Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 45-46 (7.6.1894)
- Date
- 1894-06-07
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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826 5 au8 dem Vorjahre gezählt werden müssen. Neun Männer und fünf Frauen haben die Taufe empfangen. Das Alter der Täuflinge schwankt zwischen 15 und 50 Jahren. Auch der Antisemitismus hat zu den Beweggründen der Taufe sein Kontingent gestellt. So hob Pastor Bieling hervor, daß oft „tin achtlos hingeworfenes Wort eines Lehrers oder eines Mitschülers hierzu Veranlassung gegeben habe." Der Seelensang wurde im Osten Europas, zumeist in Galizien und der Moldau, durch die Mifstonsgehilfen Gottlteb (Jassy) und Löwen (Lemberg) betrieben. Würzburg, 3. Juni. Hoch schlägt des Bayern Herz bet dem Gedanken an sein Herrscherhaus, stolz nennt er sich Bayer, mit Stolz weiß er sich sicher und sühlt er sich wohl unter dem weisen und gerechten Scepter der Wittelsbacher. Ja, diese Wittelsbacher, sie fühlen sich stets eins mit ihrem Volke, kennen kein anderes Streben, als ihr Volk zu beglücken. Kein Wunder, wenn das glückliche Bewußtsein dessen bei jeder sich bietenden Gelegenheit begeisterten Ausdruck findet und das Volk mit aufrichtiger Liebe und Hingebung seinem Fürsten zujubelt. Eine solche Gelegenheit bereitet sich gegenwärtig unserer Stadt und mit ihr dem ganzen Kreise. Wir feiern Jubeltage schönster Art; denn unser allgeliebter Landesfürst, Sr. Kgl. Hoheit, Prinz Luitpold weilt in unserer Mitte. Die feierliche Enthüllung eines Monumentalbrunnens, der von dem ganzen Kreise zur Erinnerung an den 70. Geburtstag des Prinzregenten an dessen Geburtsstätte vor dem hiesigen Schlosse errichtet worden, gab Anlaß, der Stadt und dem Kreise einen Besuch zu machen und mehrere Tage unter seinen treuen Franken zu verweilen. Und mit welcher Liebenswürdigkeit zeigt sich der kgl. Greis allenthalben dem dankbaren Volke und nimmt dessen Ovationen entgegen! Jedem wird Gelegenheit geboten, sich von der Liebe seines Fürsten zu überzeugen, in ihm einen Vater zu erblicken, der alle seine Kinder mit gleicher Liebe und Fürsorge umspannt. So sind ihm alle Stände, alle Consessionen gleich, allen ist er ein freundlicher, liebender Regent. Hatte sich doch auch unser verehrter Herr Rabbiner Bamberger gleicher Auszeichnung bei allen Feier- und Festlichkeiten zu erfreuen und war er sowohl zum Empfange, zur Enthüllungsfeier als auch zur Hoftafel geladen; bei allen diese Gelegenheiten hatte Se. kgl. Hoheit freundliche Worte für ihn, sich über dessen Gemeinde- und Familienverhältnisse erkundigend. Gleiche Aufmerksamkeit wurde Herrn Rabbiner auch von den hohen und höchsten Beamten zutheil. Daß derselbe an der Hoftafel nur streng Erlaubtes genoß, hatte nicht nur keinen üblen Eindruck gemacht, sondern gewiß nur Achtung hervorgerufen. So haben wir alle Ursache an der öffentlichen Freude den innigsten Antheil zu nehmen und einzustimmen in den tausendfachen Ruf: Heil unserm Prinzregenten, Heil unserm Herrscherhause! Hamburg, nna n"*i. Eine erhebende Feier war es, von der wir soeben zurückkehren, die altehrwürdige Nachbar-Gemeinde Altona hat ihrem neuerwählten Oberrabbiner Herrn Dr. M. Lern er Ehrwürden, mit dessen Amtseinführung einen in allen seinen Theilen gelungenen festlichen Empfang bereitet. Wenngleich programmmäßig der Beginn der Feierlichkeiten auf 6 Uhr Nachmittags bestimmt worden war, so sah man doch schon fast eine Stunde vorher eine große Anzahl festlich geschmückter Herren von hier nach Altona wandern, woselbst in den, der großen Synagoge zunächst gelegenen Straßen die Gemeindemitglteder der Eröffnung der Synagoge harrten, welche präzis 5x/2 Uhr erfolgte. Diese, aufs prächtigste neudekorirt, mit lebendem Pflanzenarrangement u. Drapierungen überaus geschmackvoll ausgestattet, bot mit der vor Kurzem installirten elektrischen Beleuchtung dem Eintretenden einen überraschend feierlichen Eindruck. Etwa zwölf jüngere Gemeindemitglieder hatten es übernommen den geladenen Gästen sowohl, sowie dem Publikum die durch nummerirte Karten bestimmten Plätze anzuweisen und dieses ging so geschickt von statten, daß in kaum 20 Minuten der große Raum, sowie die Frauengallerie bis auf das letzte Plätzchen, ohne irgend welche Störung, gefüllt war. Als Ehrengäste, für die der Raum zwischen «nipn und riv'I reservirt worden war, erschienen die städtischen Behörden, zwei Geistliche im Ornat sowie der Schulrath. Der hiesige Oberrabb. und einige Mitglieder des hies. Gemeindevorstandes, der Wandsbecker Rabb. und Präses bemerkte man ebenfalls aufden Ehrenplätzen. Als nun der Gesammtvorstand mit dem Herrn Oberrabb.an der SpktzedteSynagoge betrat, intonirte der Chor unt. Musikbegleitung'^ hierauf 'Ui *pn na’on "irrm. Inzwischen hatte man den 21 an seinen Platz geleitet, und nun hielt der Gemeindepräses Herr Juftizrath Hrymann dem Programm gemäß die Ansprache an seine Ehrwürden. Der Redner hieß den Herrn Oberrabbiner namens des Vorstandes und der gesammten Gemeinde herzlich willkommen und erinnerte zunächst daran, daß die Gemeinde ein langes Interregnum zu erdulden hatte, da sich ja bekanntermaßen bei der wiederholten Rabbinerwahl Schwierigkeiten gezeigt, die man weder erwarten noch voraussetzen konnte, er sei aber. überzeugt, daß die nunmehr gelungene Wahl der Gemeinde zum Segen gereichen werde, gehe doch dem Oberrabbiner ein bedeutender Ruf voran und habe seine rednerische Leistung bei der Wahlpredigt die Gemeinde so befriedigt, daß die Gemeinde mit Freuden sich seiner Wahl zugewendet habe. Wie nun Sr. Ehrwürden am heutigen Tage das Gelöbniß der Treue dem Landesvater in den Gesetzen zu Händen des anwesenden Herrn Oberbürgermeisters