Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 28 (5.4.1894)
- Date
- 1894-04-05
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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'1 >WW88WWM n WWWWW 508 Monat p’j hat uns ganz besonders zu Gottes Dienern gemacht, hat unS dem Gottesgesetz und Gottesdienste unterstellt. Mit unserer Befreiung aus Egypten sind wir nicht btos freie Menschen geworden, die ihr Selbstbestimmungsrecht erhalten, das ja doch nicht verhüten würde, daß wir nicht wieder unsere Freiheit einbüßen könnten, sondern sind freie Dtener des Schöpfers geworden, haben Sein Gesetz, Seinen Willen und Seine Absicht zu erfüllen uns verpflichtet, sind dadurch eingereiht den übrigen Geschöpfen, die gezwungen sind ihrem Schöpfer zu dienen und dadurch ihre Daseinsbedingung erlangen, während wir aus freiem Willen uns dem Schöpfer unterordnen und uns Seines Schutzes erfreuen. Wir gehören mit zu den nothwendigen Gebilden und wer?en vom Schöpfer erhalten. Nicht uns allein gehören wir an, nicht unsere Pflichten der Erhaltung stehen im Vordergründe, nicht uns gehört das Leben mit allen seinen vornehmsten Ansprüchen, nicht unser Wille darf uns beherrschen, uns Gesetz und Norm sein, sondern höher muß unsere Auffaffung von des Lebens Bedeutung stehen. Wir ragen weit hinaus über unsere ganze irdische Umgebung, über die uns umgebende Schöpfung, ringen uns empor durch unser Lossagen von irdischen Trieben und Gefühlen, sie beherrschend und höherem Zwecke unterstellend, daß wir zu geistigen und alle irdischen Geschöpfe beherrschenden Wesen uns aufschwingen, so gleichsam Gottes Geist hier auf Erden repräsentirend durch uns, durch unfern wenn auch schwachen und doch so gewaltigen, mächtigen Geist, erst in Wahrheit einen kleinen Begriff des erhabenen, allgewaltigen und allmächtigen Schöpfergeistes gewinnend. — Die Heiligung der uns durch den Monat pu, unserem Erlösuugsmonate, stets in Erinnerung bleibenden Zeit und der für uns in erster Linie wichtigen, Zeit bestimmenden Mondes heiligt auch uns selbst. Darum sagen einige Weisen, daß wir am Neumonde sprechen sollen o'tenn im „Gepriesen fei, der die Monde heiligt." Weiter noch geht die Ansicht anderer Gelehrten, die da sagen, wir sollen sprechen: anpo -jro tocm „Gepriesen sei, der da Jisroel heiligt, denn wenn nicht Jisroel ihn heiligt, wäre er gar nicht heilig." Nicht bloß uns heiligen, erheben wir, wenn wir uns als Gottes Geschöpfe erkennen und Ihm dienen, sondern wir verleihen gleichsam durch diese Erkenntntß und Anerkennung der ganzen Schöpfung erst wahren Werth. Die Gesammtschöpfung wäre ohne den Menschen bedeutungslos und wenn der Mensch den Schöpfer und Seinen Schöpfungszweck nicht erkennt, ohne Werth. Das Bild, das uns auch heutzutage Männer der Wissenschaft als ganz „bestimmtes" Resultat ihrer Forschung von der Welt und ihrem Ursprung geben und damit das tiefe Dunkel über die Weltentstehung erhellt zu haben vermeinen, indem sie eine Absicht des Schöpfers, einen Zweck der Schöpfung verneinen, wenigstens einen solchen nach unserer bisherigen Auffassung nicht gelten lassen: Dieses Bild wird uns die Welt ewig als ein unverstandenes, ungelöstes Räthsel erscheinen lassen. Da es uns nie einen Ausgang finden laffen wird, so muß es eine Verirrung sein. Doch behauptet die Wissenschaft, daß sie die Wahrheit gefunden. Und worin besteht diese Wahrheit? Daß der Mensch auf sich allein angewiesen ist, auf eigene Füße gestellt, sich allein nach sich zu richten hat. Er hat sich mit sich und der Welt ganz allein abzufinden. Er muß also nach bestem Wiffen leben und suchen, die kurze Spanne Zeit, die ihm zu leben möglich ist, sich so behaglich und erträglich zu machen, wie er es vermag. Dann fällt er zurück in das ewige Dunkel. So haben schon oft die Menschen den Menschen entheiligt, herabgewürdigt zu einem höher begabten Thier, ihn dem Zweifel anhetmgegeben und unglücklich gemacht. Das kann aber keine Wahrheit sein; sie erfreut, beglückt nicht, stürzt uns in Verzweiflung. Seit dem Momente, wo Jisroel in die Reihe der Völker eintrat, hat es die Ansicht verfochten, daß wir Menschen, daß die Gesammtschöpfung ihr Dasein dem Schöpfer verdankt, daß es höchste Pflicht ist, Seinen Willen zu verstehen, Sein Gesetz zu erfüllen. Jahrtausende hindurch, auch in Zeiten des schwersten Druckes, hat es seine Gottes- und Weltanschauung als ein heiliges Gut sich erhalten, hat seine Wahrheit vertheidigt gegen alle gegentheiligen wiffenschaftlichen Resultate. — Der Mond ist für die wissenschaftliche Welt ein Körper im Welträume, der einem Zufalle sein Dasein verdankt und sich uns heute in ganz anderem Zustande zeigt, als er es in früheren Jahrtausenden gewesen sein soll. Durch eine Eruption der Sonne soll er von dieser ausgestoßen worden sein. Und wie mit dem Monde, so verhalte es sich mit unserer Erde und anderen Himmelskörpern. Ob wohl diese Schlüffe der Wissenschaft auf Wahrheit beruhen? Dann freilich wären wir Menschen Kinder der Sonne; aber dennoch nicht erleuchtet, immer im Finstern herumtappend. Unsere Geschichte, sowie die ganze Menschengeschichte, die uns auf einen Lenker der menschlichen Geschicke und des gan en Weltalls hinweist, hellt unfern Geist doch mehr auf. Beginnen wir mit unserem Nissan, unserem Befreiungsmonate, bleiben wir das Volk, das mpo nwn ist, indem es immer noch bei des Mondes