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Der Israelit · 1894-04-19 · Heft 32-33 (19.4.1894) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 32-33 (19.4.1894)
Date
1894-04-19
Page
– (sequence 2)
Language
German
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^MMMWWWVWMWWWWWWWWWWWWWMMD « 588 wiederhallen an den Stätten, die sie der Ehre Gottes und dem Gottes - Dienste geweiht haben, waren es denn nicht die aus Egypten Erlösten und in den Dienst Gottes Getretenen, welche der Menschheit das Bewußtsein von Gott, von einer Stätte der Verehrung Gottes und eines Gottesdienstes gebracht haben? Und wo man Geist und Gemüth verschließt gegen die Wahrheit, welche Israel, der Gotteskämpfer und Gottesdiener der Welt gebracht hat und immer mehr bringen möchte, wo man den Juden ihr Prioritätsrecht auf die Wahrheit nicht vergeffen und nicht verzeihen kann, wo man die ältesten Gottesdiener haßt, ächtet, verfehmt und verfolgt, weil sie nicht daran glauben wollen, der Wille und das Gesetz ihres alten Gottes sei aufgehoben wie man eine Menschensatzung wegdekretirt, wo man sie zu einer Klaffe niederen Ranges degradtrt, und wo sich die ältesten Gottesdiener lieber als hartnäckiges Judenvolk schelten und verachten lassen, als daß sie dem Dienste ihres Gottes untreu werden, leuchten sie unter solchen widrigen Verhältnissen nicht in dem vollen Glanze der Diener Gottes? Sie haben das Recht, sie haben die Pflicht, alle Gottesdiener aller Zeiten und Zonen mit ihrem Lied zum vereinigten Gottes-Preis auszurufen. Sie dürfen auf einen lauten Widerhall ihres Liedes in den Herzen aller Sterblichen zählen. Der Name Gott lebt in aller Mund, er wird gefeiert in Liedern und Chören, in allen Völkern und Staaten. Dieses Bewußtsein von Gott, das ist der Name Gottes, d. h. dasjenige, was wir von seinem Eingreifen in die menschlichen Geschicke wissen, dieses Bewußtsein lebt in groben, achtungbietenden Kreisen, an die es nur des Rufes bedarf, Gottes Preis zu verkünden, um aller Mitwirkung sicher zu sein. Aber diese erste Stufe der Gotteshuldigung, die sich in Worten und Liedern bekundet, ist nur der Untergrund jener großen Gotteshuldigung, die sich in dem Rufe ausspricht: .D^iy ipi nnyo 11122 h uv tp „Es werde der Name Gottes gesegnet, von nun ab bis in alle Ewigkeit." Es dürfte ungemein schwer sein für die gewöhnliche Auffassung den Unterschied präcis zu zeichnen, der zwischen 'i uv &W2 und "i ob» 11122 liegt. Für diejenigen dagegen, die seit ihrer frühesten Erziehung unter dem jüdischen Lebensregime stehen, ist diese Unterscheidung so nahe liegend, daß sie sich von selbst ergiebt, wenn man sie nur an einem eoncreten Fall demonstrirt. Werken wir einen Blick in unsere nächste Umgebung und den Frühling, der uiit Millionen Blüten und Knospen seinen Einzug hält, der den Tod des Winters überwunden und mit seinem neuen Leben und Weben Gottes Wundermacht bekundet, so sind wohl alle, welche ein Bewußtsein von Gott haben, darin einig, daß im Frühling und seiner Blüthenpracht sich das sichtbare Walten Gottes wie selten sonst in ergreifender Weise manifestirt. Die Dichter, welche den Frühling als eine göttliche Veranstaltung preisen, alle diejenigen, welche die Herrlichkeit des Frühlings dazuführt Gottes zu gedenken, der diese Pracht in's Dasein gerufen, alle haben Gott gepriesen, durch alle ist 'i uv der Name Gottes gepriesen. Frägt man einen dieser Dichter und Bewunderer des Frühlings und seiner Gaben, wer die Blüthen geschaffen, deren Duft uns berauscht, wer das Wasser fließen ließ, das aus der Quelle sprudelt, wer die Beere reifen ließ, die uns am Weg grüßt, so erkennen alle an, daß das Gottes Werk ist. Aber diese Anerkennung in Worten bleibt ohne jede Beziehung und ohne allen Einfluß auf diejenigen, welche sie im Munde führen. Damit sie uns zum Segen werde, muß daraus ein Lebensvorsatz erblühen, muß sie zur 71212, muß der Name 11122 werden. 11122, zu einer solchen Quelle des Segens, war der Gottes-Name für uns, wenn wir uns keinen Blick auf den Blüthenflor des Frühlings, keinen Duft aus dem Blüthenkelch einer Blume, nicht das Recht eine Beere zu pflücken oder einen Trunk Wasser uns gestatten, ohne mit diesen Genüssen die Zwecke und Ziele Gottes segnend fördern zu wollen, der den Menschen mit seinen Blüthen einen Genuß bereiten will, welcher der Blüthe den Wohlgeruch, der die Frucht aus der Menschenerde, der alles durch sein Wort erstehen ließ. So lange der Name Gottes nur in Liedespreis — ^>112 — im Munde der Menschen lebt, so lange kann man Gott als Schöpfer des ganzen Universums verehren, so lange steht Gottes Schöpfermacht himmelhoch über der von ihm in's Dasein gerufenen Natur, aber es fehlt das Band, das Gott mit der Erde und gar mit dem einzelnen Menschen verbindet. Ohne ri2i2, ohne daß Gottes Name 11122 wird, thront Gott im Himmel und die Erde ist der Tummelplatz der Menschen. Erst die .1212 im menschlichen Munde für die Genüsse, welche die Erde bietet, setzt Gott als Herrn der Erde ein und stellt uns in dessen Dienst. ^.1 preist die Höhe, -1212 feiert die Nähe Gottes, die das ganze Blüthenmeer deS Frühlings dahin gezaubert hat, Di« m D.12 um den Menschen damit einen Genuß zu bereiten. Diese Gottesnähe hat Niemand greifbarer und so über allen Zweifel erhaben erfahren, als die aus Mizrajim Befreiten. Sie fordern daher die Menschheit in ihrer Nationalhymne auf, Gott durch 1212 zu verehren, wie es im jüdischen Kreise ge-

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