Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 32-33 (19.4.1894)
- Date
- 1894-04-19
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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WWW 589 schteht. Dte Verehrung Gottes ist allen geläufig. Aber sich keinen Genuß zu gestatten ohne segnende Anerkennung Gottes, wie es der pflichttreue, Gott dienende Jude durch .12-12 thut, 11122 h dp \t, das ist noch ein unerfüllter Wunsch, dem daher unser Hallellied nicht müde wird das Wort zu reden □^ny lyi nnyo 11120 n dp >it heißt somit: Es wird eine Zeit kommen, in welcher die ganze Menschheit Gott durch 1212 den Zoll ihrer Huldigung bringen wird. Das Gedächtniß des göttlichen Wunderwaltens in Mtzrajim hat diesen Segen des Gottesnamens angebahnt und etngeleitet, er wird sich verwirklichen, was ihm auch entgegentreten sollte. Die Ewigkeit gehört ihm und wenn er auch nnyD o^iy ijn mit der menschlichen Kurzsichtigkeit den Kampf durchzukämpfen hätte. Freilich: 'i dp ^ino wao iy pdp 11120 gepriesen wird der Name Gottes schon heute vom Aufgange der Sonne bis zu ihrem Niedergange. Aber 'i d*u ^2 by di allen Völkern steht Gott als der Hohe, mit seiner Herrlichkeit über den Himmeln Erhabene. Wer ist aber wie Gott, unser Gott wie er sich uns offenbart hat, der bei aller unerfaßbaren Höhe doch seine tief sich herablaffende Liebe auch dem Gedrücktesten, Niedersten bekundet! Wer war verlassener, erniedrigter, dem Untergang sicherer verfallen, als die Väter der Sänger dieses Gottesliedes! Und in einer Mitternachtstunde hat Gottes mächtige Liebe den dem Koth Ueberantworteten ihren Platz neben den Edelsten angewiesen! Wer wollte nach alledem zweifeln, daß die bis jetzt vereinsamte Kinderlose noch freudestrahlend eine Ktnderschaar um sich sammeln wird? In den prophetischen Verheißungen erscheint Israel oft, da wo es seiner Mission nicht gerecht wird, unter dem Bilde einer Mutter, dte nicht in Kindern weiter lebt, als Kinderlose, Unfruchtbare. Seitdem diese Worte zum ersten Male in dte Welt klangen, hat die Mutter aller Religionen zwei Tochterreligionen das Dasein gegeben, die mit ihr im Preis Gottes wetteifern. Sie ist nicht mehr kinderlos, sie freut sich ihrer Kinder! Sie lebt der Ueberzeugung, daß im Laufe der Zeit noch alles abgetragen und überwunden werde, was die Kinder von der Mutter trennt. Deshalb rufen ihre Sänger schwellenden Herzens ihr Hallaluja in die Nacht hinein und schätzen sich glücklich, daß dte Feier ihres Stiftungsfestes sie von der Brudermenschhett nicht isolirt, sondern, wie nichts sonst, sie verbindet und verbrüdert. Die alten Symbole der Väter in den Händen hindern sie nicht, der ganzen Menschheit den Gruß zu entbieten und sie leben der sichern Zuversicht auf eine Zeit, in welcher die Kinder die Freude der Mutter verstehen und theilen werden. (* .11^1 nnop D’ian on n'2.1 mpy ’2»pid ZeitrmgSrrachrichte« rrrrd Correfporrderrzeu. Deutschland. Berlin, 14. April. (Reichstag). Bet der Beratung über den Anttag Kanitz betr. dte Fixirung von Minimalpreisen für das ausländische Gettetde wandte sich Reichskanzler Graf v. Caprivi gegen die Conservativen unter anderem in folgenden Worten: Ich habe mir vor Monaten schon erlaubt, die Herren vor gewissen Dingen zu warnen. Ich habe Sie gebeten, nicht auf die Majoritäten sich zu bastren und dte Autoritäten gering anzuschlagen. Es hat nichts geholfen. Sie find in den Angriffen auf Autoritäten sehr hoch hinaufgegangen in Ihrer Presse und schließlich haben Sie, fürchte ich, vielfach Ihre eigene Autorität in Ihren eigenen Kreisen so wett verloren, daß Sie nicht mehr schieben, sondern geschoben werden. Und ich als ein konservativer Mann beklage das, wenn dte konservative Partei auf diese abschüssige Fläche geräth, und so schnell auf ihr herunterglettet. Ich habe dann weiter mir die Bitte erlaubt, doch nicht trennend zwischen die zu treten, die staatserhaltend sein können, sondern dahin zu wirken, daß sich dte Staatserhaltenden den mannigfachen Gefahren gegenüber, die wir laufen, zusammenschließen. Ich habe Ihnen bei einem andern Anlaß gesagt: DaS, was Sie treiben, trennt in der Landwtrthschaft den Osten von Westen, den großen Grundbesitz vom kleinen und trennt Sie von der Industrie. Das alles muß ich zu meinem aufrichtigen Bedauern aufrecht erhalten. Es ist eine harte Pflicht für einen Staatsmann, solche Worte zu sagen, aber nach meiner innersten Ueberzeugung ist es eine Wahrheit, und ich muß sagen: Das, was Sie jetzt treiben, trennt Sie viel mehr noch, als was Sie bisher gethan haben, nicht nur von der Industrie, sondern von allem andern, was staatserhaltend ist. Es wird Sie selbst schädigen, denn es ist ganz zweifellos, daß Sie die kleine Landwtrthschaft gegen sich haben werden. (Widerspruch rechts.) Ganz zweifellos! 69 p&t aller derjenigen, dte vom landwirthschaftlichen Gewerbe als Befitzende leben, sind kleine Parzellenbesitzer. (Hört, hört, links.) Diese Leute werden Sie gegen sich bekommen, die verkaufen kein Getreide; (Hört, hört! und sehr richtig! links!) Diese Leute werden sich sagen: Wenn dte Herren für dte große Laudwirthschaft sorgen — nun mal heran auch für unser Schwein, *) Wir schließen hiermit die VIII. Serie unserer Erklärung zur Hagadah, um dieselbe mit Gottes Hilfe nächstes Jahr fortzusetzen.