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Der Israelit · 1894-04-16 · Heft 31 (16.4.1894) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 31 (16.4.1894)
Date
1894-04-16
Page
– (sequence 10)
Language
German
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II Jl I II . I Jl»ui J "Jiunjppp wm W^WMWWW^WWWWWWAWWWWWW 580 Schulen gern ausgenommen und die Privat-, bezw. die ohnehin schon von der Alliance und Baron Hirsch gut dotirten israelitischen Schulen auch noch von Regierung und Stadtmagistraten subventionirt. Und zu bedenken ist dabei, datz während Bulgarien mit Ostrumelien nur wenige tausend Israeliten zählt, die bei der Thatsache des politischen Wohlwollens und der pekuniären Unterstützung seitens der öffentlichen Behörden für ihre entsprechend geringe Schuljugend schon selbst den nöthtgen Rest der Geldmittel aufbringen könnten, sind es in Rumänien über 200,000 von den Behörden verfolgte, bezügl. des Unterrichts schon immer so gut wie ignorirte, jetzt in brutaler Weise davon völlig ausgeschlossene Israeliten mit einer der Bevölkerung entsprechend großen Anzahl schulbedürfenden Kindern, die, selbst bettelarm, auch von den Bildungsbestrebungen der Alliance ignorirt und der Verdummung überlaffen werden! Nicht zu vergessen ist dabei weiter, daß Rumänien als Staatsgcbilde 22 Jahre älter ist als Bulgarien ( 856—1878). Man findet cs aber logisch die politisch vollberechtigten Israeliten des jüngeren Staates, denen auch der Besuch der öffentlichen Schulen freisteht, gegen die völlig rechtlosen, von den Staatsschulen bis jetzt nur geduldeten Israeliten des älteren Staates, die nach einem Zeitraum von 22 (jetzt 37) Jahren zum Gebildetsein naturgemäß eher berechtigt sind, zu bevorzugen und diese älteren von jenen jüngeren überflügeln zu lassen! Es ist dies ein förmlich den Augen ausstechender Gegensatz, eine Ungerechtigkeit und Ungeheuerlichkeit möchte ich sagen, für welche ich keine Erklärung finde. Meines Dafürhaltens wäre es nun aber sicher richtiger, diejenigen zu unterstützen, die so sehr hilflos dastehen und, seit drei Jahrzehnten allen Stürmen antisemitischer Regterungspolitik ausgesetzt sind. Es wäre korrekter und bei dem Umstande, daß Rumänien, bis auf den Antisemitismus, schon ein ausgewachsener moderner Bildungsstaat ist, angebrachter, dessen Israeliten die Möglichkeit zu geben, wenigstens in der primitivsten Bildung — Lesen und Schreiben — mit den christlichen Eonnationalen gleichen Schritt zu halten. Die Israeliten der anderen Orientländer, die, jedenfalls im Erwerb nicht gehindert, auch eher Schulen unterhalten können, sie mögen den Bildungsgang ihrer Connationalen gehen. Die Million Franks, die meines Wissens Baron Hirsch vor einigen Jahren für bulgarische und ostrumelische israelitische Schulen stiftete, könnte unzweifelhaft gerechter und besser zu israelitischen Schuldotattonen in Rumänien verwendet werden und auch die Alliance Universelle sollte ihre Schulunterstützung von dem zweieinigen Bulgarien, wo sie völlig überflüssig find, nach Rumänien verlegen. Schon mit der einen Million des Baron Hirsch ließe sich da, trotz der größeren israelitischen Bevölkerung, so gut wie Alles, jedenfalls sehr viel thun und natürlich um so mehr, wenn ein etwaiger bulgarischer Specialfonds der Alliance dazukäme. Ich verweise diesbezüglich auf meine in diesen Blättern abgedruckten Artikelserien „Das israelitische Gemeindeleben in Rumänien" *) und „Handwerk und schwere Arbeit bet den Israeliten Rumäniens". **) Ich habe damals freilich, nach Analogie der wenigen Schulunterstützungen von 20 Pfd. St. (500 Frcs.) seitens der „Jewish Association", die Gesammtsumme einer etwaigen Förderung von israel. Schulen in allen Städten Rumäniens viel zu niedrig bemessen, was ich auch gleich dabei hervorgehoben. Jedoch eine Million Frcs. in rumänischen Werthpapieren angelegt, könnte ein Erträgniß von 50—60,000 Frcs. jährlich bringen und dieses, nach der Anzahl der schulfähigen isr. Kinder, bezw. isr. Bevölkerung jeder Stadt Alt-Rumäniens (excl. Dobrudscha) proporttonell v ertheilt, könnte eine sehr wirksame Unterstützung je einer Elementarschule in jeder Stadt ergeben. Mit einer bloßen nenuenswerthen Unterstützung — nicht völlige Unterhaltung — wäre schon viel gethan; das dann noch Nöthige würde schon eher. im Lande aufgebracht werden können. Sollten sich die pariser Alliance und Baron Hirsch nicht entschließen, ihre eigenen Fonds den rumän. Israeliten zuzuwenden, so scheint es nun Pflicht der deutsche« und östereichischen Lokaleomitvs an deren Stelle zu treten, ihre Beiträge in Wien oder Berlin zu centralisiren und dem rumän.-tsraelit. Schulzwecke, welch letzterer eine Sache spezialnationalen Uebergewichts nicht sein darf, zuzuwenden. Ich bin gern bereit hierzu meinen sachkundigen Rath und thätigen Beistand zur Verfügung zu stellen. Berlin C., 2. Dr. jur. Elys^e N. Cormaun Zeitnugsuachrichteu und Correspoudeuzeu. Deutschland. Berlin. Herr Liebermann von Sonnenberg sendet in Bezug auf die ihn betreffende Notiz in Nr. 13 der „Mitth." folgende Berichtigung: 1. Es ist unwahr, daß ich vor 25 Jahren in *) „Israelit" Nr. 63 ff. v. 1887, Nr. 4 ff. v. 1888, besonders der Artikel XII und XIII. **) „Israelit" und „Jeschurun" v. 1889 Nr. 51 ff., besonders die Artikel VII und VIII.

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