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Der Israelit · 1894-06-28 · Heft 51 (28.6.1894) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 51 (28.6.1894)
Date
1894-06-28
Page
– (sequence 10)
Language
German
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940 nur 16 Mal vorkommt, während sich mit 6 Hunderte von Beispielen finden. Aber bet diesen 16 Beispielen könnte eben so gut das 'b vorgesetzt werden, wenn nicht der Begriff der Feindschaft damit verbunden werden sollte. Ja bei einem derselben Est. 9, 2 ist sogar eine Lesart orros^. Bei der nsrtn also, wo der Begriff der Verachtung hinzukommen soll, kann gar nicht wzb stehen, sondern nur v:bh, aber es heißt trotzdem vor seinem Angesicht. Nur wenn stände, würde der Sinn sein ins Angesicht speien, wie das Beispiel mn pr Nachträglich bemerken wir noch, um Misverständnissen zu begegnen, daß auch heißen kann vor in Betreff des Ortes und der Zeit. Nachschrift. Die Mendelss. Uebersetzung ist auffallend, da Deut, übersetzt wird vor ihm, und in Num. „Wenn ihr Vater ihr ins Gesicht gespieen hätte." 8. N. Aus Köln, den 22. Juni, erhielt die „Fr. Ztg." folgende Zuschrift: Unter Bezugnahme auf folgende, in Nr. 143, Zweites Morgenblatt der Frankfurter Zeitung, in der 1. Spalte der 1. Seite enthaltene bezw. beginnende Nachricht: „Neuß, 23. Mai. Im April ds. Js. wandte sich der Reserve-Unteroffizier Markus in Wickrath an das hiesige Königliche Bez.-Kdo. mit der Bitte, ihn, da er geschäftlich nicht wohl abkommen könne, von der am 25. April statrfindenden Kontrollversammlung zu dispensiren. Darauf erging" k. 2c., ersucht die König!. 15. Division um gefällige Aufnahme folgender Berichtigung: Auf die Vorderseite des von dem Reserve-Unteroffizier Markus aus Wickrath bei dem Bez-Kdo. zu Neuß angebrachten Gesuches um Befreiung von der am 25. April ds. Js. stattgefundenen Kontrollversammlung befand sich bet dessen unter ablehnendem Bescheid erfolgter Rückretchung, wie nach Einsendung des Gesuches festgestellt worden, in Rothstift nicht die Randbemerkung: „Ist Jude", sondern: „Ist Jnftr." (also: „Ist Infanterist") und darunter der Vermerk „nein", v. Münnich, Generallteutenant und Divisions- Kommandeur. Hierzu bemerkt die Red. der „Fr Ztg.": Wir wissen nicht, ob die 15. Division das Gesuch im Original eingefordert hat, der Redaktion der „Franks. Ztg." hat es Vorgelegen und die Mitglieder der Redaktion, schriftenkundige Männer, waren überwiegend der Meinung, daß die allerdings recht undeutliche Randbemerkung zu lesen sei: „Ist Jude". Auf das: „Ist Jnftr.", was ja sofort verständlich gewesen wäre, ist Niemand gekommen. Alt-Bern«, (Oberschlesien), mitca a^x xb Unser Städtchen und unsere Gemeinde ist urplötzlich von einem herben Verluste betroffen, welcher weit über das Weichbild unseres Ortes hinausreicht. Am Ausgange des Sabbates, am 12. Siwan d. I., hauchte Herr Loebel Wachsner hier seine fromme, lautere Seele aus. Ohne vorherige Erkrankung fiel dieser anscheinend kräftige, kerngesunde Mann, welcher ein Alter von höchstens 55— 56 Jahren erreicht haben mochte, frühzeitig dem Tode zum Opfer. Ec zählte noch zur winzigen, aber erlesenen Schaar jener wahrhaft gottesfürchtigen, peinlich gewissenhaften Männer in Israel, welche auch in unserer modernen Gegenwart ihre religiösen und sittlichen Pflichten bis auf das Pünktchen über dem I. auf das Genaueste erfüllen. In Oberschlesien lichten sich leider die Reihen dieser vortrefflichen, nachahmenswerthen Männer immer mehr und mehr, und auf Nachwuchs und ebenbürtigen Ersatz ist nicht zu zählen. Seine strengreelle Geschäftsführung und günstige Vermögensverhältnisse gestatteten es ihm, in den letzten Jahrzehnten ausschließlich v'-ivn nTnyn by rmnn by zu leben. Ein das Thorastudium innig liebender und ein der Thorakenntniß überauskundiger Mann war er die Seele und das religiöse Gewissen seiner Gemeinde. Ihm war es vornehmlich zu danken, daß die religiösen Institutionen unserer Gemeinde den Anforderungen des Ritus genau entsprechend, nichts zu wünschen übrig lassen. Am Gottesdienste nahm er den regsten Antheil. Seine Wohlthätigkeit wußte er mit seinem Besitze in Einklang zu bringen. Er gab gern und oft und viel. Es konnte nicht ausbleiben daß er nicht selten zu der traurigen Ueberzeugung gelangte, man habe mit seiner Güte schnöden Mißbrauch getrieben. Das verbitterte aber nicht sein mildthätiges Gemüthe, die jüdischen Armen suchten ihn weit u. breit auf. Sie nahmen seine Zeit, sein Geld, seine Geduld in umfangreichster Weife in Anspruch. Fast nie verließen sie leer oder hungernd Loebel Wachsner's frommes wohlthätiges Haus. Die Armen der galizischen Nachbarstadt Oswiecim werden nicht müde, in ihm einen ihrer opferfähigften Wohlthäter in Oberschlesien zu betrauern. Vor Jahren begab er sich nach dem heiligen Lande und Jerusalem. Er unterhielt seit jener Zeit die innigsten Beziehungen zu den Hilfe heischenden Bewohnern des heiligen Landes. Ungezählt sind die beträchtlichen Geldspenden, welche ihren Weg vom mildthättgen Hause Wachsner's in Berun nach Jerusalem fanden. Sanft und fromm, wie er gelebt, fand er seinen Tod. Mit dem Mischnahstudium an der Gebetstätte nach beendetem Gottesdienste beschäftigt, überfiel ihn ungeahnt ein schweres Unwohlsein. Nach wenigen Stunden hatte ein Herzschlag dem segensreichen Leben dieses frommen, edlen Mannes ein frühzeitiges Ziel gesetzt. Am Montag, am 14. Sivan, erfolgte die feierliche Bestattung. Ein großes Leichengefolge aus verschiedenen Theilen Ober-

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