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Der Israelit · 1894-05-07 · Heft 36 (7.5.1894) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 36 (7.5.1894)
Date
1894-05-07
Page
– (sequence 3)
Language
German
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•** **v ^‘■-vr^’^';?:^'^-; 653 seinen Schlachtvorschrtften und Spetsegeboten dem Thierschutz und der Hygiene in einer Weise Rechnung getragen hat, daß er damit seiner Zeit um Jahrtausende vorangeeilt ist." Mit diesen Worten schließen auch wir unsererseits die Besprechung dieser Schrift, deren Verbreitung in nichtjüdtschen Kreisen dringend zu wünschen wäre. Unter den heutigen Verhältnissen, wo Jeder, der es wagt den antisemitischen Bestrebungen entgegenzntreten, als Jude, Judengenosse oder als bestochen von den Juden verdächtigt wird, gehört ein nicht geringes Maß von Muth und Ueberzeugungstreue dazu, um in dieser Weise öffentliches Zeugniß für die Wahrheit abzulegen. Desto mehr gebührt dem Manne, der dies unerschrocken und unbeirrt thut, unsere vollste Hochachtung und dankbare Anerkennung. —n— Literarische Berichte. Leitfade« zur Erlernung der wesentlichsten Vorschriften über Schechitah und Bedikah. Mit einem Anhänge. Herausgegeben von A. Friedmann, Lehrer, Dettensee, Hohenzollern. Preis 80 Pfg. Zu beziehen durch den Verfasser. Dieses Werk enthält in Kürze die wichtigsten Vorschriften über npnai rrniff. Sympathische Anordnung des Stoffes nebst tabellarischer Anlage, Klarheit und Uebersichtlichkeir, Kürze und Bündigkeit des Ausdrucks sind die wesentlichsten Eigenschaften. die dieses Buch vor ähnlichen seiner Art auszeichnen. Ohne Zweifel hat der Verfasser, der auf streng orthodoxem Standpunkte steht, durch Herausgabe seines Buches, Allen denen, für welche die Kenntniß sämmtlicher D'ri über erforderlich ist, das Erlernen derselben bedeutend erleichtert. Aber auch Fachleute, die bereits mehr bewandert sind, werden das Erscheinen des Werkes mit Freuden begrüßen, da sie sich durch daffelbe auf das rascheste über jede pn Gewißheit verschaffen können. Der mäßige Preis des Büchleins steht in scharfem Gegensätze zu seinem Werthe; wir können daffelbe wärmstens empfehlen. *) I.... r in F.t. * * * . (Harper und Brothers) Rew-Aork. „Die jüd Frage und die Mission des Judenthrrms" ist der Titel eines soeben in dem genannten Verlage erschienenen Merkchens, das allgemeine Beach- *) Auch gegenüber):den' trefflichsten deutschen Werken über Schechita können wir den angehenden Schochtim nicht dringend genug empfehlen, das Verständniß und die Kenntniß der bewährten hebräisch geschriebenen Werke über diesen Gegenstand sich zu verschaffen. Ein deutsches Schechitabuch kann wohl zu Wiederholungen benutzt werden, bleibt aber immerhin geringwerthige- Surrogat. Red. tung verdient. Das Merkchen hat in New-Aork in jüdischen wie in christlichen Kreisen großes Aussehen erregt. Das Werk verräth, daß der Verfasser nicht nur eine erstaunenswerthe Sachkenntniß und Vertrautheit in der allgemeinen Geschichte und Literatur des Judenthums, sondern auch eine Etngeweihtheit in den Charakterzügen der Juden besitzt. Das Urtheil ist unparteiisch nnd frei von Voreingenommenheit. F r z. Zeitungsnachrichten und Gorrefpondenzeu. Deutschland. Frankfurt a- M. Unser Glaubensgenoffe, Herr Amtsrichter Dr. Sommer ist von Kaiser Wilhelm auf dessen Reise nach Cronberg in Rödelheim in Audienz empfangen worden. Worms. Der Jahresbericht des hiesigen isr. Unterstützungsvereins ist erschienen. An der Spitze erwähnt er des Verlustes, welchen der Verein durch den Tod des Vorsitzenden der Vertheilungs-Commission, Herrn Leo po ldScheftel erlitten hat. Alsdann gedenkt er der großen Verdienste des I ul in s B l u m, welcher nunmehr während 25 Jahre ununterbrochen das Amt eines Rechners verwaltet. Herr Blum, der auch dem Vorstande der jüd. Gemeinde angehört und seit langer Zeit als thätig ist, wird in Folge seiner Verdienste als Rechner zumEhrenmitgliede des Vereins ernannt. Ueber die T hat iglet t des Vereins ist zu berichten, daß im Ganzen 1535 Gaben im Betrage von M. 2855,30 verabreicht wurden. Es wurden unterstützt: 152 Handwerker, 217 Gewohnheitsbettler im Jnlande, 823 im Auslande, 260 verschämte Arme, 31 Lehrer und Gelehrte. 22 Commis, 12 Schüler, 18 Personen für Verköstigung. Beständig unterstützt wurden: 6 Familien mit 1 monatl. Gaben von 2—3 M. ,, n 8 „ ff 2 6 ff 80 ,, „ 6 ,, ff 3 5 durch Postanweisungen sind 187 Gaben befördert worden. — Auch im abgelaufenen Jahre wurde der unangreifbare Kapitalstock durch 3 Gaben vergrößert, so daß er jetzt über ein Kapital von rund M. 19000 verfügt. An der Spitze des Berichts befinden sich die Gedenktafel des unangreifbaren Kapttalstockes. Die Einnahmen des Vereins betragen M. 3665.99; die Ausgaben M. 3458.08. Berlin. Ein Herr F. A. schreibt der „Deutsch. Warte" über das rituelle Schächten: Seit meiner Jugend in jüdischen Schlachthäusern ein- und ausgehend, habe ich nie von Quälereien etwas bemerkt. Wenn das Hüftbein oder ein Horn bricht, ist der Genuß des Fleisches dieses Thteres den Israeliten verboten; daher wird man sich gewiß vor solchen Unfällen hüten.

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