Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 42 (28.5.1894)
- Date
- 1894-05-28
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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■-r^ ■■fj'-,---- ' - 'twssw#■'- - m*•.* -rr^-rc■**%*■'' -w"*? -:■ '’•*'' - - ■ 773 Talmud, gegen welche, wegen ihrer scheinbar ungünstigen Bezugnahme auf die Frau, Einwendungen erhoben werden und bewies die völlige Grundlosigkeit dieses Vorwurfs, besonders wenn die nämlichen Stellen und Aussprüche mit denen der nichtjüdischcn Schreiber ersten und höchsten Ranges, der Vergangenheit sowohl wie der Gegenwart, verglichen werden. — Auf Anregung einiger Zuhörer, von denen der Vortrag mit großem Beifall ausgenommen worden, wird derselbe wahrscheinlich im Druck erscheinen. London, 25. Mai. Anläßlich des Geburtstages derKönigin sind zahlreiche Slandes-Erhöhungen erfolgt. Fünf neue Baronets wurden creirt, darunter unser Glaubensgenosse das Parlamentsmitglied Samuel Montag». pädagogisches. < Eisenach. Am 13. Mai 1894 Nachmittags 1 Uhr fand im Saale des Gewerbeschulhauses dahier, die Konferenz des „Ve re ins isra e l. Lehrer Mitteldeutschlands" statt, zu welcher sich l5 Mitglieder eingefunden hatten. Anwesend waren die Herren: Dr. Salzer- Lengsfeld, Vorsitzender, Heilbrunn-Gehaus, Rechnungsführer, Baumgart-Lengsfeld, Schriftführer, Popper-Mühlhausen, Oppenheim-Barchfeld, Dr. Salzberger-Erfurt, Katz-Ascbenhausen, Goldschmtdt- Vacha, Wertheim - Gera, Rosenstein-Herleshausen, Rothschild-Erfurt, Hoffmann - Themar, Horwitz- Dessau, Dr. Dessauer-Meiningen, Heidungsfeld-Eisenach. Nach einem Begrüßungsgesang des Eisenacher Synagogenchores und einem Willkommengrub des Herrn Deputirten Steinberger, eröffnete der Vorsitzende die Versammlung mit dem Geschäftsberichte und verlas ein Dankschreiben des Schriftstellers B. Hause in Eisenach auf die ihm vom Vereinsvorftande gewidmete Glückwunschadresse zu seinem achzigsten Geburtstage. Nach Vortrag des Kaffaberichts wurde dem Kassirer Herrn Heilbrunn Decharge erthetlt. Hiernach erhielt Herr Dr. Dessauer das Wort zu seinem Referat über ein von ihm ausgearbeitetes Religio ns buch. Nachdem sich Referent über die methodische Anlage Zeines Buches ausführlich verbreitet, theilte er auch einige Proben aus demselben mit. Es besteht aus einer Abteilung für die Unterstufe, und einer für die Oberstufe, diese besonders für die höheren Klassen des Gymnasiums. Es wurde beschlossen das Werk einer Commission bestehend aus den Herren: Dr. Salzberger-Erfurt, Oppenheimer-Bai chfeld, Rothschild Erfurt, zur Prüfung zu überweisen. Der folgende Gegenstand: „Das Bibellesen" (H. Katz-Aschenhausen), war auf Wunsch der Hannoverschen Conferenz auf die Tagesordnung gesetzt worden. Der Referent behandelte in klarer Weise die Fragen: was, wann und wie soll gelesen werden. Die Conferenz beschloß nach längerer Debatte: „Das Bibellesen ist in der jüdischen Religionsschule thunlichst zu pflegen und mit den übrigen Fächern des Religionsunterrichts in Concentration zu bringen. Als sehr geeignet hierzu hält sie das Lesen in der Auerbach'schen (?) Schulbibel, nur wäre es höchst wünschenswert, wenn eine billigere Ausgabe derselben veranstaltet würde. Zur Frage des Deutsch-Israelitischen Lehrer- Bundes nahm Herr Heilbrunn-Gehaus das Wort. Aus zweifachem Grunde trat Referent für Gründung des Bundes ein. Erstens, weil er glaubt, daß nur auf diese Weise die Stellung der nicht definitiv angestellten Religions- und Elementarlehrer eine bessere und sichere werden könne, zweitens aber weil er glaubt, daß auch für die pädagogische Entwickelung des jüd. Religionsunterrichts der Deutsch- Israelitische Lehrer-Bund von der größten Bedeutung werden müßte. Daraufhin wurde beschloffen: „DerVerein Israel. Lehrer Mitteldeutschlands tritt dem Deutsch-Israelitischen Lehrer- Bund bei" und sendet Herrn Heilbrunn und im Verhinderungsfälle Herrn Baumgart als Delegirten zur Constitutionsoersammlung nach Cassel. Auf die Tagesordnung der nächsten Conferenz, die in Erfurt stattfinden soll, werden gesetzt: 1. Probelektion (Popper-Mühlhausen). 2. Jugendgottesdtenst(Dr.Salzberger-Erfurt). 3. Themavondem Deutsch-Israelitischen Lehrer-Bund aufzustellen (Wertheim-Gera). 4. Kritik des Dessauerschen Religionsbuches. Begrübungsdepeschen waren eingegangen vom Herrn Kirchenrath Dr. K r o n e r»Stuttgart, dem Begründer des Vereins und Herrn Lehrer Steinhardt Magdeburg. Mit einem Hoch auf den Landessürsten und den deutschen Kaiser wurde die Versammlung um 51/2 Uhr geschlossen. Baumgart. > vermischtes. «$■ Meiningen, 17. Mai. Bei den letzten Reichstagswählen wurde im 1. Meiniger Wahlkreis die antisemitische Hetze mit dem stärksten Nachdruck betrieben, und in erster Linie stand dabei ein gewisser Gottesleben, Redakteur des antisemitischen „Thüringer Landboten". Auch im benachbarten Eisenacher Wahlkreis hetzte dieser Gottesleben in einer Tonart, wie sie schlimmer und roher nicht möglich ist, fand ober trotzdem die geheime und offene Protektion von Pfarrern und anderen „Honoratioren". Er war seiner Sache so sicher,