Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1894-04-16 · Heft 31 (16.4.1894) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 31 (16.4.1894)
Date
1894-04-16
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2446951-2448412-2448441--38374-2486480
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

m WWWWWWWWWWWWWM.j ', J .1 ■[■' > M ' -■<■ < - 575 r ■ ft •tktrchenbehörde, welche diese Wahl vorgeschlagen und dem Ministerium, das sie bestätigt hat, wird von den Israeliten Württembergs darum der wärmste Dank entgegengebracht. Rabbiner Dr. Kroner ist in allen Kreisen der deutschen Israeliten wohl bekannt und wegen seines festen und zielbewußten Karakters allseitig hoch geschätzt und geachtet. Man hofft von ihm, daß er viele Zweige der seiner Oberleitung unterstellten Verwaltung mit neuem kräftigen Leben erfüllen wird. Möge ihm und dem Lande sein Eintritt in den württ. Staatsdienst zum Glücke gereichen und möge er allezeit eine reiche und gesegnete Wirksamkeit entfalten. Würzburg. Bezüglich des Artikels in Nr. 29 dieser Bl. gegen die in einer größeren Landgemeinde Süddeutschlands beabsichtigte Einführung von D"-r,r»< mpj erlaubt man sich folgendes mttzuthetlen: Bereits vor vielen Jahren wurde bei »rvoNn fii«n «iw, Herrn Distriktsrabbiner S. B. Bamberger von einer großen Gemeinde Süddeutschlands eine desfalsige Anfrage gestellt und hat derselbe den ->idw in einer uns vorliegenden mwn genau auseinandergesetzt, welche Aeußerung den Zweck hatte, daß jenes Projekt aufgegeben wurde. Wenn ein Rabbiner im Osten für die bedingungsweise Zulässigkeit dieser Neuerung sich ausgesprochen haben sollte, so scheint er die Sache nicht gehörig erwogen zu^haben, und wird sich gewiß selbst freuen, wenn dessen 'lai »»ta nwtrr. nttff keine Folge gegeben und die roxiDi Dniov sowie die hiedurch vorauszusehende Kluft in vielen Gemeinden vermieden und verhütet werde. rrn ß. B. Thorn, 12. April. Die heute hier erschienene Nr. 84 der „Thorner Ostdeutschen Zeitung", herausgegeben von M. Schirmer, enthält folgende Notiz: (Panik im Schlachthaus.) Gestern Nachmittag spielte sich im hiesigen Schlachthaus ein sehr aufregender Vorfall ab. Herr Fleischermeister Tews wollte einen Bullen schlachten; dieser war Anfangs ganz ruhig, sodaß man ihn ohne jede Schwierigkeit in die Halle brachte, als er aber durch den Kopfschlag betäubt werden sollte, wurde er beim dritten Schlag wild, daß er Ketten und Stricke, durch die er an den Hörnern und am Halse festgebunden war, zerriß und wüthend im Schlachthaus umherstürmte. Es entstand nun die größte Panik. Alles flüchtete und verschiedene Gesellen, die nicht mehr Zeit hatten, sich durch die Thüren zu entfernen, retteten sich auf die Winden. Jetzt begann der Bulle sein Zerstörungswerk. Da man die Thüren rasch geschloffen hatte, wandte er sich gegen die schon geschlachteten Thiere, die am Boden lagen und beschmutzte und zerrte das Fleisch umher. Niemand Konnte sich ihm nahen und über eine Stunde raste der wüthende Bulle in der Halle. Endlich sah man sich genöthigt, das rasende Thier, das unsägliche Schmerzen gehabt haben muß, durch einen Schuß zu tödten. Gleich darauf wäre beinahe bet einem anderen Bullen ein gleiches Unglück passirt. Auch dieser wurde durch die wiederholt vergeblich gegen seinen Schädel geführten Schläge rasend gemacht. Zum Glück konnte er aber die schweren Ketten nicht zerreißen. Erst nach fünf Schlägen sank er betäubt zu Boden. Nun eilt Euch, Ihr Thierschutzvereinler, damit das thterquälerische Schächten so schnell wie möglich abgeschafft und statt deffen Betäubung durch Kopfschlag eingeführt werde. Schueidemühl, 5. April. Der „Schn. Ztg." zufolge hat die Staatsanwaltschaft gegen den Antisemiten Hans v. Mosch Anklage wegen Aufreizung zum Klassenhaß erhoben. Die Verhandlung findet am 9. Mai vor der Schneidemühler Strafkammer statt. H. v. Mosch kandidirte in der Reichstags- Nachwahl für Meseritz-Bomst und ist auch für Schlochau-Flatow als antisemitischer Kandidat aufgestellt. Cöln, 10. April. Gestern Abend hielt in der hies. Lesegesellschaft Herr Rabbiner Dr. Frank vor einem Auditorium von 600—700 Köpfen einen hochinteressanten und begeisterten Vortrag „Ueber das Reichspostgebäude in Cöln und die Juden." Auf drm Grund und Boden, wo das erstere sich heute befindet, stand das Dominikaner-Kloster, von wo aus im 15. und 16. Jahrhundert ein Pfefferkorn sein Wesen trieb, heute steht hier eine öffentliche Staatsanstalt, zu der Jude wie Christ ungehemmten Zutritt hat. Die Zeiten haben sich geändert, aber ein Kampf zwischen Humanismus und Scholasticismus dauert ewig fort. Die Juden find die Postboten an den Landstraßen der Bildung und Gesittung und die Wissenschaft des Judenthums wird, wie die Post Ideen und Gedanken verbreitet, auch ihre segensreichen Zweige über die ganze Erde ausstrecken. Es ist beffer worden, ruro ina □»ny! S. Bachenheimer, Lehrer. Italien. Rom. Auf dem internationalen medizinischen Kongreß in Rom hat Professor Vtrchow in seinem Vortrag über „Morgagni und der anatomische Gedanke" die Verdienste der Juden um die Heilkunde in anerkennender Weise hervorgehoben. Virchow sagte nach der „Klin. Wochenschrift" Nr. 14, S. 346, wo der Vortrag in extenso abgedruckt war: „Als nach dem Untergange Alexanders aus den Trümmern seiner Herrschaft eine Reihe selbstständiger Reiche im Osten entstand, erhielten sich

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.