Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 34-35 (1.5.1894)
- Date
- 1894-05-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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W i'r Jipüf IL. - -W*T"z '•fTfr-’i ''•,T!rwCT7-;> 637 Erklärung einer D"O-Stelle. In dem ... ninnn 'n^>x :ls"s für bvnn rop von d^v 21V p)Dv n heißt es unter Anderem: roDn„ X3’l Dt£M^> njp D’>np» XDtf X^>X IIP xVl HJ’X rODD pv' ruDD »t^, d. h. das Anlehnen auf die rechte Sette genügt der Vorschrift nicht, wobei zugleich Gefahr entstehen kann ... xi3ffn iv xb pp-®, das Zurücklehnen ist ebenfalls unstatthaft." Wir erlauben uns, hier eine nicht unbedeutende Frage aufzustellen: Warum hat der p’®, dieser große Talmudist, diese dm'-, in umgekehrter Stellung a' s selbe im Talmud, 'Dp pp dtjdd sich vorfinden, zum Ausdrucke gebracht? Denn da kommt erst pp-® an die Reihe und dann folgt . . . PL» rUDD. Wir glauben, daß der Grund dieser Umstellung folgender sei: Im Talmud daselbst sind "*n und o"3Bn in verschiedener Meinung über das -rip x^>i '121 D’-jp’ xvv xVx, nach '"tn bezieht sich das aus pp-ß, nach D"2vi hingegen, wie er auch i«n® ttd-i ansührt, denen er beiftimmt, aus ... pw roDn und zwar auch aus dem Grunde: nn'ib "ddd-td, weil aus pv' N2DD das -,ip x^>i folgt. Nun wird uns die absichtliche Umstellung unseres p'® klar. j/"D’-i, der vielleicht unter die *nm des D"3t£H zu setzen sei, bezieht das -np x^>i aus die Vorschrift ... pa' nuDn analog D'aan, und um die dtvergirende Ansicht, daß sich dieses aus pp-® beziehe, völlig auszuschließen, verließ er in seinem v'® die talmudtsche Ordnung und stellte zuerst die Vorschrift pv' raDn mit dem D'-ip' xvv x^x nip x^>i D2i, als zu einander gehörend, aus und dann erst die Vorschrift: ppnv, so daß letztere mit dem xVi ... nip nicht mehr in Verbindung gebracht werden könne. M. Landau, Rabbiner in Raschkow. Literarischer Bericht. Die Jude« von Barnow. Geschichten von Karl Emil Franzos. Fünfte, stark vermehrte Auslage. Stuttgart. Verlag von Adolf Bonz und Comp. 1884. Preis geheftet M 5. — eleg. geb. M. 6.40. „Habent sua fata libelli“, auch Bücher haben ihre Schicksale! Im Vorwort zu diesem fünften Neudruck seines Jugendwerks erzählt der Dichter, daß das Buch, das schon 1872 im Manuskript vorlag, erst 1876 erscheinen konnte, weil er durch vier Jahre vergeblich nach einem Verleger suchte; heute ist das Werk, an das einst kein Buchhändler die Druckkosten wenden wollte, das verbreiteste der modernen Dichtung, so weit sie sich mit den Juden beschäftigt, und zwar nicht allein der deutschen, sondern aller Litteraturen: Kein anderes Werk, das seinen Stoff aus dem jüdischen Volksleben der Gegenwart schöpft, hat so viele Leser gefunden. In Deutschland sind vier starke Auflagen vergriffen, so daß nun ein fünfte erscheinen konnte; die Gesamtzahl der Uebersetzungen aber stellt sich auf nicht weniger als zwanzig. Voran steht die russische Sprache mit drei Uebertragungen verschiedener Uebersetzer; eine wohl begreifliche Thatsache, da Zustände und Verhältnisse, des galizischen Ghetto, wie sie in diesem Buche geschildert sind, auch im russischen Ghetto wiederkehren; für die englische Sprache hat das Buch zwei Uebersetzer gefunden, den einen in England, den andern