Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1894-05-10 · Heft 37 (10.5.1894) · page 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 37 (10.5.1894)
Date
1894-05-10
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2446951-2448412-2448445--38491-2486601
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

680 4. Diese Babylonische rupn wollte Schammai nicht anerkennen. Ad. 1. im Abschnitt ypiao (Levitic. XV, 19) heißt eS: NQU’ HD yjUH PD1! Ad. 2. Gesundheitsschädlich! in Tractat: ld'U mmro heißt eS: hdini rumo npyDP rrcny n^Nnty hidno iPni 'idi NPL'DIDI, und dazu bemerkt R. Huna (.n"2): nPyDP ntyiy mi n?ya7 nssny nswntr ndnpod Pd .'i.i DiDii nj’iDD pin Also kann nn’UD nL7N backen und kochen; wo ist da von Gesundheitsschädlichkeit eine Spur? Ad. 3. Die rmyi mns? np’PD pip rupn ist ja ausschließlich für nnnu und nicht für vPin, wie auch zu ersehen ist aus Niddah (N"y N"'): npyDP Pdn nnnop npn up np mmD. Schammai und Hillel streiten ferner auch nur HP pND HDi nicht aber nDl DP itf’D; daraus allein hätte Schwarz schließen müssen, daß diese Tekanah nicht durch fremden Einfluß und nicht mitRücksicht auf die Gesundheit enstanden ist. Zum Ueberflusse sei noch hingewiesen auf nvP^ Psy p"D Py, woselbst am Ende von P"LP7no alle die Unterschiede PDD UD j’Di PN"lt£/’ p7N UD pD zusammengrstellt werden; und dort heißt es: PDD ud . rvDDttf d’Pdd nPi ddpd nyau hvn rru ’"n ud ronDP pn h'dh 'dph Pd rwönflyo m: cd’tdin . vPm vt iud nsnnm , nuon nyuci , did ru’ico Also das genaue Gegentheil von dem, was Schwarz sagt! Ad. 4. Schammai wollte diese babylonische Tekanah nicht annehmen. Hat denn Herr Schwarz w irkli ch'keine Ahnung von der Talmudstelle: D"y U TU, wo eS heißt: ntn dn"! nniDNp Noyu p« ’nok-'P PPn rrP 70Np ’D~ r-riLP ’ndt 7"idpp jmd npy irroi tin nin Nnp’yo □“! rnm Pndl^’ nuD nPuD d"n P"n v jpd pnayn nPiD rnrnn Pdu Nin nnntaP punawp na no-n nneo pPm , tdpi meo . EH1S1 12pU 1D7 "D l5N7 NP ’DJ niDHü^ »NOtW NVDNpP Deutlicher als diese Auseinandersetzung kann man die Klarlegung des Sachverhaltes nicht verlangen. Die tomn Hillels ist ein 3"O bei nnno, wie dergleichen DW'D überall Vorkommen; Schammai würde diesen 3"O gerne einführen, jedoch aus Rücksicht für H’DPi me niLO unterläßt er es!! Wohin geräth also Schwarz mit seinen kühnen Behauptungen? Die dritte der von H. Schwarz vor den rf"D ’Pip D"D ’ncim behandelten Controversen ist die über s'DiNL' D'v- Auch hier baut der Verf. auf sandigem Grunde. Da wir zu dem ersten Hauptthema rascher gelangen wollen, mag hier zur Kritik nur Folgendes genügen. Herr Schwarz interpretirt das erste Wort des Mischnasatzes (Tractat Menachoth )X, 3) yrSDP D’D n'y'Dl, als bedeutete es ein viertel Hin — 3 Log; und trotzdem muß jeder Anfänger sofort sehen, das hier n'yun ein viertel Log bedeuten muß!! Dieser sträfliche Jrrthum wird aber von Herrn Schwarz zum Aufbau eines ganzen Gebäudes benutzt; natürlich stürzt das Ganze, sobald dieser Jrrthum nachgewiesen ist, zusammen, und begräbt die Logik des Herrn Verfassers. Der uns zur Verfügung stehende Raum verbietet eS, in gleicher Weise, wie bisher das Schwarz'sche Buch von Kapitel zu Kapitel zu behandeln. Wir wollen ex. gr. noch eine Controvrrse aus dem Haupttheile beleuchten. Schwarz sagt auf S. 37 ff. wie folgt: „Die Divergenz in Bezug auf pom niNttf, die der babylonische Talmud bloß auf PiyD einschränkt, der jerusalemische schließlich auch auf n^’DN ausdehnt, erscheint uns schon in Bezah, wo sie zwischen den zwei auf DD dv sich beziehenden Normen, aber noch weit mehr in Edujoth, falls wir nicht mit Lip. Heller die M. 4,2 ü"vd mPUW HDHD ganz streichen, am ungeeigneten Platze- Tosafoth Bezah 2 a, s. v. n’iDD ’HNB' machen schon die Bemerkung, daß die Controvrrse über niNttf nicht hierher, (sondern nach Peßach) gehört und sie haben ganz recht mit ihrer, eigentlich Raschi entlehnten Erklärung )ND NDOinP n"D“ u"v ’D3 ’P’D U; denn Peßach ist ja gleichfalls B"v;.