Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 52 (2.7.1894)
- Date
- 1894-07-02
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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- Laude begründeten Colonten begonnen die Frucht zu ziehe« und reisen russische und polnische Häudler nach dort, um an den Stätten der Erzeugung einzukaufen. Auch in Odeffa beginnt sich ein Markt zu bilden, durch den ein kleiner Theil Früchte seinen Weg nach Ost-Europa findet. Die Verpackung der Früchte geschieht auf das sorgfältigste und befinden sich gewöhnlich 120 Citronen in einer Kiste. Jede Frucht ist mit Werg umwickelt, daß sie keinen Schaden erleidet. Preise variirten dieses Jahr von 3 fl. bis 10 fl. für jede Frucht, aber besonders schöne Exemplare brachten 12 fl. Wahrscheinlich wurden im Ganzen nur 50.000 Citronen des Gesetzes mit dem Stengel daran im Jahre 1893 verkauft, aber selbst diese Zahl repräsentirt einen großen Betrag. Eine kleine Anzahl etwa 1500—2000 Stück mit Stängel kommen jährlich nach England, doch kann die Frucht auch ohne Stengel verwendet werden, da eS Gattungen gibt, wo derselbe nicht daran bleibt. Citronen ohne Stengel wurden auch viel aus Bordtghera in Italien etngeführt. Es ist schwer, die genaue Anzahl der Citronen des Gesetzes von der Gesammteinfuhr in Triest zu trennen, die im Jahre 1893, 5000 Tonnen Engl, betrug. Nach Amerika wurden keine Esrogim exportirt. Wie es heißt würde der Bann gegen die Früchte der Jonischen Inseln durch die Rabbiner Rußlands und Polens demnächst aufgehoben. Privat-Telegrarnm des „Israelit". Höchberg in Bayern, 1. Juli, 5 Uhr 30 Nm. Herr Rabbiner P. D. H. Wechsler ist soeben verschieden. Die Beerdigung findet Montag Abend um 6 Uhr statt. (Wir beklagen in dem Heimgegangenen einen treuen und edlen Freund, den schon unser Vater i>'»i ein Menschenalter hindurch gekannt, geliebt und verehrt hat, und zu dem wir stets in tiefster Ehrfurcht hinauf schauten. Wir werden das Leben dieses hervorragenden p'is in nächster Nummer s. G. w. eingehend würdigen. Red. d. Jsr.) -£» Vermischtes. < Wieviel Buchstaben hat die Bibel ‘l Auf unsere jüngste diesbezügliche Notiz erhalten wir nachfolgende Zuschriften: Aschaffenburg. Zu den Notizen über die Buchstabenzahl der Thora in Nr. 50 d. JSr. möchte ich darauf Hinweisen, daß dieser interessante Stoff bereits mehrfach behandelt ist und zwar: In dem Werke mm? J”D von dem gelehrten NS11 LTDT11 '1 S. 12 wird nach einem dem INJ N’iyD 31 zugeschriebenen Gedichte, 815,280 als die Zahl der Buchstaben der „heiligen Schrift" angegeben. Der Berfaffer zitirt hinzu die Worte des R. Joseph m'kandia, welcher schreibt: nrnw 'd L" irnm N*i3i 311p an NtnyD 31 mmn ,'qi mini pst uhsu ™>33 iw*y iw "11 oshtd ’nwsn NP unb hält es für waOscheinlich, daß die angegebene Zahl von min3ttf nvniN 'd auf pn »ibd zusammen sich beziehe und die Divergenz zwischen l"*rn und der von N'iyD 31 angegebene Zahl auf Verschiedenheiten bezüglich mim nilDn und 3"ip beruhe. — Die nun nach dem JSr. von einen Holländer angegebene Zahl der Buchstaben von pn 3,566,480 steht damit in ungeheurem Widerspruch; die