Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 34-35 (1.5.1894)
- Date
- 1894-05-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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626 einmal gesagt hat. Der Rebbe weiß es, er war ein Sofar. — Er hat sich immer davor gehütet, leere Battim zu verkaufen, aus dem Grunde, weil er wußte, daß die Schebsen das Bais schel Rosch (Denkhäuschen des Kopses) mit Zlomim (Abbildungen) und anderen Dingen anfüllen. Er hat sich davon überzeugt, als er vor langer Zeit die Tefilin des Reb Leb Gorres zur Reparatur bekam. Das ist Alles, was ich von den Geheimnissen der Schebsen weiß."- „Das genügt mir, Malke", ries freudig der Rabbi aus, und wie von innerer Bewegung getrieben, stand er auf, und im Zimmer auf- und abwandelnd, murmelte er fast unverständlich: „Es ist so — ein Fingerzeig Gottes — die Blinde macht mich sehend, die Sehende soll mir die Verblendeten zeigen. — Endlich, endlich werde ich die giltigsten Beweise in die Hand erlangen." Erstaunt blickte Bele auf den einige Zeit im Selbstgespräche befindlichen Rabbi, als dieser zu ihr fich wendend in ernstem Tone sprach: „Bele Paffowttz, wollt ihr euern Mann erlösen aus den Schlingen, die ihn festhalten, wollt ihr ihn wieder gewinnen Euch zu eigen, um mit ihm als sein treues Weib zu leben?" „Ob ich das will, Rebbeleben? Wie kann der Rebbe noch das fragen? — Ich bin doch deßwegen hergekommen." „Gut", entgegnete ihr der Fragesteller, „ihr habt bewiesen, daß ihr eine muthtge, starkgläubtge Frau seid. Deßhalb wende ich mich an (Älch. — Ihr müßt mir noch morgen früh, sei es durch Lift oder Gewalt, die Tfilin schel Rosch von Reb Leb Gorres verschaffen. Euern Mann lasse ich auch morgen nach „Schul" zu mir vorladen, und ihr und eure Mutter Malke sollt dabei anwesend sein. Habt ihr die Kraft und den Willen um meinem Verlangen zu entsprechen?" „Ich werde es ausführen", erwiederte nach einigem Nachdenken Bele, „der Rebbe weiß es, ich habe mein „Stückelgeschäft" am Eingänge „Unter den Schuppen", und Reb Leb Gorres muß stets dicht daran vorbeipasstren, da wird es mir ein Leichtes sein, ihm die Tfillin abzunehmen und sie dem Rebbe zu bringen." „Wird nur meine Bele", wagte Malke einzuwenden. „dadurch nicht von den Leuten gekränkt werden, oder sonst zu leiden haben?" „Das werde ich schon zu verhüten wissen", sagte zu ihr sich wendend der Rabbi, „thuet nur, wie ich es verlange, und geht mit Gott." Die Frauen verabschiedeten sich von dem Rabbi, der ihnen bis in das Vorgemach das Geleite gab, und noch dort in ihrem Beisein dem Meschores den Auftrag ertheilte, den Khilleschammcs Joffes Passowitz für morgen nach „Schul" zum Rabbi vorzuladen. Dann zog er sich, gefolgt von seinem Sohne Leb, in seine Lehrstube zurück. _(Fortsetzung folgt.)_ Wochen - Kalender. Freitag, 4. Mai, 28. Nissan. Sabbat-Anfang in Mainz 7 Uhr 30 Min. (LI. E. Z) Samstag, 5. Mai, 29. Nissan, 'n 'd tsnn inoi rrroo nrw Sabbat-Ausgang in Mainz 8 Uhr 35 Min. (LI. E. Z.) Sontttaa, 6. Mai, 30. Nissan. rr-n 'N nv Montag, 7. Mai, 1. Isar. rTYl '3 DV Der „ISraeltt" erscheint wöchentlich zweimal, Montag- und Donnerstag-, jedesmal in mindestens zwei Bogen. Preis der Jahrgangs für Deutschland und Oesterreich 12 Reichs-Mark, für's Ausland 16 Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Durch ktn Buchhandel jm bestehen bei E. /. Slrtnackrr, Lrtpstg, Deßplah 16. — Inserate 25 Pfennig die viergespaltene Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut CourS. — Direct« Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 8 fl. österr., für's Ausland 16 Reichs-Mark, an die Expedition franco etnzusenden. 4Hse Räcksendnng »»« a» die Redaetiou eiugesaudte« Manuskripten findet nicht statt, «an bittet deshalb fich von alle« Einsendungen eine Copie zurürkzubehalte«. Inhalt (Hanptblatt): Zur Vermählung Se. königl. Hoheit des Großherzogs Ernst Ludwig von Hessen mit Ihrer Hoheit der Prinzessin Victoria Melitta von Coburg. — Leitender Artikel: Sprüche der Väter. — Zeitungsnachrichten u. Correspondenzen: Deutschland: Mainz. Darmstadt. Berlin. Schwerin i. M. Schlochau. München. — Oesterr.-Ungar. Monarchie: Wien. — Rußland: Wilna. — Vermischtes. — Feuilleton: Die Sabbatianer. Erzählung von Vernarb Auerbach (Fortsetzung). Inhalt der erste« Beilage: Leitender Artikel: Zur^talmudisch-grammatischen These. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen : Deutschland: Mainz. Berlin. Frankfurt a. M. Ludwigslust. Carthaus. Emmerich. — Oesterr.-Ungar. Monarchie: Wien. — Rumänien: Bukarest. — Rußland: Petersburg. Warschau. — England: London. — Telegramm: Aschaffenburg. — Sprechsaal. — Berichtigung. Inhalt der zweiten Beilage: Leitende Artikel: Zur talmudisch-grammatrschen These. — Erklärung einer l2"d-Stelle. — Literarischer Bericht. — Vermischtes. — Feuilleton: Eine jüdische Bücherei. Inhalt der dritten Beilage: Aus jüd. Vereinen und Stiftungen. Pädagogische Beilage. Verantwortliche Redaction: OSear Lehmann in Mainz. — Expedition des „Israelit", Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wirth'schen Hosbuchdruckerei-Aetien-Gesellschaft in Mainz. Hierzu vier Beilage».