Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 40 (21.5.1894)
- Date
- 1894-05-21
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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726 meist christlichen UniversttätSprofefforen (darunter! v. Bott, Hoppe-Seyler, Preyer), 189 von Professoren an tierärztlichen Hochschulen, amtlichen Thierärzten n. s. w. Dieselben bekunden einstimmig, daß die Schächtmethode sowohl in hygienischer wie in humaner Hinstcht sehr empfehlenswerth ist. Ins. besondere wird auf den großen Vortheil htngewiesen, den entblutetes Fleisch betreffs seiner Widerstandsfähigkeit gegen Verderbniß darbietet. Von einer Thierquälerei kann keine Rede sein, da der enorme plötzliche Blutverlust, welchen der sämmtliche Weichtheile des HalscS in einem Zuge durchschneidende Schächtschnitt sofort zur Folge hat, das Thier in wenigen Sekunden bewußtlos macht. Die nach einer solchen Blutenziehung auftretenden Muskelkrämpfe kommen dem Thiere nicht mehr zum Bewußtsein, haben aber den hygienischen Werth, daß sie sämmtliches Blut herauspreffen. Jede andere Schlachtmethode bietet mehr Unsicherheit für das Schlachtthier und weniger hygienische Vortheile für das Publikum. In Folge dessen haben auch eine Reihe christlicher Metzgermetster, welche größere Lieferungen an Behörden, Institute u. s. w. haben, die Schächtmethode eingeführt. Trotzdem ihnen durch den Blutverlust ein ansehnlicher Prozentsatz Fleischgewicht verloren geht, sind sie in Folge der besseren Haltbarkeit des Fleisches mit dem Verfahren sehr zufrieden. Auch die Fleischbeschauer loben dasselbe, weil das gleichmäßige Aussehen entbluteten Fleisches ihnen das Urtheil über die Gesundheit desselben wesentlich erleichtert. Es wird also auch der christliche Arzt gegen die Schächtmethode nichts einzuwenden haben, dieselbe vielmehr nur lobend anerkennen. Köln, im Mai. Im December v. I. hatte der Vorstand der hiesigen Synagogen-Gemeinde einen öffentlichen Wettbewerb zu Erlangung von Entwürfen für den Bau einer zweiten Synagoge nebst Schulräumen u. s. w. am Königsplatz ausgeschrieben. Daraufhin sind am 13. April, dem Termin zur Ablieferung der Pläne deren 15 eingegangen. Das gestern zusammengetretene Preisgericht, bestehend aus den Herrn Geh. Baurath Pflaume und Stadtbaurath Heimann (Köln), Prof. Frentzen (Aachen) sowie den HH. Stadtverordneten Liebmann und Rechtsanwalt Eltzbacher als Vertreter der Synagogen-Gemeinde hat einstimmig den ersten Preis (2700 M.) dem Entwurf der Architekten Schreiterer und Below in Köln, den zweiten (1700 M.) dem Entwurf der Architekten Zaar und Vahl in Berlin, den dritten (1000 M.) dem mit rothkm Stern in schwarzem Kreis bezeichnten Entwurf des Architekten Schreiber in Köln zuerkannt. Fürth, iS, Mai. Alle Freunde und o’TD^n des schwer erkrankten Rabbiners von Höchberg (rbtt ]d “fron) omv nvo werden gebeten täglich einen tijrv für denselben zu lernen und nachher einen ]nn \t zu sagen, damit rr"rn demselben baldigst nmvi von seinem schweren Leiden schicke. Wenn Besserung nr'jn eintritt, so wird es auf diesem Wege wieder mitgetheilt werden. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Wien. Ueber die Stiftung eines Officiers- Jnvalidenheims, welches Baron Nathaniel Rothschild ins Leben zu rufen im Begriffe ist, erfahren wir Nachstehendes: Der Baron hat seinen ganzen Reichenauer Besitz mit allen dazugehörigen Anlagen und Gründen durch rechtsgiltige, kostenfreie Schenkung für den Todesfall diesem humanen Zwecke gewidmet. Invalide Ober-Officiere vom Hauptmann, beziehungsweise Rittmeister abwärts werden aber schon demnächst in dem neu zu schaffenden Heim, dessen Adaptirung auf Kosten des Spenders erfolgt, Aufnahme finden. Eine beträchtliche Summe ist dafür ausgeworfen, daß Gebäulichkeiten und Garten der betreffenden Stiftung für alle Zetten erhalten bleiben Vorläufig hat Baron Nathaniel Rothschild eine Summe von einer halben Million Kronen deponirt, ans deren Zinsenertrag die Aufnahme einer Anzahl von invaliden Officieren bestritten wird. Die ganze Schenkung repräsentirt einen Werth von weit mehr als zwei Millionen. Baden, bet Wien. Der Gemeindeausschuß von Baden hat über Antrag des Gemeindeausschußmitgliedes Director Winkler bei namentlicher Abstimmung mit 18 gegen 7 Stimmen folgende Kundmachung beschlossen: „Der Gemeindeausschuß von Baden spricht seine Mißbilligung darüber aus, daß in einer aus dem Boden dieser Stadt abgehaltenen öffentlichen Wählerversammlung von Seite eines Redners gegen die jüdischen Bewohner und Curgäfte eine Beschimpfung unfläthigster Art erfolgt ist und verwahrt sich gegen verhetzende Reden fremder Elemente." Schweiz. Baden (Schweiz). Restaurateur Jsaksohn in Zürich macht durch Plakate bekannt, das in seiner Restauration verwendete Fleisch sei von der mir unterstellten Schechita. Diese Angabe ist eine Unwahrheit. Dr. H. Ehrmann, Bezirks-Rabbiner. Schweden. Stockholm, 30. April. Der Petitions-Ausschuß der ersten Kammer hat eine Petition des hiesigen Thierschutzvereins auf obligatorische Einführung der Betäubung bei allen Schlachtungen, d. h.