kreise, deren Achtung und Liebe er sich in so reichem Maße erworben hatte. Mit tiefempfundenen Worten schilderten die Herren: Rabbiner Dr. Neuburger, Direktor Dr. Dessau, Bankier Rau und Rabbinats - Candidat Ansbacher aus Nürnberg die edlen Charaktereigenschaften und das erfolgreiche Wirken des theuren Freundes. Doch die Nähe des Sabbat gebot Kürze. Möge der uns

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