Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 37 (10.5.1894)
- Date
- 1894-05-10
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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674 wollte, well es möglicherweise eine Zahl von Katholiken geben kann, welche die lichtscheuen, fanatischen Anschauungen theilen, die in der „Germania" vertreten werden! Und da hätte die Absurdität noch in sofern einen Sinn, als sich die „Germania" doch für ein katholisches Blatt ausgibt und christliche Anschauungen zu vertreten behauptet. Für uns ist die ganze Sache nur deßhalb von einigem Interesse, weil sie uns eine alte Ehrenschuld ins Gedächtniß zurückruft, die noch unerfüllt auf der „Germania" lastet, und an welche sie vielleicht auch hierdurch erinnert wird. — Bor etwa Jahresfrist hat das „K l e ine I ou rna l" ebenfalls die Germania und einige wahlverwandte Blätter durch einen Osterartikel in Harnisch gebracht. Die jüdische Preßfrechheit und einige andere Liebenswürdigkeiten haben wir damals durch einige sachliche Bemerkungen parirt. — Das hat uns den Unwillen der Germania dermaßen zugezogen, daß sie die Stirne hatte zu schreiben: „Der Israelit hat sich stets durch eine, den „Haß gegen das Christenthum bald offener, bald „versteckter bekundende Tendenz in besonderem „Maße hervorgethan. und kaum ein anderes „spezifisch jüdisches Organ hat der christlichen „Presse so viel Anlaß zur Zurückweisung ebenso „anmaßender und überhebender wie ungerechtfer- „tigter Angriffe gegeben, als eben der „Israelit" „-*— „Er war immer einer der ersten, die über „Judenhetze" zeterten, wenn einmal Christen, über „gar zu freche, jüdische Herausforderungen sich „wehrten." Wir erwiderten damals in Nr. 49 des vor. Jahrg. u. a. Folgendes auf diese Anzapfungen: -„Die Anmaßung und Ueberhebung schenken wir ihr. Ein Blatt, das von uns bekämpft wird, und wegen der Zurückweisung seiner dummdreisten Angriffe das Christenthum gehaßt glaubt, hat damit eine Anmaßung und Ueberhebung bekundet, daß es genug vor seiner eignen Thüre zu kehren hat."-„So dankbar wir es auch anerkennen, uns unter die ersten zu rangiren, welche „die Schmach Deutschlands" mit aller Entschiedenheit bekämpfen, so würden wir doch gerne die Gelegenheiten und Veranlassungen kennen lernen, bei welchen wir uns unsere Lorbeeren und die Ungnade der „Germania" verdient haben." „Damit uns die Germania nicht mißversteht, so verlangen wir ausdrücklich die Namhaftmachung einer frechen jüdischen Herausforderung nebst Nummer und Wortlaut des „Israelit", in welcher die Abwehr einer solchen Herausforderung von uns bezeichnet wurde. — W e n n sie diesen Beweis der Wahrheit nicht erbringen kann, so gehört sie an denPranger, an dem alle Verleumder und Ehrabschneider stehen und wir haben weiter kein Wort über ihre Lamentos zu verlieren." Diese Aufforderung richteten wir an die Germania am 19. Juni 1893, indem wir ihr die Nummer, die die Aufforderung erhielt, per Streifband übersandten. — Bis heute warten wir vergeblich auf eine Antwort. — Unter solchen Umständen dürfte die Germania gut thuu ihrem heiligen Elfer die Mäßigung aufzuerlegen, die sonst Leute, welche in einem gläsernen Hause wohnen, für geboten erachten. Berlin, 1. Mai. Im 76. Lebensjahre ist am 29. v. M. Herr Louis Liebermann gestorben. Derselbe gehörte mehr als drei Jahrzente der Repräsentanz der Gemeinde an. Er war langjähriges Mitglied der Stadtverordnetenversammlung und leitete die geschäftlichen Angelegenheiten zahlloser Wohlthätigkeitsvereine. Hamburg, -mn t’n n"-i. In Nr. 34 und 35 Ihres geschätzten Blattes findet sich eine Notiz des Herrn Rabbiners Landau über eine Stelle im von rnr des >n, welcher die d'jh von pidb behandelt, worin die Frage aufgeworfen wird, was wohl den Verfasser bewogen haben mag, die Ordnung der n“>dj in Betreff von pv' nmn und ppns zu ändern. Es wird dies eine nicht unbedeutende Frage genannt und mit großem Aufwand von Scharfsinn beantwortet. Zuerst möchte ich bezweifeln. ob die Frage wirklich eine so wichtige ist, da die a\iB"B ia ihrer Eigenschaft als Dichter oder Verfasser von Gebetftücken sich durchaus nicht streng an die Ordnung der nim hielten und auch nicht zu halten brauchten. Die Beantwortung selbst ist aber eine ganz einfache, da diese zweite mit >3 p D-iNrv beginnende Abtheilung den Namen des Verfassers enthält föpn «Y'dv und der Satz mit einem '.i beginnen soll, so war es nicht möglich mit ppio anzufangen; und ein njrr ti hinzuzufügen ist nicht dem xiDJ-Ausdruck entsprechend, wir finden auch v"p «np uh ppis, ohne *n. Und ebenso hat die *dj auch nicht ppie naor. — da würde ja auch das 'n vorher stehen — daher wollte er den Ausdruck nicht anwenden. Die Bemerkung aber, daß der Verf. wie der D"a«n lernt, scheint mir sehr zutreffend zu sein, da es hier gar nicht anders sein kann, indem pp-is ja erst nachher steht. Daß der Verfasser keine Rücksicht auf die in der 'dj vorkommende Reihenfolge der ddh nimmt, will ich durch einige Beispiele in diesem Stück selbst beweisen, rrp o’noB, worin die beregte Stelle vorkommt, werden d*«pj ganz am Ende des nwp erwähnt, während alle andern nwon vn vorher angeführt werden. Der thut es gerade umgekehrt, ohne daß er es irgendwie nöthtg hätte. Ebenso der Satz, beginnend mit wroro «nson uj>d tn>ra wird in der 'DJjbfel früher angeführt als