in Nordamerika, ebenso sind zwei hebräische Uebertragungen erschienen. Je einmal wurden die „Juden von Barnow" ins Holländische, Dänische, Schwedische, Italienische, Spanische, Französische, Magyarische, Serbische, Polnische, Neugriechische, Kleinrusstsche übersetzt, endlich ist in New-Iork, im Verlage der „Jüdischen Volkszeitung", eine Uebertragung in das sogenannte „Jüdisch-Deutsch" erschienen. Das Werk liegt demnach bisher, die deutsche Original-Ausgabe eingerechnet, in sechzehn Sprachen vor! Was einst der erste Beurteiler dieses Werkes, Johannes Scherr, ihm prophezeit, daß es „fröhlich fortleben und bald seinen Rundgang durch Europa antreten werde", hat sich also voll erfüllt; noch mehr, das Buch ist weit über die Grenzen Europas hinausgedrungen. Diesen Erfolg hat sicherlich in erster Linie der künstlerische Werth des Buches errungen, für den wir zunächst das Urtheil Paul Heyses (in seinem „Novellenschatz") anführen wollen: „Franzos nimmt unter denen, die das Leben der Juden novellistisch dargestellt haben, nicht nur einen völlig ebenbürtigen Rang ein, sondern übertrifft seine Mitbewerber vielfach durch die nationalen Kontraste, die sein Grenzgebiet ihm nahelegt." „Meisterhaft" nennt G. Karpeles in seiner „Geschichte der jüdischen Litteratur" diese Skizzen und Bilder, und Aron Bernstein, der Schöpfer der deutschen Ghetto - Novelle und selbst ein Meister, begrüßte das Werk bei seinem ersten Erscheinen als „ein Buch, das dem Autor seinen Platz in der Litteratur-Geschichte sichert" und „jedem Leser ein bleibender künstlerischer Gewinn sein wird." Aehnlich urtheilte Leopold Kompert: „Wer dies Buch einmal gelesen hat, wird immer wieder danach greifen." Auch der Begründer dieser Blätter, Dr. Lehmann in Mainz, sprach sich über viele Novellen, von denen manche in den ersten Jahrgängen des „Israelit" erschienen siyd, mit wärmstem Lobe aus, wenn er sich auch mit der späteren Schreibweise F's, die oft unberechtigte Vorwürfe gegen das gesetzestreue Judenthum erkennen ließ, wenig befreunden konnte. Jedenfalls ist keine der neun Novellen des Bandes künstlerisch unbedeutend, jede legt Zeugnis ab für das dichterische Talent des Verfassers und seine tiefe Kenntnis der jüdischen Volksseele. Nächst dem poetischen Werth haben diese letzteren Vorzüge dem Buche seine große Verbreitung geschaffen. „Ein Bild der jüdischen Volksseele von unvergleichlicher Ehrlichkeit und Treue, das niemand, er sei noch so sehr in Vorliebe oder Haß für den jüdischen Stamm befangen, ohne nachhaltigen Nutzen lesen wird." — Dies Urtheil der „Times" giebtnur einen Eindruck wieder, dem sich auch voreingenommene Leser nicht haben entziehen können. Selbst ein so ausgesprocharer Gegner des Judenthums, wie Johannes Scherr, mußte zugeben, das sei ein „ehrliches Buch". Aus den „Juden von Barnow" habe er ersehen, daß auch das Schlimme an den Juden nur „Züge zeige, die wir an uns selber kennen oder wenigstens, so wir ehrlich gegen uns selber wären, kennen sollten", und auch das Beste, was im Menschen, weiß der Verfasser an seinen jüdischen Männern und Frauen nachzuweisen, jetzt in anmuthender Kleinmalerei, dann wieder in erschütternd großen Strichen. Aehnlich klingen zahlreiche Urtheile ähnlich gesinnter Kritiker.