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Der Israelit · 1894-06-07 · Heft 45-46 (7.6.1894) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 45-46 (7.6.1894)
Date
1894-06-07
Page
– (sequence 3)
Language
German
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>W.i«^!l» j.;j*^w 825 sondern es war Gottes Wort, das durch Moschehs Vermittelung an Israel gelangte. Dieses vorausgesetzt, erscheinen die das Offenbarungswunder am Sinai einleitenden Sätze ntpoi 'di Vnib'1 >js Vn lsnn HD ’)3) x^F5'1 wi nVy in einem anderen Lichte. Nach der gewöhnlichen Auffassung scheint die hier eingehaltenen Reihenfolge schwierig. Wenn Moscheh zu Gott bereits emporgestiegen war, was sollte dann noch der Gottesruf? Wir hätten diesen Ruf zuerst erwarten sollen: Gott rief Moscheh und Moscheh stieg auf diesen Ruf hin empor zu Gott, — die Worte «n Vn nVy wdi scheinen aber nicht das Ersteigen des Sinai, sondern die hohe, sittliche und prophetische Stufe, die Moscheh einnahm, zu bezeichnen und die Worte dürften sagen: Moscheh war so zu göttlicher Höhe emporgestiegen, daß er den Gottesruf so mittheilen konnte, wie er ihm geworden. Er konnte wörtlich sagen: Ihr habt gesehen, was ich in Mizrajtm gethan, wie ich euch auf Adlersflügeln getragen und zu mir gebracht habe, ohne ein *n io« ns voranzuschicken, ohne an dem Wortlaut des Gotteswortes etwas zu ändern, und ohne fürchten zu müssen, mißverstanden zu werden. Dieses ist der Sinn der Erklärung Raschi's: Diese Wort e, sollst Du zu ihnen reden, nicht weniger und nicht mehr. Wir sehen aus dieser vorbereitenden Veranstaltung, mit welchem Ernst Gottes Wort darüber wacht, daß es sogar von denjenigen Zusätzen und. Einschränkungen frei bleibe, die seinen Kern selbst nicht berühren und die sonst im Verkehr unerläßlich sind. — Deshalb führt Gottes Thora die Bezeichnung rwa min die Thora Moscheh's, ohne ein Mißverständniß fürchten zu müssen. Welche Vermessenheit bedeutet es nach alledem an das, alle Zeit und Ewigkeit überragende Gotteswort der Thora, die sogenannten und selbst die wirklichen Forderungen unserer Zeit als Maßstab anzulegen! Auch in diesem Sinne bleibt das Wort der Weisen wahr: tdd m m mim Dmy ysipn Vs minn n« „Wer die Strömungen der Zeiten der Thora gegenüber als das Bestimmte und Bestimmende gelten läßt, der hebt die Thora auf!" Wenn daher wieder das Gedächtniß des Tages naht, an welchem Gott uns erwählte von allen Völkern und uns seine Thora gab, so wollen wir jetzt wie einst, es uns geloben, keiner Zeit und keiner Schicksalslage einen lähmenden Einfluß auf unsere Gesetzestreue zu gestatten. Die nsns, mit der wir Gott unsere Erwählung durch Offenbarung der Thora danken, enthält einen sehr beachtenswerthen Wechsel der Zeitformen. Während wir zuerst preisen, der uns die mm gegeben hat, feiert ihn der Schluß der nsns als denjenigen, der die mm giebt. ^7>sv us "ins nrx csViyn -jVd 'n **i nnt>t im .mmn inu 'n nnt< ins lmin n« uV jnsi ömyn Dieser Wechsel dürfte besagen: Wohl hat Gott seine Thora Israel bereits übergeben und dieser Akt der Offenbarung der Thora ist abgeschlossen. Aber jeder, der nur an diese Offenbarung herantritt, um sich dieselbe anzueignen, zu dem spricht Gott noch jetzt durch seine Thora, dem giebt Gott noch jetzt seine Thora. Es sind eben mn D*»n o’pVn lebendige Gottesworte, die der Allmächtige in seiner Thora niedergelegt hat, es ist das «Vi Vrw Vip, der große, nimmer verhallende Ruf, der noch heute zu jedem spricht, der ihm das Ohr öffnet. Darin liegt das Verklärende, Adelnde, Geist und Herz Erleuchtende Veredelnde des Thorastudiums, weil es uns immer in Contact mit Gott der Quelle alles Lebens setzt. Offenbart sich aber Gott durch seine Thora noch heute jedem, der sie lernen und sich dieselbe aneignen möchte, ist Gott Tag und Nacht, früh und spät jedem nahe, der seiner Thora nahe ist, dann erscheint «min po di», im Dienste der Thoraoffenbarung Gott mehr denn je, als mmn pu, als derjenige, der uns seine Thora aufs neue giebt, und sie uns so oft und so lange reicht, bis wir sie unverlierbar für alle Zeit und Ewigkeit uns aneignen! — Dann wollen wir wie einst die Ahnen am Sinai Gott und seiner Thora den Eid der Treue leisten und durch unser Leben und Wirken, durch unser Thun und Lassen aufs neue den alten Baterschwur besiegeln: .yotwi ntyyj *n nsn im Vs Zeitungsnachrichten und Correspondeuzeu. Deutschland. Berlin, 25. Mai. Die Gesellschaft zur Beförderung des Christenthums unter den Juden hielt gestern Nachmittag in der Dreifaltigkeitsktrche ihre Jahresversammlung ab. Misstonsprediger Bieling erstattete den Bericht über das verflossene Jahr. Er konnte sich nicht enthalten, zu bemerken, daß die Judenmission zu den Arbeiten gehöre, die von den Feinden am meisten geschmäht, von den Freunden aber oft verkannt werden. Im verflossenen Jahre haben sich 28 Juden zur Taufe gemeldet, bei den meisten waren die Gründe äußerlicher Natur. Eine ganze Reihe mußte auch daher von vornherein abgewtesen werden, da ihre Beweggründe zum Uebertritt gar zu durchsichtig waren: so wollten zwei Männer gegen Entgelt Christen werden. Andere suchten mit dem „neuen Glauben" eine gesicherte Existenz. Von diesen traten jedoch freiwillig wieder eine Reihe zurück, die den Bruch mit den Verwandten fürchteten. Im Unterrichte jedoch sind dennoch 14 Ueberläufer geblieben, zu welchen

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