Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 32-33 (19.4.1894)
- Date
- 1894-04-19
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXXV. Jahrgang. M 32 & 33. Der Zsraelit. Ern Aenlrat-Argan für das orthodoxe IudentHum. Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Donnerstag. den IO. April 5654 (1804). Wir geben heute eine Doppelnummer, da des heil. Peßachfestes wegen, die nächste Nummer (wiederum eine Doppelnummer) Dienstag, 1. Mai erscheint. Leitender Artikel. Kagaday schet Ueßach Achte Serie. VII. Mainz, 18. April. -pUB 'n qv '.i' *n dp pn )bbr\ m N2y i^n *n^n .'Oi ‘i oit? iNoo ny vroit? mrao obiy nyi nnyo „Hallaluja! Preis et, Ihr Diener Gottes, preiset den Namen Gottes! Es werde der Name Gottes gesegnet von jetzt und bis in Ewigkeit! Vom Aufgang derSonne bis zu ihrem Untergang wird der Name Gottes zwar gepriesen; erhaben über allen Völkern steht wohl Gott, hoch über den Himmeln seine Herrlichkeit; wer aber ist wie Gott, unser Gott, dessen Thron so hoch steht und dessen Blick so tief herniederreicht in dieHimmel und in die Erde, der aufrtchtet vom Staube den Heruntergekommenen, der aus dem Koth den Dürftigen hebt, ihn unter die Edelsten zu setzen, die Edlen seines Volkes, er setzt die Kinderlosen des Hauses zu einer freudestrahlenden Mutter von Kindern ein, Hallaluja!" Wie die Enkel der aus Egypten Erlösten in den Sederabenden die Gedächtnißstunde dieser Erlösung auf dem weiten Erdenrund zu hellem Sang und lautem Jubel drängt, hat uns der vorige Passus gezeigt. Es sind keine Triumphlieder in dem gewöhnlichen Sinne des Worts, keine Schlachtengesänge, die Rache und Schadenfreude athmen und so einem bonzenhaften Chauvinismus Vorschub leisten. Die aus dem Dienste Pharao's in den Dienst Gottes Getretenen fühlen sich als Gottesdiener, sie wissen sich mit ihrem Leid und Weh. mit ihrer Freude und ihrem Jubel im Dienste Gottes. Mit ihrer Knechtung und ihrer Erlösung haben sie es vor aller Welt bekundet, daß es einen Gott gibt, durch sie lebt der Name Gottes im Munde aller Menschen. Alle, die Gottes Namen auf Erden feiern, seine Zwecke fördern und seinen Zielen dienen wollen, alle fordern sie auf, den Preis des Gottesnamens mit lautem Jubel zu verkünden. — Dieser Hallaluja-Ruf schallt wett über den engen Kreis hinaus, den Konfession und Religion gezogen hat. Er kennt keine Schranke der Zeit, denn er klingt o^iy nyi nnyo, von jetzt ab bis in alle Ewigkeit. Er kennt keine Schranke des Raums, nicht in der Weite, nicht in der Höhe oder Tiefe, denn er klingt vom Aufgang der Sonne bis zum Niedergang derselben, er dringt in die höchste Höhe und die tiefste Tiefe. Alles und Alle stehen im Dienste Gottes, an Alle wendet sich daher der Sängergruß der aus Egypten Erlösten, damit Alle bewußt als Diener Gottes sich im Dienste Gottes stehend begreifen, dessen Zwecke und Ziele sie unbewußt fördern. Als Gottes-Diener alle Welt auffordern, den Preis des Gottes-Namens zu verkünden, eine solche Aufforderung kann nur von solchen ausgehen, die sich selber bereits als Diener Gottes, als mit ihrem ganzen Leben und Leiden im Dienste Gottes stehend begreifen, 'n nma) bb& 'v Wer darf die Machtthaten Gottes preisen? ir£nn bo jiw Wer das ganze Lob Gottes in seiner vollen Größe verkünden kann. Und wahrlich die Gottes-Sänger an der groben Peßachtafel-Runde. wie die Welt das jüdische Nationallied auch aufnehmen möge, sie erscheinen als die wahrhaftigen Diener Gottes auf Erden! Wenn die große Welt diesen Lauten der Psalmenharfe Geist und Herz öffnet, wenn ihre Tempel, ihre Kirchen und Moscheen von denselben Hallaluja's