Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 38-39 (16.5.1894)
- Date
- 1894-05-16
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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r ..-, ,"WLJ|" I MIM uluj» I^IUJM-J^J .^WWW^DWWMM^GkWW^^ 693 Masse anderer Fächer, einst wirklich in Thaten Umsetzen können, wenn sie nicht das Alter von Mesuschelach erreichen? Und wenn sie das nicht vermögen, wenn das Wissen die That gar nicht aufkommen läßt, wenn sie erdrückt wird durch die schwere Masse des Lernstoffes, wenn arnpyDD nuno DnDDn, wird dann dies alles auf die Dauer Bestand haben können? Wenn unsere Primaner den Cicero, den Plato und den Aristoteles von Anfang bis Ende im Kopfe haben, werden sie davon alle Cicero, Plato und Aristoteles gleich werden? Ist man ein Aristoteles, wenn man selbst das Wissen des Aristoteles hat? Aristoteles war ein virri, das bloße Wissen des Aristoteles ist dagegen ein unfruchtbarer Schatz, welcher wegen seiner Unverdaulichkeit den Besitzer zu einem odu macht. Wissen und Nichtwiffen sind keine so disparaten Gegensätze als Wissen, und Brachltegenlassen dieses Wissens, als Gelehrsamkeit sich anzueignen und diese Gelehrsamkeit für das praktische Leben nicht nutzbar zu machen. — Nirgends tritt aber dieser Gegensatz widerwärtiger und widerspruchsvoller auf, als wenn er sich innerhalb des Rahmens gellend macht, den die Thora um ihre Bekenner zieht. Wenn gerade hier, wo der Stab so entschieden über die Verleugnung der Lehre durch das Leben gebrochen wird, die Weisheit der Weisen als überwundene Thorheit belächelt wird, wenn der wahre osn als gilt, wer wollte sich dann wundern, wenn der Unfertige, Halbreife, Golemhafte sich selbstgefällig spreizt und sich im Besitz der ttessten noan wähnt! Da ist es denn so weit gekommen, daß mon D’ösn nosn, daß die bewährte, redliche Weisheit der Weisen als schaal und abgestanden gilt, gerade w e i l sie fürs Leben lernt und lehrt. Der Golem-Wahn dagegen vtndizirt sich die höchste Weisheit und den Lorbeer wissenschaftlicher Gelehrsamkeit, weil er nur für Hörsäle und Bibliotheken arbeitet, weil sein Nottzenkram und seine ganze literarische Hamsterarbeit nur dem auserwählten kleinen Kreis gleichgesinnter, dem jüdischen Leben entfremdeter Wahlverwandten zu Gute kommt. Wer noch so einfältig ist, das was er gelernt hat, nun auch zu halten, hoch zu halten im Kampfe des Lebens, das was er aus unseren heiligen Urkunden an Wahrheit und Weisheit geschöpft für ernst zu nehmen und es zu bewähren durch die That seines Lebens, über dessen Naivität und Beschränktheit rümpft jene moderne Weisheit die Nase und rangirt ihn als unter die Zurückgebliebenen, nicht auf der Höhe der Zeit stehenden, Unreifen und Unfähigen. Dieses von den Trägern der sogenannten, jüdischen Wissenschaft inaugurirte Beispiel hat in den breiten Schichten des Volkes Schule gemacht. Der wahre c»n gilt als wahrer und der wird als ddpi verehrt. Da ist es denn so weit gekommen, daß man der jüdischen Lebensthat vollkommen den Rücken gewendet haben kann und es dennoch wagen darf, sich als Jude, sich als guter Jehudi einzuschätzen. Daß man auf sein religiöses Gefühl, seinen höheren Sinn und auf sein jüd. Herz sich berufen darf, als Beweis dafür, daß man Jude sein könne ohne dem jüdischen Lebensregime gemäß zu leben; die Confusion der Begriffe ist soweit gediehen, daß viele auf Grund der Verachtung ihres jüdischen Lebensberufs sich gerade als die Gebildeten, Fortgeschrittenen und Klugen ansehen, und diejenigen als Rückschrittler und Unaufgeklärte versehmen, welche dieses Lippenspiel verschmähen und ihr altes, ehrliches Judenthum dieser kau886 bijouterie vorziehen. Bei dieser Verworrenheit der Begriffe, dürfte es doch angezeigt erscheinen, einmal die Merkmale sich zu vergegenwärtigen, nach welchen die 'viin nasn die Weisen in Wahrheit, den ddh vom röu unterscheiden lehren. (Fortsetzung folgt.) Zeitnugsuachrichten sttsb Corresporrdeuzeu. Deutschland. Mainz, 15. Mai. Bor einiger Zeit befand sich in New-Aork ein Gesandter der palästinensischen Juden. Namens Eliauh, um für die Errichtung eines Hospitals in dem an Gesundhettsquellen so reichen Tiberias milde Gaben zu sammeln. Er war im Besitze der besten Empfehlungsschreiben von Rabbiner Dr. Hildesheimer in Berlin, Chief-Rabbi Dr. H. Adler in London u. A. Die Rabbtnen und hervorragende Männer in New-Aork empfahlen ihn aufs wärmste und gründeten ein Komitee, welches sich besonders für dieses Hospital interesstrte. Es wurde bereits ein geräumiges Haus käuflich für diesen Zweck erworben. In einem Schreiben unter dem 19. April theilt uns nun dieses Comitee, (bestehend aus den Herren Rev. Dr. Gottheil, Rabbi Jacob Joseph, Rev. Dr. H. Klein, Rev. Dr. Alexander Kohut, Rev. Dr. Aaron Wise, Ferdinand Levy, Rev. Dr. Pereira Mendes, M. Ellinger und Rev. Dr. B. Drachmann hierüber Folgendes mit: „Durch den außerordentlichen Niedergang aller Jndustrte- und Gewerbezweige und die dadurch verursachte völlige Arbeitslosigkeit in Amerika ist die Stimmung in unseren Vereinigten Staaten eine solche verzweiflungsvolle, daß wir uns leider nicht der Hoffnung hingeben können, das begonnene Werk zu Ende zu führen, namentlich die Zahlungen auf das zu dem Zwecke gekaufte Haus contractmäßig leisten zu können. Deßhalb ersuchen wir Sie ganz ergebenst hierüber in Ihrer geschätzten Zeitschrift in einer