„Wie aber, wenn der Controvrrse über poni TiNttf dasselbe Motiv, wie jener über d"vd mPusP HS’D zu Grunde liegt? Wie, wenn die Ansicht der Hilleliten in beiden Fällen auf einer Gesera schawah*) beruht, gehören sie auch dann nicht zusammen, u. z. weit enger und inniger als L5"T5 mpw nsrn und trra rmw? Nun wir werden uns sofort überzeugen, daß die Sache in Wirklichkeit so sich verhält. Die Discussion im Talmud i>. 7 b schließt damit, &P"D könne Erod. 12, 19 nur dahin auffassen, daß poim 71N&T in Bezug auf HP’DN einen und denselben 7iy’L' haben und als Beleg dafür, daß die Controoerse thatsächlich nur auf “iiy’D sich beschränkt, wird aus Sifre zu Deuteron. 16,4 folgende Baraitha citirt: npipno im , pan pp hnt nPi pP hnt npi n"n , raniDDD poni nnDD □now lp"d ,h"di ^"d ]’d^ . n’iDD nn nt onow h"di Die Wiederholung des Prädicates in einem und demselben Verse, Exod. 13, 17 ist allerdings überflüssig, wenn sie nicht darauf hindeuten soll, daß hier eine Distinction gemacht werden müffe. Das ist denn auch der Standpunkt der Schammaiten. Die Hilleliten jedoch weisen darauf hin, daß es Deuter, l. c. bloß heißt: nsttf pP hnt NPi; wir finden also, so erklären sie, an zwei verschiedenen Stellen, bei pDn und TNcy, denselben Ausdruck, damit ist uns klar und deutlich gesagt daß sie beide auch in Bezug aus my’D völlig gleich sind, oder, um mich der talmudischen Ausdrucksweise zu bedienen: 77 7017 ,p2HD HNT NPl 7DN3! , DINB'D 7!N7' N71 7QN3 ". n’iDD n* PL' my'D kfN ttdd nr '7iy'D no Bis hieher Schwarz. Hier haben wir eine vom Verf. fabrizirte Geserah schawah! Das ist jedenfalls etwas Neues und wir wollen uns das Novum genau betrachten. In Exod. 13, 7 steht geschrieben: PINT NP1 pan “)P HNT f<7l 71NL' ")P; in Deuter. 16,4 hingegen : “liN&y ”|P DN7’ NPl. Tie neu geschaffene ist aus dem einen nN7' NP in Abschnitt N D und dem anderen in Abschnitt ,1N7 zusammengesetzt, wiewohl beide r>N7' NP auch im A bschnitt N D in einem Verse stehen. Wir wollen uns aber weder hiemit, noch mit der selb st geschaffenen ^"3 (während der Talmud sagt nP’DND Piy’D ’Bp’ nicht aber B'"JO) zu sehr beschäftigen; wir wollen nur beweisen, daß Schwarz den einfachen, klaren Sinn der ^03 nicht verstanden hat oder nicht verstehen wollte. Der Talmud erklärt, ttf 'D macht einen Unterschied 7iy^D pom tneh, weil die Thora beide anführt; wenn beide eins wären, würde pon allein genügen; wir würden dann i"po auch 7iNL' wissen. Also, weil poni 71NL' aufgezählt sind, sei zu schließen sie N7iy'l7D verschieden seien. n''D *) Schwarz führt nämlich S. 35 ff. aus, die Controvrrse über ü'TD mPUE' na’D gehe auf eine (von ihm entdeckte '«r"3 zurück. Die Kritik dieser Ausführung möge an anderer Stelle'gebracht werden; es genüge die Bemerkung, daß Schwarz dort den krystallklaren Sinn des Talmud vollkommen entstellt und tollkühne Schlüsse aus grundfalschen Hy pothesen zieht.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.