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Der Israelit · 1894-05-10 · Heft 37 (10.5.1894) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 37 (10.5.1894)
Date
1894-05-10
Page
– (sequence 3)
Language
German
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673 sich schwermitSkcherhettangeben. Während der menschliche Körper sich größtentheils aus den 4 Grundstoffen: Erde, Wasser, Luft und Feuer zusammensetzt, sind nach Auffassung des Mastkim solche Lebewesen, die aus Feuer und Luft gebildet und daher unter normalen Verhältnissen sinnlich nicht wahrnehmbar sind. Sie bilden die Mittelstufe zwischen der irdischen Welt und der geistigen und sind deßhalb in der Stunde geschaffen, in welcher das irdische Schöpfungswerk schloß und die höhere Weltordnung mit dem Sabbat einleitete. Sie stehen mit ihrem schädlichen Wirken im Dienste der göttlichen Vergeltung menschlicher. Fehler und Schwächen, wie dies aus vielfachen Aussprüchen der Weisen ersichtlich ist. Eine scheinbare Ausnahme bildet nur das letzte der zehn hier aufgeführten Dinge. Die erste Zange ist demnach im Zwielicht des sechsten Schöpfungstages geschaffen worden, weil, wie dies in der Gemara begründet wird, sonst die Bildung einer zweiten, dritten und somit jeder späteren Zange durch Menschenhand nicht denkbar wäre, ohne eine erste, die aber nicht von Menschen, sondern nur von Gott selber herrühren kann. Die Gemara (Pesachim fol. 54) will zwar diese Begründung nicht gelten laffen, weßhalb die Schöpfung der ersten Zange nicht von allen, sondern nur von einzelnen — onoi« — auf Gott selbst zurückgeführt wird. — Indem aber die Mischna dieser Ansicht Ausdruck gibt, läßt sie unter diese zehn Dinge ein einziges zu, das nicht im Dienste der höheren Weltordnung, sondern lediglich den Zwecken des gewöhnlichen, alltäglichen Lebens dient. Damit ist aber die hohe Bedeutsamkeit unserer irdischen, alltäglichen Welt im allgemeinen und besonders die der menschlichen Arbeit innerhalb derselben ins rechte Licht gestellt. Wenn hier die Scheidegrenze gezogen ist, zwischen der werktägigen, irdischen Welt und der höheren Welt des Sabbat, so läge cs nahe die erstere auf Kosten der letzteren zu unterschätzen, die Erde als ein fluchbeladenes Jammerthal anzusehen und, „mein Reich ist nicht von dieser Welt" sprechend, mit zum Himmel erhobenen Augen, den Blick für dre Erde zu verlieren. Da lehrt uns nun die Weisheit der Väter die gleiche Würdigkeit und Ebenbürtigkeit beider Welten. Dieselbe Gotteshand, welche der Erde den Mund öffnet, welche die Bürgschaft des über der Menschheit waltenden Gottesbundes mit Sonnenstrahlen und Regentropfen an das Firmament schreibt, welche das Brod vom Himmel reicht, und alle diese die Menschen erziehenden Veranstaltungen geschaffen und zur Wirksamkeit geführt hat, dieselbe gütige Gotteshand hat auch dem Menschen das erste Handwerkzeug gereicht, durch welches er die Welt beherrscht und ihre Kräfte sich unterordnet. — Wie hoch Arbeit und Handwerk in der Achtung der jüdischen Welt- und Lebensanschauung stehen, bekundet sich in einem solchen Zuge viel unverkennbarer und eindringlicher als durch die schönen Worte, welche sonst darüber geredet werden. (Fortsetzung in der nächsten Mittwochsnummer.) Zeitungsnachrichten und Correspoudeuzen. Deutschland. Mainz. Anläßlich der jüngsten Jesutten- Debatte im Reichstage brachte das Berliner „Kleine Journal"einige unverschämte Bemerkungen über den Jesuiten Orden, seinen Begründer und sonstige katholische Institutionen, wovon die Germania erst durch die Kreiszeitung etwas erfahren hat. Da in dem Verlag, der Redaktion oder dem Setzerpersonal des Kl. Journal sich wahrscheinlich auch Juden befinden, ergreift die Germania mit Freuden diese Gelegenheit ihr Sprüchlein von der Judenpresse zu deklamiren „Es scheint fast", eifert die Germania, „als wolle das Reformjudenthum in seinem tollen Uebermuth und Christenhaß die Christen mit Gewalt zu gerechter Vergeltung herausfordern; denn anders lassen sich diese über den selbst in den frechsten reform jüdischen Blättern herrschenden Ton wett hinausgehenden, von einer ganz ungewöhnlichen Niedertracht der Gesinnung zeugenden Gemeinheiten nicht erklären." Wir wollen der Germania hiermit die beruhigende Versicherung geben, daß für das „Kleine Journal", seinen Takt und seine Taktlosigkeit Niemand in der Welt verantwortlich ist, als es selber. Was das Judenthum und selbst das Reformjudenthum damit zu thun haben soll, ist für Jemand, der kein berufsmäßiger Verleumder und Ehrabschneider ist, geradezu unerfindlich. Das „Kleine Journal" hat sich nie als Vertreter des Judenthums ausgegeben, kein zurechnungsfähiger Mensch steht es dafür an, es handelt sich nur um eine verlogene Insinuation der Germania und einiger anderer Blätter dieses Schlages. „Der Umstand", zetert die Germania weiter, „daß diese Beschimpfung in dem auf dem tiefsten sittlichen Niveau stehenden Berliner Preborgan verübt worden, kann über die Thatsache nicht hinweghelfen, daß es eine nicht geringe Zahl von Juden ist, deren Anschauungen in diesem Blatte vertreten werden, und die daher Verantwortung und Folgen dieser alles Maß übersteigenden Herausforderung mitzutragen haben." Das wäre gerade so, als wenn Jemand dem Christenthum oder dem Katholicismus gram sein

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