Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 43 (31.5.1894)
- Date
- 1894-05-31
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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796 ZeitirrrgSrrachrichterr und Correfpoudeuzeu Deutschland. Mainz, 29. Mai. Dieser Tage kam uns der Rechenschaftsbericht des „Centralcomitcs der vereinigten Aschk. Gemeinden »Won rva in Jerusalem von v^dd n"-i 5653 bis Ende pten 5654 zu. Den vergangenen Winter wurden in verschiedenen Zeitungen gegen die Chaluka überhaupt, wie auch über die Verwaltung obengenannter Vereinigung Beschuldigungen laut, die, wie unseren geehrten Lesern noch erinnerlich, in unserem Blatte aufs klarste widerlegt wurden. Trotzdem haben wir Anlaß genommen, den diesmaligen Rechenschaftsbericht aufs genaueste zu prüfen. Im Laufe des Jahres kommen uns Hunderte solcher Berichte der verschiedensten Wohlthätigkeitsanstalten aus aller Herren Länder zu; sie alle haben mit wenigen Ausnahmen das gemeinschaftliche, daß die eingcgangenen Gaben und Spenden einzeln mit Nennung der Spender, also die Einnahmen specifictrt aufgeführt sind, während die Ausgaben in einzeln Rubriken zusammengefaßt, ohne Bezeichnung der Empfänger erscheinen. Es ist dies einleuchtend: Die Spender erhalten auf diesem Wege von der Verwaltung eine Quittung über ihre Gaben und die Veröffentlichung ihrer Namen spornt sie und andere zu weiteren Spenden an. Andererseits werden in den Ausgaben die Namen der Empfänger nicht angegeben, hauptsächlich wohl um sie nicht zu beschämen und dann auch, weil man der Verwaltung das volle Vertrauen entgegenbringt, daß sie die jährlichen Eingänge den Zwecken des Vereins oder der Institution entsprechend in richtiger Weise zur Verwendung bringt. Der Rechenschaftsbericht des „Centralcomites der vereinigten Aschk. Gemeinden 'bbzn -syi rvn in Jerusalem" enthält nicht nur das allen anderen derartigen Berichten Gemeinsame, sondern auch noch das Besondere, daß in den in 2 t Rubriken aufgeführten Ausgaben sämmtliche Namen der Empfänger mit der empfangenen Summe verzeichnet sind. Es hat dies Verfahren durch die in der h. Stadt vorherrschenden Verhältnisse seine volle Berechtigung. Da fast alle jüdischen Einwohner arm sind, kann von einer Beschämung durch eine Veröffentlichung der Namen nicht die Rede sein, und dann wird durch die spec ficirte na mentlich e Rechnungsablegung einer zwischen den einzelnen Gemeinden etwa entstehenden Rivalität von vornherein der Weg versperrt, da der Vertheilungsmodus selbst streng nach der von den großen Rabbtnen damaliger Zeit schon seit Jahrzehnten getroffenen Uebereinkunft stattzufinden hat. Und nun fragen wir jeden Vorurtheilslosen: „Kann bei einer solch ausführlichen Oeffentlichkeit der Gabenvertheilung, wie dies seitens dieses Jerusalemer Centralcomites geschieht, von einer schlechten Verwaltung, von einer Parteilichkeit und wie all die Schlagwörter heißen, die Rede sein, da dop jeder einzelne Schritt der Comitemitglieder von der öffentlichen Meinung controllirt wird?" Wir haben uns heute bei diesem Berichte länger aufgehalten, in der Erwartung, daß nunmehr die von Zeit zu Zeit zu Tage tretenden ungerechtfertigten Beschuldigungen verstummen; dabet haben wir nur die Vorurtheilslosen im Auge; Leute, die in dieser Angelegenheit mit Vorurtheilen herantreten, können wir nie überzeugen. Bezüglich der diesjährigen Ausgaben sei bemerkt, daß vom abgelaufenen Rechnungsjahr noch ein Deficit von 90089 Piastern zu decken war, zu denen laufende Ausgaben in der Höhe von 6229925 P. kamen; den Gesammtausgaben von 720014 P. standen 657812 P. Einnahmen gegenüber, so daß sich auch in diesem Jahrein Deficit von 61201 P. ergab. Aas Bayern. Ich habe bereits in Nr. 22 d. Bl. auf die Extra-Vacanzen des Herrn Skutsch in München und besonders auf seine fixe Idee hingewtesen, die sich an dem Worte überall stößt, wo es ihm in den Gebeten, selbst in der heiligen Schrift begegnet. — Die milde Beurtheilung, welche die Redaction den Federfuchsereien des Herrn S. angedeihen ließ, hat denselben wohl ermuthigt mit einem neuen drei volle Druckseiten umfassenden Werk die Welt zu überraschen, welches die Ueberschrift: Drei neue Ehidusche-Thora führt. Die Nasen-Weisheit, welche er in der ersten Nr. zum besten gibt und das Hasen-Panier, welches er in der letzten ergreift, werden jedem halbwegs Kundigen nur ein Lächeln abnöthtgen. Dagegen liegt die Unwahrheit in der Mitte, in welchem er wieder sein altes-Baal-Steckenpferd mit einer Selbstzufriedenheit tummelt, die wirklich beneidenswerth ist. Der Kreuzzug gegen das Wort tya, den Herr S. inscenirt hat, beruht auf der Stelle in Hosea II, 18, wo es heißt: Du wirft mich an jenem Tag mt« und nicht mehr tyn nennen. Wir hatten in Nr. 22 Herrn S. daran erinnert, daß er gottessürchtiger ist als die Propheten Jesaja und Jeremia, welche diesen Ausdrnck wiederholt für Gott gebraucht haben. Herr S. vertheidigt sich gegen diesen Etnwand damit, daß Hosea diese Bezeichnungen Jesajas und Jeremias durch seine Worte in C. II 18 aufgehoben habe, und vergißt die Kleinigkeit, daß Hosea einige hundert Jährchen vor diesen Prophe-