Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 38-39 (16.5.1894)
- Date
- 1894-05-16
- Page
- – (sequence 38)
- Language
- German
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4» 94 Sanddünen des Philisterlandes, nämlich: Nahar Rubin, Nahar Esdud, Nahar Herbia und Wadi Ghazze. Dem Nahar Rubin strömt alles Wasser zu, von Neby Samuel bis Bethlehem. Das Terebin thenthal bei Culonie bildet den Oberlauf, das Wadi Serar, durch welches die Eisenbahn fährt, bildet den Mittellauf dieses Flusses, über welchen bei Je bna eine alte Brücke führt. Dem Nahar Esdud strömt alles Wasser von Bethlehem bis Hebron zu; sein mittlerer Lauf zwischen Zakarie und Schueike heisst Wadi es- Sumt und ist das eigentliche Terebinthenthal, wo David den Riesen Goliath erschlagen. Bei Esdud führt eine alte Brücke darüber. Der Nahar Herbia sammelt alles Wasser der Ebene von Beitgibrin bis Gaza. Bei Deir Esned führt eine Brücke darüber. Der Wadi Ghazze sammelt alles Wasser von Hebron an südwärts und hat noch keine Brücke. Diese Flüsse führen nur bei Regenzeiten Wasser, verursachen keine Ueberschwemmungen, machen jedoch, wenn sie hoch gehen, was bei starken Regengüssen immer der Fall ist, den Verkehr unmöglich, da die vorhandenen Brücken nicht hinreichen. Da diese Flüsse im Sommer kein Wasser führen, so können sie zur Bewässerung nicht verwendet weiden. Im Falle der Noth versucht es der Postkurier mit einem Kameel dem Ufer des Meeres entlang. Die Herstellung einiger Brücken wäre eine wahre Wohlthat für das Land der Philister; allein Niemand thut etwas. Das Binnenland zwischen den Sanddünen und den Vor bergen des Landes Juda ist nicht vollständig eben, sondern besteht aus vielen flachen Thalungen, die durch niedrige Höhenzüge von einander geschieden sind. (Fortsetzung folgtJ -- Die Kolonisation Palästinas. -- Ackerbau in Palästina. (IX. Fortsetzung.*) Es war somit kein Wunder, wenn die Regierung zwischen beiden Thatsachen einen Causalzusammenhang erblicken zu müssen glaubte, wenn sie in den „Zionsfreunden“ die natürlichen Nihilistenfeinde san. Oeffentlich allerdings will man dies nicht zugeben, nichts desto weniger ist man sich in allen kreisen einsichtsvoller Politiker dessen wohl bewusst. Dies kam denn auch zum Ausdrucke dadurch, dass die Regierung mit allen ihren Traditionen brach und die Juden völlig frei gewähren liess, ja die Statuten des Vereins zur Unterstützung der Juden in Palästina und Syrien ausdrücklich und anstandslos genehmigte. Die Regierung hat eben ihr eigenes Interesse hierbei erkannt und wahrgenommen. Es wäre schliesslich nur die aus jener Erkenntniss gezogene Konsequenz, wenn sich eines Tages die Regierung an die Spitze der Kolonisations-Bestrebungen stellen, letztere gleichsam verstaatlichen würde, und allen ihren Einfluss aufbieten würde, um eine organisirte Massenauswanderung ihrer jüdischen Unterthanen nach Palästina zu bewerkstelligen. Im Westen Europas aber mögen unsere Glaubensgenossen dem Allen entnehmen, dass der Gedanke, Palästina zu kolonisiren, schon zu weit um sich gegriffen, schon zu tief Wurzel ~*j 87Nr. 512. - geschlagen hat, als dass er sich noch todtschweigen Hesse; seine Ausführung lässt sich nicht mehr vereiteln, ja nicht einmal mehr verzögern, die aber zum Wohle für das ganze jüdische Volk von ihnen gefördert werden kann und gefördert werden muss. Für ihn einzutreten, sollte jeder Jude für Pflicht halten, gegen ihn anzukämpfen, müsste ihm Sünde am ganzen Stamme dünken. §5. Die Zionsfreunde und die „Frommen“. Reorganisation der Kolonien. Eingreifen des Mittelstandes. Errichtung neuer Kolonien und Entstehen einer Arbeiterfrage in Palästina. Die bisherigen Darlegungen zielten darauf ab, die intellectuellen und moralischen Grundlagen aufzuweisen, von welchen die Kolonisation Palästinas getragen wird; es war dies nothwendig in Anbetracht der Erkenntniss, dass keine Bewegung, auch auf dem Gebiete des materiellen Lebens einer solchen Basis entrathen kann, wenn anders sie sich selbst erhalten und siegreich zum Durchbruch bringen will. Der geistige Hebel der Palästinabewegung ist die glühende Liebe zum heiligen Lande, die unauslöschlich im Herzen eines jeden gesetzestreuen