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Der Israelit · 1894-06-28 · Heft 51 (28.6.1894) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 51 (28.6.1894)
Date
1894-06-28
Page
– (sequence 4)
Language
German
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«MMIWWffWMVMM'-'!, - •-!' , l«"' MMWMWM 934 jetzt ab nur koscher zu essen. — Er hat ihn auch volle 24 Stunden gehalten, aber länger nicht. Und solche Menschen haben die Anmaßung sich darüber zu wundern, daß man nicht gern an einem Tisch mit ihnen fitzt! Wer unbehelligt seine Paar Ferienretsen in der Sommerfrische verleben will, der soll sie koscher verleben. Wer das nicht will, wem das koschere Essen nicht schmackhaft und die Gesellschaft feiner Glaubensgenossen nicht fein genug ist, der soll sich moralisch und thatsächlich aus den christlichen Speisesälen hinauswerfen lassen, aber er klage nicht über Zurücksetzung und Antisemitismus. Ta l’a voulu George Dandin! Also, glückliche Reise d. h. koschere Reise! roj/ö *P“6 D«T1 "^PP pT» Geht dieser Vorsatz zur Pflichttreue voran, dann mag man auf den Weg seine Schritte setzen! (Psalm 85. 14.) „Glücklich sind Diejenigen, die ihre Frömmigkeit auf der Reise bewähren!" .',i mma oo^nn pn ’D’on nvt* Zeitungsnachrichten und Correspondenzen Deutschland. R. Worms. Wenn man auch in früherer Zeit schon die Einsicht gewonnen hatte, daß vereinzelte Kräfte nichts Großes zu leisten im Stande waren, so ist man doch besonders in der Gegenwart darüber im Klaren, daß nur ein einmüthtges und energisches Zusammenwirken vieler Kräfte etwas Großes auszuführen vermögen. Diese Wahrheit ließe sich auf vielen Gebieten mit Beispielen belegen. Doch wir wollen von den vielen nur eines herausgreifen. Es ist leider nur zu bekannt, wie traurig die materiellen Verhältnisse der Lehrer sind und wie dieselben sich noch trauriger gestalten, wenn der Familie das Haupt genommen wird. Gar zu düstere Bilder entrollen sich da vor unseren Augen, wer vermag das Elend und den Jammer der Hinterbliebenen zu beschreiben! Es war deshalb ein großes Verdienst des Lehrers Klingenstein, daß er die A ch a w a gegründet und seine Schöpfung so treulich und gewissenhaft gepflegt hat. Und wie er, so hat der erst kürzlich verstorbene langjährige Präsident der Achawa, Herr Adolf Teblee sei. Andenkens, seine ganze Kraft dem Vereine gewidmet. So ist dieser Verein in dem „braven und guten Frankfurt" so großartig gediehen, daß er über ein bedeutendes Kapital verfügt und Tausende jährlich an Wittwen, Waise und kranke Lehrer vertheilt. (Das Vereinsvermögen beträgt ca. Mk. 200,000, vertheilt wurden 1893 Mk. 15000; 346 active Vereinsmitglteder zahlen Mk. 2100; 941 Ehrenmitglieder Mk. 5800; Geschenke Mk. 6700.) Nun sollte man allerdings erwarten, daß auch alle jüdischen Lehrer dem Vereine beitreten und ihre Kräfte in den Dienst der „Achawa" stellten. Dies ist aber leider noch lange nicht der Fall. Im Gegenthetl, anstatt den Verein zu stützen, sucht man allerorten Provtnzialvereine zu gründen, die nicht leben und sterben können und entzieht dadurch diesem Hauptvereine so viele Nahrung. Es ist daher unser herzlichster Wunsch, daß wie von dem Lehrervereine zu Hannover der Antrag ausging, alle jüdischen Vereine zu centralistren, dieser Centralverein endlich den Impuls geben möchte, daß man auch hier centralisire, so daß alle Provinzialunterstützungsvereine, die kleineren wenigstens, aufgingen in den eine großen, der da bekannt ist unter dem Namen: Achawa. Berlin, 21. Juni. Bei ihren Judenschnüffeleien wird die „Staatsbürger-Zeitung" in einer geradezu Mitleid erregenden Weise vom Unglück verfolgt. Nachdem sie sich erst vor wenigen Tagen zur Abgabe einer im demüthigsten Tone gehaltenen Erklärung genöthtgt gesehen hatte, daß sie aus eigener Machtvollkommenheit einen christlichen Kaufmann zu einem Juden gestempelt und ihm dann zu Unrecht allerlei schlimme Dinge nachgesagt, muß sie nun neuerdings erklären, daß sie auch den Inhaber der Firma C. Wachsmann u. Co., Herrn C. Neugebauer, und ferner einen Buchhalter dieser Firma, denen sie sehr peinliche Dinge nachgesagt, fälschlich als Jude bezeichnet hat. Beide seien Christen. Dieses wiederholte Malheur wird die Staatsbürger-Zeitung aber wohl nicht hindern, bei ihren Hetzgeschäften auch fernerhin mit der bei ihr gewohnten Leichtfertigkeit und Frivolität zu verfahren. Wenkheim in Baden. Der schöne Spruch dtik bewährt sich nicht nur im Leben, sondern auch nach dem Tode, und je mehr sich der Einzelne dem Ganzen angeschlossen, je mehr er im Leben dem Namen ^p'Ehre gemacht, desto mehr wird das Scheiden desselben von der Gesammtheit empfunden. Heißt es doch auch bet dem Tode der Söhne Arons nfi-wn m »a» rva Dadurch gelangt auch die Zusammengehörigkeit zum Bewußtsein, die Wahrheit und Tugend zur Anerkennung. Von dieser Seite aus betrachtet, dürfte es auch wohl berechtigt sein, von dem Hinscheiden eines Frommen öffentlich Kenntniß zu geben resp. ihm ein ehrendes Denkmal damit zu setzen. Gewiß wird hiezu der „Israelit" gern den Raum gewähren, um so mehr, als derjenige, dem diese Gedächtnißworte gelten, ein treuer Verehrer desselben war. Gestatten Sie daher, geehrter Herr Redacteur, in Ihrem gesch. Bl. eines Mannes zu gedenken, der

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