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Der Israelit · 1894-06-28 · Heft 51 (28.6.1894) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 51 (28.6.1894)
Date
1894-06-28
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXXV. Jahrgang. Erste Beilage M M 51 des „Israelit". Zeitnugsnachrichteu uud Correspondenzen. Deutschland. Mainz, 25. Juni. Frankreich und mit ihm die ganze civilisirte Welt trauert um einen edlen Mann. Der Präsident der Französischen Republik, Herr Sadi Carnot wurde gestern in Lyon von einem ruchlosen Buben bei seiner Fahrt nach dem Theater erdolcht. Namentlich wir Juden nehmen den innigsten Antheil an dem Geschicke eines Mannes, besten großes Herz ähnlich wie bei dem ersten unserer Stammväter dim eins sonnenstrahlend, Güte und Milde spendend, alle Bewohner des heiteren Galliens erwärmte. Bon seinen guten und liberalen Gesinnungen zeugen seine Antworten, welche er noch am selben Vormittag bei Gelegenheit der Empfangsfeierlichkeiten den verschiedenen Deputationen ertheilte. Als der Oberrabbiner von Lyon daran erinnerte, wie vor einem halben Jahrhundert Carnots Vater für die Freiheit der Juden eingetreten war, erwiederte der Präsident, die Erinnerung berühre ihn sehr, er sei wie sein Vater durchaus freisinnig und unparteiisch. — Nun ist er dahin, der edle Menschenfreund, möge er im Verein mit den übrigen Gerechten der Nationen der ewigen Seligkeit theilhaftig werden. Hamburg, D. Beim diesmaligen Vorlesen der Schlußverse dieser kiyd fiel mir unwillkürlich die Parallelstelle Deut. 25, 9 v:s3 npn ein, die ja schon oft Gelegenheit zu falscher Deutung gegeben hat. Die Weisen der Tradition und die jüdischen Grammatiker erklären es. „sie soll vor ihm ausspeien", während Andersgläubige und auch einzelne iwy ’*ns »330 es übersetzen „ins Angesicht speien", sich stützend auf das Analogon 1.1133 31.1 pi' '31. Wir könnten nach dem Grundsätze der Weisen über die Ausübung der Gebote der min, daß dabei stattfindet (3^ miD) ay: »311 "311 dieses widerlegen, da nie etwas geboten wird, was dem Betreffenden gradezu Ekel erregen müßte. Da dies aber unseren Gegnern keinesfalls genügen würde, so wollen wir ihnen sprachlich entgegen treten. Zwei sehr nahe verwandte Stämme finden wir für „ausspeien" pY, von dem sich nur zwei Stellen finden, in Num. und Deut, und ppi, wovon im Lev. ein Mal das Zeitwort vorkommt pi’ '31, und das davon abgeleitete Hauptwort p ein Mal in Jes. und zwei Mal in 31«. ppi ist das eigentliche, einfache Ausspeien, daher auch im Lev. wenn zufällig der 31 Speichel auswirft, und dieser trifft einen Reinen; pi' bedeutet hauptsächlich den Begriff der Verachtung beim Ausspeien, daher der nti es auch in Num. übersetzt .13 pp'v, „wenn ihr Vater sie ausgescholten hätte" d. h. wir brauchen hier das Ausspeien nicht wörtlich zu nehmen, sondern wenn er ihr nur seine höchste Verachtung bezeugt hätte. Es mag vielleicht mit KC „gelb" zusammen hängen, d. h. das Angesicht dessen, vor dem es geschieht, gelb und blaß werden lasten, wie auch der stehende Ausdruck für „sich schämen" bei unseren Weisen tob ipmn ist. Bei der Stelle vasa npm muß es aber wörtlich heißen „ausspeien," da es hier eine vom Gesetz vorgeschriebeue Handlung betrifft, die die Verachtung bezeugen soll, (stehe idd “jij’nn zur Stelle), daher es auch Di^pIitt hier mit puni wiedergiebt. Der ppi hängt zusammen mit pn leer, sich einer Sache entleeren, bedeutet also nur Ausspeien ohne jeglichen Nebenbegriff. Daher finden wir in rutera und nidu immer das Zeitwort ppi angewendet. Wir führen nur einige Stellen an. Yp niv3' in der rwa und in der dazu gehörigen ttivI die Ausdrücke nW?r (Obgleich doch hier bei ns^n selbst gewiß der Schrift-Ausdruck npY am Platz gewesen wäre). 'S p'3 heißt es: ppi 'p'i 13 yvmi, 0 i"y 'dd findet sich 1331 pnt? pi. Endlich in der letzten iupd von ni3i3 ‘dd finden wir das Hauptwort np'pi; an keiner Stelle aber finden wir ein Hauptwort np’Y, von pr gebildet, weil eben dies nur das Ausspeien mit dem Begriff der Verachtung gepart bedeutet. Sollte es also hier das wirkliche ins Gesicht speien bedeuten, so müßte dies wie 311 pi' '3i von ppi gebildet werden, und es müßte stehen nppn oder nach der D'Visn Form niS) (wie n?^). Da aber das Gesetz den Stamm pi» gewählt hat, so wird uns gelehrt, daß allerdings ausgespteen wird, aber nur um die Verachtung zu bezeigen, und da genügt es ja vollständig, wenn sie vor ihm ausspeit. Jetzt bleibt noch die Schwierigkeit mit dem '3 von i'3v3 zu lösen, da man meint, es müßte ja heißen. Und da behaupten wir, daß d’Jd mit '3 und mit 'b gleich sind, beides bedeutet vor, nur mit dem Unterschiede, den wir oft zwischen beiden Buchstaben, als Präpositionen, finden, daß das '3 im feindlichen, das ’b aber im freundlichen Sinn gebraucht wird. So z. B. der Stamm mit ‘h für Jemanden eifern, mit '3 gegen, mit '3 gegen jemanden kämpfen, mit 'b für. Von diesem finden wir sogar beides hinter einander. □’i«D3 di^ DN^I. So bedeutet v:ö '.I E Gnade, N\in t£'»N3 ’js rin;ntt nxi Strafe. Wir haben nun in der Concordanz nachqeschlagen, und gefunden, daß dob mit seinen (Suffixen und Vorgesetztem '3

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