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Der Israelit · 1894-04-02 · Heft 27 (2.4.1894) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 27 (2.4.1894)
Date
1894-04-02
Page
– (sequence 4)
Language
German
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'AfWPW>WJ"*'• I"I ü ‘ >»«-" fMV^WVMW^ffWMWWMVWMWWMWMWMßMMM^^WWDWDDHWM 486 Wahrlich, das Wunder der einstiaen Menschheitserlösung von allem Unrecht und Unglück verliert fast sein Wunderbares im Vergleich zu dem Wunder, welches die Verkünder dieser Zukunft bedeuten, die kein Druck, kein Hohn irre werden läßt an ihrem Ideal, die seit Jahrtausenden alljährlich, wenn sich in der Natur das neue Leben regt, mit der Feier ihres Stiftungsfestes neues Leben, neuen Geist und neue Hoffnung in ihrem Kreise wecken, denen man offen und versteckt die Freiheit verkümmert und die mitten in dieser Verkümmerung das Fest der Freiheit feiern, denen jede Gegenwart das Recht des Daseins bestreitet und die unentmuthigt die Zukunft reklamiren! Und das alles ohne Land und Boden, ohne concreten Mtttelvunkt, ohne sichtbares äußeres Band, ohne Tempel, ohne Altar, ohne Mittler! Was ist es, was die in alle Richtungen der Windrose Zersprengten im Geiste zusammenhält? Was ist es, was sie in allen Theilen der Erde in der Nacht des 15. Nissan zu einem großen Feste sich allenthalben niedersetzen läßt? Es ist Gott, und das •rfr noD rar, das Peßachmahl, zu dem sich alle rüsten im Süd und Nord, im Ost und West, dieffeits und jenseits des Oceans, es ist die große, laute Gotteshuldigung, die in dieser ergreifenden Größe wohl kaum ihres Gleichen auf Erden hat. Es ist der Triumph des jüdischen Hauses, das uns Gottes Gnade in unserer Erlösungsstunde gestiftet und das er uns über den Zusammensturz unserer nationalen Selbstständigkeit hinaus gerettet hat. ton uto ns. Deßhalb beugte sich das Volk unter das Regime des Hauses, wie es ihm Gott in jener Stunde gestiftet hat und warf sich nieder vor der Allmacht Gottes, die so wundermächtig sich der Ohnmacht seines in den Staub getretenen Volkes angenommen hat. Deßhalb bcugt sich Israel noch heute unter den Willen seines Gottes und läßt, wenn es bei dem Gedächlniß der Opfer, welche die Väter gebracht, sich zu derselben opferfreudigen Hingebung der Ahnen begeistert, das Gelöbniß in die Worte ausklingen: thwi oyn mp’i. (Fortsetzung folgt.) Zeitrrugs»achrichte« und Correspoudeuzeu. Deutschland. Wiesbaden. (Liebermann von Sonnenberg in Wiesbaden und der Schutzverein gegen schädliches Creditgeben.) Anläßlich einer am 21. Mä-z in Wiesbaden stattgefundenen antisemitischen Volksversammlung, in welcher Liebermann von Sonnenberg seine abgestandene Waare gegen 20 Pf. Kopfsteuer an den Mann brachte, veröffentlichte ein Blatt eine zeitgemäße Reminiscenz in folgender „Einladung: Diejenigen hiesigen Geschäftsleute, welche vor etwa 25 Jahren an dem damals hier wohnhaften Herrn Hauptmann Liebermann von Sonnenberg ihr schweres Geld verloren haben, wobei von ihm damals zwischen Urgermanen und Semiten gar kein Unterschied gemacht wurde — und bei welcher Gelegenheit der Verein zum Schutze gegen schädliches Creditgeben gegründet wurde — wollen sich heute Abend im Romersaale einfinden. Vielleicht wird sich dastlbst Gelegenheit finden, die alte Angelegenheit zu ordnen. Ein damals hart Betroffener." Liebermann von Sonnenberg hat zwar in der Versammlung versucht, die Anschuldigung in's Lächerliche zu ziehen, mit der „Begründung", daß er vor fünfundzwanzig Jahren gar nicht in Wiesbaden gewesen sei. Das hat seine Richtigkeit, aber der Redner hätte als grundehrlicher „Deutscher" nicht verschweigen dürfen, daß er vor dreiundzwanzig Jahren in Wiesbaden war, eine Zeitdifferenz, die an der Thatsache der Zahlungsdifferenz wohl kaum etwas ändern dürfte. Berlin. Dem Bericht über die Religionsschule der Israelitischen Synagogengemeinde (Adaß- Jsrotzl) entnehmen wir: Wir dürfen von dem verfloffenen Schuljahre, wie den meisten vorangegangenen, behaupten, daß das Wesen des Unterrichtes — Behandlung des Lehrstoffes und Lehrziel — trotz der erfolaten Veränderungen im Lehrerpersonal keinerlei Umgestaltung erfahren hat. Es sind feststehende Normen, welche keiner störenden Beeinträchtigung unterliegen. Zudem haben wir, um die Stabilität zu wahren, auch noch die Einrichtung getroffen, daß die zum Lehramt berufenen Candidaten einige Monate in fämmtlichen Klaffen hofpitiren und vornehmlich den Unterrichtsstunden der abgehenden Eollegen beiwohnen, so daß der Unterricht seinen gcm.ffenen, ungestörten Fortgang nehmen kann. Herr Hermann London hat die ihm von Freunden und Verehrern anläßlich seiner 70. Geburtstagsfeier zur V rfügung gestellten Fonds als Hermann London-Stiftung dem Vorstande der Schule übergeben. Von den Zinsen soll alljährlich würdigen Schülern Schulgeld und Schulbücher gewährt werden. Von der Gattin und den Söhnen des verstorbenen Herrn Geheimen EommerzienratheS Salomon Lachmann wurde uns eine hochherzige Spende im Betrage von 300 Mark zu gleichem Zwecke zugewendet. 7. "Die Schülerzahl betrug im verflossenen Jahre 441 (308 Knaben, 133 Mädchen). Bert rr, 21. März. Gegen den R chtsanwalt Weonker, der bet der Beerdigung dts Rechtsanwaltes Moll auf dem jüdischen Friedhofe eine kurze Grabrede gehalten hat, ohne die behördliche Erlaubniß dazu eingeholt zu haben, ist von der Amtsanwaltschaft Berlin II ein Strafbefehl in Höhe

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