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Der Israelit · 1894-04-16 · Heft 31 (16.4.1894) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 31 (16.4.1894)
Date
1894-04-16
Page
– (sequence 4)
Language
German
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I gM^i, i.ijpn^i „II UW^^WWMV^WMDWMWW 574 ihres HauseS gestiftet, welchem sie, um das Andenken ihres Vaters zu ehren, die Bezeichnung „Jacob Jsrael-Stiftung" betgelegt haben. Berlin, 7. April. Einen Beweis dafür, daß der Antisemitismus mit atavistischem Religionshaß eng verwandt ist, erbringen zwei pariser katholische Antisemiten. Georges Thisbaut „studirte" kürzlich im „Figaro" die Judenfrage und kam zu dem Ergebnis, daß die Protestanten, Freimaurer und Juden, die einander würdig seien, Frankreich zu Grunde richten. Der andere, weit bekanntere Antisemit, Eduard Drumont, der Verfaffer des „Verjudeten Frankreich", hat sich, außer auf die Judenhetze, nun auch auf die Protestantenhetze geworfen, so daß diese beiden Konfessionsminoritäten nichts mehr von einander voraus haben. Unter dem Titel „Ein kleines Irland" veröffentlicht nämlich Drumont in seinem Blatte bösartige Angriffe gegen die Protestanten im Gard-Departement. Bekanntlich ist dieses Departement ein Bestandtheil jener Languedoc, wo der Protestantismus sich am raschesten entfaltete und die grausamsten Verfolgungen zu erdulden hatte. Daß ein Jahrhundert nach der französischen Revolution das „Hugenottengelichter" an der Verwaltung und den öffentlichen Aemtern gleich den Katholiken seinen Antheil hat, erscheint Drumont ungeheuerlich. Mit allgemeinen Betrachtungen darüber begnügt er sich nicht, sondern läßt ein Verzeichniß aller Personen, Männer und Frauen, Richter, Verwaltungsbeamte, Lehrer, Aerzte u. s. w. aufstellen, die aus der Staatskasse besoldet werden, und damit noch nicht zufrieden, schimpft die „Libre Parole" darüber, daß die Preisgerichte bei Pferde-, Hunde- und Gartenbau-Ausstellungen vorwiegend aus Protestanten zusammengesetzt sind, und daß man in der städtischen Bibliothek von Nimes, wo die meisten Beamten Protestanten sind, die vollständige Sammlung der „Revue äu Rrol68tauti8M6 frangais“ aufgelegt findet. Wie in Frankreich, so ist es auch in Deutschland. Der Judenhaß der deutschen Antisemiten ist, sofern er nicht brutale Geschäftssache ist, nichts anders als der mittelalterliche Religionshaß in erneuter Form. Königsberg i. Pr., 6. April. Am Montag den 2. d. Mts. fand im hiesigen israelitischen Waisenhause die sechste Konferenz der jüdischen Religionslehrer der Verbandgemeinden Ostpreußens statt. Am Abend des vorangegangenen Tages hatten sich die Mitglieder der Schulinspektion zu einer Sitzung vereinigt, zu der auch als Vertreter des Verbandsausschusses Herr Stadtrach S.Magnus hier erschienen war, und in der die Tagesordnung für die Konferenz des nächsten Tages definitiv festgestellt sowie Bericht über die im vergangenen Jahre vorgenommenen Schulinspizirungen erstattet wurde. Die Verhandlungen des eigentlichen Konferenztages wurden um 10 Uhr Vormittags durch den Vorsitzenden der Schulinspektton Herrn Rabbiner Dr. Bamberger-Königsberg eröffnet. Es waren 55 Herren erschienen, darunter der Vorsitzende des Gemeindeverbandes Ostpreußens, Herr Stadtrath I. Eichelbaum - Insterburg, ferner als Vertreter ihrer Gemeinden die Herren Kommerzienräthe Cohn, Louis Elkan und Stadtrath S. Magnus hier, L. Wittenberg-Osterode, S. Schwarz - Guttstadt und Wulf-Insterburg. Herr Prediger Scherbel sprach das Einleitungsgebet, worauf Herr Stadtrath S. Magnus die Versammlung namens der hiesigen Synagogengemeinde mit warmen Worten begrüßte, die Bedeutung der Lehrer für die religiöse Bildung des herangewachsenen Geschlechts hervorhob und sich in Darlegungen über einen guten Religionsunterricht erging. DieWahl des Bureaus ergab: Rabb. Dr.Bamberger, Vorsitzender, Rabb. Dr.Rülff, stellvertretender Vorsitzender, Prediger Scherbel-Gumbinnen, Rabb. Weinberger-Jnsterburg und Dr. Wolffberg-Hier, Beisttzende, Kantor Levin-Ttlsit und Watsenhausinspector Peritz-Hier, Schriftführer. Die weitere Tagesordnung weist folgende Punkte auf: 1. Verlesung des Protokolls der letzten Konferenz, 2. der revidierte Normalschulplan, Referent der Kommission Prediger Sturmann-Osterode, 3. Bericht der Schulinspektion.. 4. Bericht über den Stand der Hilskasse, Referent Sekretär Klein-bier, 5. das Btbellesen in der Reltgionsschule, Referent Rabbiner Dr. Bamberger, 6. Stellungnahme zum Projekte eines allgemeinen jüdischen Reltgionslehrerverbandes, Referent Kantor A. Levin-Tilsit, 7. Vortrag des Rabbiner Dr. Rülff über Religionsunterricht nach heutigen Zeitverhältnissen, 8. Anträge aus der Versammlung, 9. Vortrag des Rabbiner Dr. Weinberg-Insterburg über Gebetbuch und Religionsunterricht mit Anschluß einer Lehrprobe, 10. Lehrprobe, a) Joseph wird von seinen Brüdern verkauft, gehalten von Lehrer Kanter-Ortelsburg, d) Barkochba, gehalten von Prediger Sturmann-Osterode. Den Schluß bildete ein Festgottesdtenst mit Chorgesang, geleitet von Herrn Obercantor Birnbaum hier. Abends folgten die Mitglieder der Konferenz einer Einladung des hiesigen Vereins für jüdische Geschichte und Litteratur nach dem Artushofe, wo ihnen in Gesellschaft von ca. 300 Personen eine Fülle geistiger und materieller Genüsse geboten wurden. Aus Württemberg, 1. April. Heute tritt Dr. Kroner, bisher Direktor des isr. Lehrerseminars in Hannover, sein Amt als isr. Oberktrchenrath und Rabbiner in Stuttgart an. Seine Ernennung zum Oberkirchenrath ist von den württ. Israeliten mit ungetheilter Freude begrüßt worden; der Ober-

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