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Der Israelit · 1894-05-01 · Heft 34-35 (1.5.1894) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 34-35 (1.5.1894)
Date
1894-05-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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628 trennt die ynt von dem b'n, läßt es nur die Breite eines Gerstenkorns verbunden und kocht und pni jedes in einem besonderen Topfe (neben einander). Die Erklärung des na^rw ist also die Meinung des p'n von nb'n rrjn'M und diese nd»n rvyxN ist die Erklärung der v<n'N2 wie dieselbe in nso Htan vorkommt.*) Frankfurt a M- Nissan 5654. L. PH. Prins (Weitere Aeußerungen hierzu in der zweiten Beilage.) Zeitungsnachrichten und Correspondeuzen Deutschland. Mainz, 30. April. Ein junger hier wohnender ruff.-jüd. Künstler,HerrJ.Krup e nie,erfreut sich wegen der von ihm hergestellten vorzügl. Portraits, sowohl bei unfern Glaubensgenossen, wie auch bei Nichtjuden der größten Beliebtheit. Ein von chm bereits während seines Wohnsitzes in Leipzig gemaltes Bild des Fürsten Bismark erregte in Kunstkreisen allgemeines Aufsehen, so daß ihm neuerdings von einer der bedeutendsten Leipziger Kunst, anstalten der ehrenvolle Auftrag wurde, das Bildnis des Königs von Sachsen aus zuführen. Nun hat der geschätzte Künstler auf vielfaches Verlangen der Mitglieder unserer hiesigen Religtonsgesellschaft ein überaus gelungenes Portrait unseres Herrn Rabbiner Dr. Bondi vollendet und im Druck erscheinen lassen, was die vielen Freunde und Verehrer desselben gewiß zu erfahren interessiren wird. Oberlehrer Kahn. Berlin. Der geheime Justizrath von Wilmowsky gab bei Eduard Trevendt in Breslau unter dem Titel: Feldbriefe 18 W/71 von Karl von Wilmowski, die Memoiren seines Vaters heraus, der bekanntlich Chef des Civtlkabinets des hochsel. Kaiser Wilhelm I. war. Die Feldbriefe reichen bis zum 23. Februar 1871; ihnen folgt aus der Feder des Herausgebers eine überaus gelungene Schilderung des Charakters des greisen Kaisers, die auf den mündlichen Ueberlieferungen des vortrefflichen Mannes beruhen. Der frühere Civilcabinetschef schreibt u. A. vom Kaiser: „Ein gläubiger Protestant, wie er sich bereits in dem Briefe vom 3. September 1873 an den Papst ausgesprochen, begriff er nicht, wie ein Gebildeter Atheist sein könne, und war er anderseits der rücksichtslosen orthodoxen und antisemitischen Agitation entschieden abgeneigt. M. Frankfurt a. M., 30. April. Schwere Schatten umdüsterten für unsere Gemeinde den *) ES ist selbstverständlich, daß N!2'N N'p2 ’N bedeutet: Wennn man will, kann mau auch von einer zweiten ablernen und diese ist nämlich die erwähnte gefundene tffVD der npw rD’ito I’N HDD u. s. w. Ausgang des schönen Peßachfestes, die Schatten des Todes. In den Morgenstunden des Sabbat verbreitete sich mit Blitzesschnelle die Trauerkunde von dem plötzlichen Hinscheiden eines unserer hervorragendsten Gemeindemitglieder, des Herrn A rnold Merzbach. Der Verstorbene war der älteste Chef des hiesigen Bankhauses A. Merzbach, das er aus bescheidenen Anfängen, durch rastlose Thätigkeit zu seiner heutigen, weit über die Grenzen unserer Stadt und unseres Vaterlandes hinausreichenden Bedeutung emporgehoben hatte. Die außerordentliche Arbeitskraft des seltenen Mannes machte es ihm möglich, neben seiner umfassenden Berufsthätigkeit sich noch zahlreichen gemeinnützigen Unternehmungen zu widmen. Freilich geschah dies, seiner stillen, bescheidenen Art gemäß, stets so, daß die Oeffentlichkeit möglichst wenig davon erfuhr, aber in den Annalen des tsr. Waisenhauses, des Vereins „Lemaan Zion" und anderer Wohlthätigkeitsanstalten. für die er Jahrzehnte hindurch als Vorstandsmitglied wirkte und sorgte, ist sein Name mit unvergänglichen Lettern eingeschrieben. Es braucht daneben kaum noch besonders betont zu werden, daß auch sonst kein Armer ungehört von der Schwelle seines Hauses ging. Inmitten aller dieser Verpflichtungen fand der allzufrüh Dahingeschiedene stets Zeit, wenn es galt eine der Pflichten unserer heiligen Religion zu üben und zwar sie in mustergiltiger Weise zu üben. Welche Opfer an Zeit und Mühe ein Gebot auch fordern mochte, ihm war es kein Zwang, mit dem man sich wohl oder übel abstndet, nein, ihm war seine Erfüllung eine wirkliche Herzensfreude. So lebte er als leuchtendes Vorbild eines edlen Menschen, eines echten Jehudi! Vielleicht die schönste Blüthe jener hohen Auffassung, die er von seinen allgemein menschlichen, wie jüdischen Pflichten hatte, war die sonnige Heiterkeit, die sein ganzes Leben durchleuchtete und die auch widrige Erfahrungen ihm nicht rauben konnten. Es war deßhalb ein wirklicher Genuß bei festlichen Gelegenheiten an dem Tcsche seines gastlichen Hauses zu weilen und sich an dem Schatze von Lebenserfahrung zu bereichern, der dort aus geistvollen, humordurchwehten Bemerkungen hervorleuchtete. Wie manches treffende Wort, das von den jetzt leider für immer geschloffenen Lippen fiel, machte von Mund zu Mund die Runde, um sich als „geflügeltes Wort" die Unsterblichkeit zu erringen. — So hat denn fein Tod eine tiefe Lücke gerissen, von deren Umfang das imposante Leichenbegängntß heute ein beredtes Zeugniß ablegte; nicht Hunderte, sondern Tausende folgten der Bahre und wenn auch in Rücksicht auf den Monat Nissan die laute

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