Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 38-39 (16.5.1894)
- Date
- 1894-05-16
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
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71g Krahnen ist in der Regel im Erdgeschoß, welches im Winter gewöhnlich von^dem Miether verlassen wird; deshalb wird er mit AnbruchDer Dunkelheit zugedreht, so daß das Wasser, welches während der Nacht nicht abfließen kann, in der Röhre gefriert. — Warüm legen aber die Eigenthümer nicht so viel mehr an, um die Einrichtung bequem und brauchbar zu machen? — Einen Gußstein mit einem Abflußrohr für das benutzte und unbrauchbar gewordene Wasser fanden wir in den von uns besuchten Häusern nicht vor. Heimkehr. obschon in der letzten Zeit eine solch unerläßliche Vorrichtung in allen neuerbauten Häusern angebracht wurde. Man findet zwar oft einen solchen für die vielen in einem Hause befindlichen Haushaltungen und muß in diesem Falle alles schmutzige Wasser eimerweise auf die Straße getragen und in die Straßenrinne entleert werden. „Bet diesen Unzuträqlichkeiten können wir uns daher nicht genug wundern, welche Sorgfalt man auf Reinhaltung der Hausgeräthe verwendet, besonders darauf, daß die Kupfer- und sonstige Metallgeräthe immer sauber und blank erscheinen. Betrachte einmal den Ofen getutu'btt Rabbi auf dem Acker seiner Söhne. oder Heerd, auf welchem die 0a<. . Hausetgenthümern erwarten, Speisen nach üdischem Re- ®“8 '3üb'irtJn “ 1?? 2KaM daß sie ihr Eigenthum »gionsgesetz gekocht werden, ®enS®e,m"' Mannheim.) |n gesunde, wohnbare Locaseinesgleichen kann man nur in dieser Nach- , litäten umschassen würden. Solche Erwartungen barschaft finden; die blank geputzten Thüren würden stch erst dann realifiren, wenn ihr eigener könnten als Spiegel dienen. Und die Miethe für ' Vortheil dabei seine Rechnung fände. Das ist ein solches Zimmer? Sie beträgt in der Regel nicht weniger als P/2 Gulden, (2,55 Mk.) wöchentlich und sobald ein Miether abzieht, sind schon Dutzende da, welche sich um den Raum bewerben. „Dies Alles muß man jedoch mit eigenen Augen sehen, um zu einem Verständtliß solcher Verhältnisse zu gäangev. Ein Besucher, welcher, wie Schreiber dieser Zeilen es jüngst gethan, in einen so engen und mtserabeln Raum tritt, in welchem Elternünd Kinder in einem Rauch fitzen, welcher die Augen blendet, so daß er selbst nach Athem schnappen muß und dann hört, wie der Vater mit einem gewissen Wohlbehagen sagt, daß dieser Rauch gar so schädlich nicht sei und man sich bald an den erstickenden Qualm gewöhne; schaudert bet dem Gedanken, mit dieser Familie auch nur einen Abend in solcher Umgebung zubringen zu müssen. Er wird es begreifen, welch schädlichen'Mnfluß ein solcher Qualm auf den Gesundheitszustand der Bewohner üben muß, selbst wenn der Vater stch dessen nicht bewußt sein sollte. „Was kann nun gethan werden, solchen Uebelständen abzuhelfen? Es wäre vergebens, wollte man von den