Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 43 (31.5.1894)
- Date
- 1894-05-31
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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i ■iMjgutu m <ME«NWWff«yMM'lu ^>»^iWMMMWWWW N WSW 798 wird. Nunmehr wird das Kopfseil losgelaffen, ebenso der Fußfesselung, die Etsenstäbe fallen durch ihre eigene Schwerkraft zurück auf den Boden, so daß das nunmehr bewußtlose Thier von selbst zu Boden fällt; die ganze Prozedur wird vielleicht in zwei Minuten ausgeführt. Ein angefertigtes Holzmodell funktionirt vorzüglich und hat bet den hiesigen Sachverständigen sowie diese ganze Schlachtmethode auch bet namhaften Rabbinern große Anerkennung gefunden. Wie die Erfinder Herren M Pulvermann, Kultusbeamter und Davy Basch, 8tuä. tscbn., weiter berichten, sollen in Waldenburg demnächst praktische Proben angestellt werden. Der Apparat kann auch so hergcftellt werden, daß er überhaupt fahrbar gemacht wird, und in diesem Falle hat er eine Höhe von ca. 30 Centimeter, und durch ein* kurzes Trittbrett wird das Rind leicht hinaufgeführt. Vielleicht würde dieser Apparat mit einer kleinen Abänderung sich auch für das Schlachten durch Kopfschlag eignen, damit solche Vorkommnisse, wie vorige Woche in Thorn, nicht Vorkommen, denn wenn alle vier Füße zu gleicher Zeit so fest fixirt werden, ist die Kraft des ganzen Körpers fast gebrochen." So plausibel sich dieser neue Vorschlag auch auf dem Papiere ausnimmt, so dringend geboten erscheint es das Resultat der angekündtgten Probeschlachtungen einmal abzuwarten und überhaupt jedes Experimentiren auf diesem Gebiet mit großer Vorsicht vorzunehmen. Unsere Gegner könnten sonst gerade aus unserer Bereitwilligkeit zu jeder wirklichen Verbcsserung die Hand zu bieten, Kapital für ihre Agitation schlagen und darin einen neuen Vorwand für ihre erlogene Behauptungen finden, daß wir Juden selbst unsere Schlachtmethode in ihrer gegenwärtigen Form für verbesserungsbedürftig hielten. Schildberg, 24. Mai. Vorige Woche verstarb nach kurzem Leiden Herr Louis Schwarz dahier im 52. Lebensjahre. Derselbe war ein aufrichtiger mir und ein pan Tpio, langjähriger Repräsentant der hiesigen Synagogengemeinde und Rendant der nttmp man und D”jv wn man und hat es sich stets angelegen sein lassen nvn und n,rra zu üben. Am Grabe sprach unser Rabbiner Herr Dr. Bamberger; die geistvollen Ausführungen des Redners sprachen zum Herzen und erfreuten sich ungetheilten Beifalls. — Vorige Woche traf auch die Bestätigung der Wahl unseres Herrn Rabbiners von der Königlichen Regierung ein. Die Gemeinde ist glücklich einen solchen an gefunden zu haben, der den Blick auf seine Abstammung lenkt und seinen berühmten Großvater, den Würzburger an und seinen nicht minder berühmten Vater den Aschaffenburger an sich als Muster und Vorbild nimmt. Der Vorstand geht mit dem Gedanken, Herrn Dr. Bamberger, wenn er seine Zustimmung ertheilt, lebenslänglich anzustellen. Unsere Schule, unsere Kanzel, sowie alle religiösen Institutionen sind bei ihm in den besten Händen, über seine Leistungen herrscht nur eine Stimme des Lobes. Durch Anschaffung von Klebemarken half er der noa nn'ay Vyn p ab. und führte die Dmyff nach mntp und anyo^ nroo p wieder ein, wobei wir Gelegenheit haben zu b.obachten daß unser Rabb. durch nw'nn sowie auch gleichzeitig durch nitpa sich auszeichnet. Möge er uns lange erhalten bleiben! M. F. -£» Vermischtes. < Bremen, 9. Mai. Der verantwortiche Redacteur des hier erscheinenden antisemitischen Blattes „der Unabhängige", Krollmann, wurde, wie Ihnen s. Z. berichtet, am 22. Januar vom hiesigen Landgericht wegen Beleidigung des Kaufmanns Steinfeld in Rinteln zu 100 Mk. Geldstrafe verurtheilt. Gegen dieses Urtheil hatte der Beklagte das Rechtsmittel der Revision ergriffen. Das Reichsgericht hat aber die Revision verworfen und dem Krollmann die Kosten des Rechtsmittels auferlegt. Feuilleton. Eine jüdische Mutter. Bon Vernarb Auerbach. (4. Fortsetzung.) Der Wald ward erreicht und an dem kleinen aufwärts steigenden Saume setzten sich Joel, Esther und die Kinder nieder. Die kleine Babi war am Halse des Mannes eingeschlafen und vorsichtig löste er das Kind los, um es der Mutter zu übergeben, die es auf ihren Schoß legte und des Kindes Haupt vor dem kühlen Winde mit einem Tuche bedeckte. „Wo Minna und Wolf bleiben mögen," murmelte Esther leise, „wir haben doch einen ziemlichen Umweg genommen und ich dachte sogar, sie hier schon anzutreffen." „Kinder bleiben Kinder," meinte vertröstend Lemberger, „vielleicht haben sie auf dem Wege ihre Jugendgespielen angetroffen, du darfst nicht schon am Beginne deiner Reise so ängstlich werden." Joel ertheilte Esther wieder Rathschläge, er erzählte ihr von dem Verkehr und der Handelsthätigkeit in Hamburg, welche Stadt er als Jüngling durchzogen hatte. Offenbar wollte er die Beu