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Der Israelit · 1894-06-21 · Heft 49 (21.6.1894) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 49 (21.6.1894)
Date
1894-06-21
Page
– (sequence 4)
Language
German
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1 mm; 894 ganzen Nation die Anerkennung aus: Gott ist der Eigentümer des Bodens, der uns trägt, vor ihm hat aller Stolz des Besitzes zurückzutreten. Die Früchte, die dieser GotteSboden reifen laßt, gehören dir, dem Grund- und Bodenbesitzer nicht mehr als -,-iay^ *py n’un “prin^n ^noN*?! als dem Arbeiter, die Gleichheit erstreckt sich selbst rmto -jnörob p»a auf das Thier des Feldes. — Wo Gott diese Huldigung versagt wird, welche das Preisgeben der tvy'iv nrpD bedeutet, da hat die Besitzvergötterung sich bereits geltend gemacht, welche in jedem Menschen statt einen Bruder zu lieben, einen Rivalen und Concurrenten zu Haffen lehrt. Da hat das Recht, daS göttliche Recht auf Erden seine rückhaltlose Vertretung nicht mehr. Wenn die rinionn nirvo, wenn das worüber die Thora den Tod ausspricht, von uns nicht mehr als todeswürdig anerkannt wird, so war die Versagung der im Schewijit gereiften Früchte, der erste Schritt, dazu. Dann lehrt die P st die Gleichheit aller, gegen deren Anerkennung sich die Menschen sträubten und es vollzieht sich das Wort: noDj miro nmoN.i mrvD ^y o^y^ «a -0*7 . rrjraff nn’D tyi yn rva^ (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Correfpondenzeu. Deutschland. Mainz. 18. Juni. Heute erschien auf dem Bureau unserer Redaktion ein in hiesiger Gegend amtirender Schochet, der uns einen neuen vom ihm erfundenen Niederlegungsapparat demonstrirte. Obgleich seit Aufrollung der Schächtfrage derartige Apparate allenthalben wie Pilze aus der Erde schießen, so darf man dennoch jeden erneuten Versuch auf diesem Gebiete nicht ohne Beachtung taffen, denn durch den erhöhten Wettbewerb auf diesem Gebiete wird es mit Gottes Hilfe gelingen, eine in jeder Beziehung vollkommene Construction herzustellen, sodaß den Schächtgegnern schließlich jede Handhabung zur Bekämpfung der Schechita genommen sein wird. Der oben erwähnte Apparat besteht aus 5 einzelnen Theilen; und zwar aus: 1) Einer festen in die Wand des Schlachthauses befestigten Walze (Winde), um das Thier ganz langsam und sanft niederzulegen. 2) Aus zwei großen und einer kleinen Rolle, die oben an die Decke befestigt werden. Die kleine Rolle hat den Zweck gleichzeitig die Füße zu binden und zu legen, am Ende der Rollen, und zwar am Ende der durch die Rollen führenden starken Scile, hier sind zwei lange Ledergurte angebracht, mit welchen das Thier um den vordern und hintern Theil des Körpers gebunden wird. 3) Aus zwei kleinen Lederriemen, mit daran befestigten Ringen, um die Füße zusammenzuziehen. 4) Aus einer kleinen Leine, welches durch eine kleine an der Hauptwalze befestigten Winde (Rolle) die Füße gleichzeitig bindet und das Thier mit niederlegen hilft. 5) Aus mehreren am Boden des Schlachthauses befestigten durch Ringe verbundene Gurte mit Schnallen, durch welche der Kopf unbeweglich auf dem Boden festgehalten wird, so daß Niemand den Kopf zu halten hat. Dies eine kurze Beschreibung des Apparates, der auch noch den Vorzug der geringen Anschaffungskosten besitzen soll. Die Adresse des Erfinders kann durch uns erfahren werden. Berlin, 16. Juni. Die „Staatsbürger-Z tg." veröffentlicht folgende ihr zugegangene Mttthetlung: „Dem sozialdemokratischen Zentralorgan „Vorwärts" fliegen mitunter geheime Aktenstücke auf den Redaktionstisch, die er dann mit Behagen veröffentlicht. Nicht immer braucht ja aber ein für ihn günstiger Wind zu wehen. Der Wind dreht sich bekanntlich häufig; und so hat er auch einmal eine Richtung genommen, die es ermöglichte, daß aus dem sozialdemokratischen Lager ein Blättchen zu unS herübergeweht wurde, — übrigens nicht zum ersten Male — und da der Inhalt allerdings ein hochinteresianter und wichtiger ist, so wollen wir nicht verfehlen, davon Mittheilung zu machen. ES handelt sich nämlich um eine geheime Sitzung der in Berlin anwesenden sozialdemokratischen Abgeordneten, zu der auch Vertrauensmänner aus der Stadt mittels eingeschriebener Briefe eingeladen waren. Diese Sitzung fand am Mittwoch Abend 9 Uhr im Bureau des Parteivorstandes in der Katzbachstraße unter dem Vorsitz des Abg. Auer statt und hatte nach dem uns zugegangenen Bericht folgenden Verlauf: Der Abg. Bebel führte als erster Redner etwa Folgendes aus: Die Agitation der Antisemiten im ganzen Reiche und besonders in Berlin habe einen Umfang angenommen, der eine direkte Gefahr für die Weiterentwicklung der sozialdemokratischen Partei bedeute. Aus diesem Grunde sei eS nothwendtg geworden, sich endlich einmal darüber klar zu werden, welche Schritte zu thun seien, um dieser Gefahr erfolgreich entgegentreten zu können. Die bisherige Kampfesweise gegen die antisemitische Bewegung habe das gerade Gegentheil von dem bewirkt, was sie bezwecken sollte. Die ungeheuren Fortschritte der Antisemiten, besonders in Sachsen, bewiesen dies. Am 15. Juni v. I. habe man in den weitesten Parteikreisen erwartet, daß die Zahl der Abgeordneten zum Reichstage auf mindestens 80 bis 90 steigen würde; man habe stch aber getäuscht. Für ihn (Bebel) unterliege es keinem Zweifel, daß der Grund dieser geringen Erfolge größtentheilS darin zu suchen sei, daß ein großer Theil der sozialdemokratischen Wähler zu den Antisemiten übergegangen sei. Und welches ist der Grund dieser Massenflucht, meine Herren? Ich will eS Ihnen sagen. Die Wähler werden mißtrauisch; die fortwährenden Hinweise der antisemitischen Presse auf den jüdischen Einfluß in unserer Partei bestimmten die weniger prinzipienfesten Genossen, stch ein wenig umzuschauen, und was sehen sie da? Daß die in der Gesammtpartei prozentual doch sehr gering vertretenen jüdischen Genossen gleichwohl unter den Führern und sonstigen im Vordergrund der Bewegung stehenden Genossen in unverhältnißmäßig starker Zahl vertreten sind. (Widerspruch.) Ja wohl, eS ist doch so, täuschen wir unS doch nicht darüber hinweg! Um also diese wankelmüthigen Elemente, und

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