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Der Israelit · 1894-05-01 · Heft 34-35 (1.5.1894) · page 31

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 34-35 (1.5.1894)
Date
1894-05-01
Page
– (sequence 31)
Language
German
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649 bedeckte seine Augen, seine Kaiee zitterten und als die Predigt mit einstimmiger lobender Anerkennung beendigt war. ..,.„.... und diese Verehrung wurde ihm zu Theil, weil er die Juden zu einem glücklicheren Standpunkte erhob, weil er sie durch seinen Einfluß von den gegen sie obrigkeitlich verfügten harten Maßregeln, von schweren Abgaben befreite." S. 525. „Abarbanel gehörte einer Familie an, die ... . dem Isaak einen Unterricht gab, in dem der mit durchdringendem Verstände begabte Jüngling die überraschendsten Fortschritte machte, und durch seine vielseitige Gelehrsamkeit und Geistesstärke sich zum geheimen Rathe des Königs Alphons V. emporschwang." Welcher Lehrer würde seinem Schüler einen solch grauenhaften Satzbau gestatten! „Der Einfluß, den er an diesem Hofe hatte, spornte ihn an, seine größte Aufmerksamkeit auf die Politik, die Finanzen und den Handel zu richten, und das gelang ihm nach Wunsch. Welcher Unsinn! „Auch hier verschaffte er sich bald seines Fürsten Gunst. . . ." „Hier (in Corfu) fing er setnenCommentar überJesaia zuschreiben an und fand zu seiner nicht geringen Freude den angefangenen Kommentar über den Pentateuch wieder, welchen er auf der Flucht aus Lissabon verloren hat? „Mit vielem Glücke trat er hier (in Venedig) als Vermittler der Republik auf." Man vermittelt doch immer zwischen zwei Parteien. S. 526. „Raschi ward 1040 aus einer Familie geboren, aus der mehrere gelehrte Rabbinen ab stammten. „In Prag . . . überhäuften ihn (die Juden) mit Ehrenbeweisen und Gast mählern". Der Herzog „sah in ihm nur einen Ausspäher, einen Anstifter der Boten des Aufruhrs." In Nr. 10 „Leiden der Jsra liten" heißt es (S. 532): „Im vierten Jahrhundert schnitt man ihnen, ehe man sie aus Rom verbannte, die Ohren ab. Im fünften wurden sie aus Egypten vertrieben. . . . Im siebten und achten Jahrhundert wurden sie in Frankreich und Spanien grausam verfolgt." Hier werden also an bestimmten Orten und zu bestimm ten Zeiten vorgekommene Thatsacheu auf ganze Jahrhunderte und die gesammten Israeliten ausgedehnt. S. 533. „Die einem Juden zugefügten Beleidigungen und selbst ein Mord war mit wenig Geld gut zu machen." „Die Juden in Trier . . . sprangen lieber in die Mosel, nachdem sie ihre Kleider mit Steinen füllten." S. 536 „Rudolf von Habsburg zog sogar das Schwert für sie, als die Berner Bürger die Juden des Kindermords beschuldigten und sich nicht vertheidigen konnten." S. 540. „Ein großer Theil der Gebete rührte von gelehrten Vorsängern her, welche frühere Gebete öfters frei ausschmückten, erweiterten und mit neuen bereicherten. Nr. 14: „Die Pariser Universität setzte eine Preis auf das beste Werk über die Verbcfferung der Verhältnisse der Juden und die Schriften wurden gekrönt." Nr. 15. „Mendelssohn Vater, der Lehrer und Sopher zu Dessau war, leitete den ersten Unterricht seines Sohnes anfangs selbst, vertraute ihn aber bald der Leitung des David Fränkel, damaligen Rabbiners zu Dessau an, in dessen Schule er ihn oft selbst tragen mnßte, da unser Moses sehr schwach war." Damit sei nun auch die Auswahl der Mustersätze beendet. Es wäre nur halbe Arbeit, wenn der Anhang nicht vom Standpunkte der praktischen Verwendbarkeit, nach seiner Stoffauswahl betrachtet würde. In dieser Hinsicht muß ich erklären, die Lektüre des Anhangs ist gänzlich unwirksam, sie zeitigt nicht im geringsten bleibende Resultate — eine Folge des Mangels aller methodischen Grundsätze, nach welchen geschichtliche und besonders religionsgeschichtliche Schulschrtften abzufaffen sind. Es darf wohl als außer Zweifel gelten, daß die Methode für den Unterricht in der jüdischen Geschichte im allgemeinen keine andere ist, als die Darstellungsform für die vaterländische Geschichte. „Unter allen Umständen", sagt Kehr, „kann die Volksschule nichts weiter geben, als lebensvolle Charakterbilder, inhaltsreiche und formschöne Biographien" das gilt auch für die jüdische Geschichte. Anderseits ist zu berücksichtigen, daß die Gschichte keines Volkes auf Erden so eng mit dem Entwickelungsgange der anderen Culturvölker verknüpft ist, wie die Geschichte der Juden; der Geist der jüdischen Geschichte kann nur aus dem Geiste der Weltgeschichte heraus begriffen und gewürdigt werden. Daraus folgt nothwendig: der Unterricht der jüdischen Geschichte muß an den Unterricht in der Weltgeschichte angelehnt werden. Ich verweise in dieser Beziehung auf des Protokoll der am 2. Juni 1890 in Hannover abgehaltenen Lehrerkonferenz, besonders auf das vorzügliche Referat des Herrn Landrabbiners Dr. Guttmann ans Htldesheim. Der Bl.'sche iAnhang bildet nur dürre Notizen, Namen, unzusammenhängende Sätze, kalte, tendenziöse Schreibereien. Er widerspricht dem Satze: In der Beschränkung zeigt sich der Meister. Der Anhang erzählt vom „Bann" ebensoviel, wie^von Hillel und Schamai: ®/4 Seiten. Wie dürftig ist doch Hillel's Lebensbild. Nichts als Raisonnieren! Der' Anhang ^berichtet von Julian. Honorius undZTheodosius II., Namen, deren sonst nie gedacht wird. Von R. Meir-Rothenburg wenige Zeilen. In lO^Zeilen spricht^er von: R. Jacob, Turim, Schulchan aruch, Beth-Joseph

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