nach nunaNm pns’ für die min *^Din nwon angegebene Zahl von 304,840 aber kommt der von ’JittHJin niNDn 'D (’insnn mny n *?y3 pwno) rwn 's angegebene Zahl von nrniN N131 (310,000) nahe. — Den Sinn der von Pn im tsniD angenommenen Zahl von N131 'D erörtert ’jlttrtfn niNDn ausführlich dahin, daß solche nicht wörtlich, sondern nach gewisser Berechnung der Zahlenwerthe O"y .1111.1 NNiO aufzufassen sei. Diese Controversen zeigen die Tiefe des talmudischen Ausspruchs ('3 puniD): 1’Hff D’IDID D’JllMOn 1M1p3 13'O1 miniK' niTilNH D’IBID, indem sicherlich nicht einfaches Abzählen der Buchstaben, sondern nur in Verbindung mit tiefem Eingehen auf deren hochheiligen Inhalt hierunter verstanden ist; was unsrem Verständniffe aber abgeht und den Wunsch des NHJpD *pr 'i rechtfertigt U’j’y iw 'li. B. H aigerloch. Der „Israelit" stellt in seiner Nummer 50 unter Vermischtes die Frage auf: Wieviel Buchstaben giebt es in der Bibel? und fügt auch das Ergebniß hinzu, daß nämlich in den fünf Büchern MoseS 304,840 und im übrigen Theil der Bibel zusammen 3,262,675 Buchstaben sich befinden. Dieses Ergebniß ist aber, was den Theil p betrifft, grundfalsch und man kann sich hiervon leicht überzeugen. Man nehme z. B. die Bibelausgabe von Letteris zur Hand. Diese enthält nur den hebräischen Text und zählt 1384 Seiten. Jede Seite hat höchstens 28 Zeilen und jede Zeile durchschnittlich höchstens 35 Buchstaben. Also enthält die ganze Bibel höchstens nur 1384X28 X 35 — 1,350,330 Buchstaben. Davon geht aber noch eine Anzahl ganz oder theilweise leerer Blätter mmnB und niDinD u. s. w. u. s. w. ab, so daß das ganze pn wohl kaum eine Million Buchstaben enthalten dürfte. Dr. Wolff. Die in der jüngsten Nr. des „Israelit" unter „Vermischtes" enthaltenen Angaben über die Zahl der Buchstaben in der Bibel leiden an einer handgreiflichen Unrichtigkeit, wie sich Jeder leicht überzeugen kann, wenn er eine gleichmäßig gedruckte, nicht mit Kommentarien versehene Bibel, in die Hand nimmt. Es heißt daselbst am Schluffe: „Mithin beträgt nach „dieser Angabe die Buchstabenzahl der 5 Bücher Moses „304.640, also hat die Bibel außer den „5 Büchern 3,262,675 „Buchstaben." Daß diese Angabe eine horrende Uebertreibung in Bezug auf die Buchstaben der Bibel außer den 5 Büchern enthält, ist leicht nachzuweisen. Vor mir liegt die in Berlin bei Trowitzsch gedruckte kleine hebräische Bibel. Die 5 Bücher Moses zählen in derselben 151 Seiten, die ganze Bibel oder pn zusammen, nur 605, demnach kommt aus die Thora ein Viertel, auf die übrigen Bücher drei Viertel des ganzen Umfanges. Nach der vorstehenden Schlußfolgerung des „Israelit" müßte aber das Verhältniß der Thora zu den übrigen Büchern beinahe wie 1 zu 11 sein und daS ist loch eine handgreifliche Unmöglichkeit. Es ist daher klar, wenn die Angaben richtig sein sollen, was ich nicht zu kontrollieren veryrag, daß der Holländer die Zahl der Buchstaben in einer Uebersetzung der Bibel und wohl auch mit sammt den Apokryphen und dem N. T. gemeint, während der Sofer Jizchak Dulabrigo die Zahl der Buchstaben in der Ursprache der Thora festgestellt hat. N.