Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 31 (16.4.1894)
- Date
- 1894-04-16
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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WMDMMWWWWWMMMWWWWWWWWW^^ P.: *- *! ' 578 Tragen doch alle Aussprüche und Jnstituttonen unserer Altvorderen dieselbe Eigenthümltchkeit, als das unverkennbare Gepräge ihrer Göttlichkeit an sich. Wie uns von Gottes Weltlenkung gelehrt wird, *\x nnwa nwe-ii ns'no hb ttfi-iM »jni »nano non -jxb-in “ynoööi (x*y ]mnjo) iroa owm nrv» (fm ("IDT D’DN^D vlp^'1 Nnboo) N3“ID fMlD daß eine und dieselbe göttliche Waltung die disparatesten Gegensätze, wie Krankheit und Genesung, Tod und Leben harmonisch in sich vereinigt, so webt sich aus mm rb% aus lauter Freude und ernster Scheu die für den wahren Gottesdienst unerläßliche Seelenstimmung. Diese Lebensauffassung, welche auch in den trübsten Schattenseiten des Lebens Licht und freudige Erhebung sucht und findet, ist eben das Charakteristische unserer großen Meister, deren Lichtspuren Israel den Weg durch die nächtigen Jahrtausende seines Exils erleuchteten und erleuchten. Darin vor allem bekundet sich der reiche Segen, den der jüdische Mund an das bloße Gedächtniß unserer Weisen knüpft, wenn er nur ihre Namen aussprtcht. Wie haben doch unsere Weisen — gesegnet ist ihr Andenken — selber dem Ideal entsprochen, das sie uns von einem Weisen entworfen. Wenn derjenige ein Weiser ist, der, wie sie lehren, über keiner noch so herben, trüben Gegenwart den Blick auf die Zukunft sich nehmen läßt, der unverwandten Auges ritt rwn sein Hoffen und Denken, sein Thun und Lassen auf die Zukunft richtet, und damit den großen und kleinen Sorgen der Gegenwart ihre Bitterkeit nimmt, wie sind denn unsere Weisen in der That die wirklichen, von Gott begnadeten nwn noxn, die glänzende Bahn weisenden Sterne ihres Volkes geworden! Was wäre aus dem jüdischen Volke in den langen, bangen Zeiten der Verkümmerung seiner heiligsten Menschenrechte geworden, wenn ihm Gott in seiner Gnade nicht solche Männer zu geistigen Führern gegeben und wenn ein Abglanz dieses Geistes, wenn dieses 'iv pw nicht Licht und Zuversicht in seinen Rethen erhalten hätte, als eine ganze Welt sich verschworen hatte, es in ewige Nacht zu hüllen und dem Untergang zu überantworten. Mit dieser Anschauung seines Geschickes und Lebens bleibt heitere Lebensfreude der innere, von keinem äußern Leid erreichbare Kern der jüdischen Seelenstimmung. Und diese heitere Auffassung des Lebens, die sich nicht trüben, dieser Lebensmuth, der sich nicht brechen läßt, verdankt der Jude, der Talmudjude, seinem Talmud. Er war und ist in allen bewegten, finsteren Zeiten der sichere Port, der alle schirmend trug, die sich auf seinen Boden gestellt hatten. Ihn hatten die Feinde des Judenthums und der Judenheit aller Zeiten zur Zielscheibe ihres Spottes und ihrer Verleumdung auSersehen. Die Ftnsterniß, in die sie Juden und Judenthum gehüllt, nannten sie das Werk des Talmud; und er allein war es noch, der sie selbst in der tiefsten Dunkelheit Ruhe und geistige Befriedigung finden ließ. Er war es doch, der den Glauben an die nationale Unsterblichkeit und an die Wiederauferstehung von dem socialen Tode aufrecht erhielt, für welchen die Todtengräber der Menschheit den jüdischen Zerstreuten so oft das Grab gegraben hat. 17 i“PD1» ’:n 1DN cb\V ’nD3 . (i"2 y-nnjo) bu hv miobn Eine solche Perle aus dem Meere des Talmud ist der Ausspruch Rabbon Gamliels, der an die Bedeutung von Peßach, Mazzah und Maror anknüpfend, uns selber so fortwährend aus der Bedrückung zur Freiheit schreiten lehrt, daß das Hochgefühl dieses Bewußtseins uns alle zu Festsängern umwandelt, die ihre freudige Zuversicht auf die endliche Erreichung der den Vätern zugeschworenen Bestimmung in einem Millionenstimmigen Halleluja, in Ost und West und Süd und Nord so lange in die Peßachnacht hineinrufen, bis es bei der ganzen Menschheit endlich Gehör und Wiederhall gefunden! .m^n nisnn rrw vjb^> ->dwi (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Berlin. Die Erben des Kommerzienraths Jacob Israel, des vor Kurzem verstorbenen Mitinhabers der bekannten Firma N. Israel, haben aus besten Nachlasse gegen 500,000 Mark zur Verwendung an milde Stiftungen bestimmt. Wir heben aus der Reihe der Zuwendungen hervor: 100,000 Mark an die Stadt Berlin, zur Verwaltung durch die Stiftungs-Deputation und mit der Anordnung, daß die Zinsen in jedem Jahre am Sterbetage an verschämte Arme zur Vertheilung kommen sollen, 50,000 Mark an die Baruch Auerbach'sche Waisen- Erziehungsanstalt, 20,000 an das jüdische Krankenhaus, 12,000 Mark an die Alterversorgungsanstalt der jüdischen Gemeinde, 10,000 Mark an die Kaiser Wilhelm- und Augusta-Stiftung, 10,000 Mark an das Kurhospital in Kolberg. Ferner sind bedacht worden: das Asyl für Obdachlose, die Gesellschaft für jüdische Handwerker und Künstler, die Ackerbauschule in Hannover, der Verein junger Kaufleute von Berlin und viele Andere. Ferner haben die Söhne des Verstorbenen, die Herren Hermann N. und Berthold Israel, 250,000 Mark zur Errichtung eines Pensionsfonds für die Angestellten