Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1894-03-29 · Heft 26 (29.3.1894) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 26 (29.3.1894)
Date
1894-03-29
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2446951-2448412-2448436--38238-2486339
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

, WtMKVJ n ,^»»'.> > .1 JJJUI «W 462 so daß der Wunsch vielfach geäußert wurde, tm nächsten Jahre wieder eine rrnyD rron stattfinden zu lasten. Leider hat die p"n an demselben Tage durch daS Hinscheiden eines vorzüglichen Mitgliedes, des Herrn I. Löbl tko -mnon mim rnn, einen schmerzlichen Verlust erlitten. Für diejenigen, welche von dem Ableben des Kollegen noch Kenntntß erhielten, war die Festesfreude wesentlich getrübt. Der Verstorbene war ein vorzüglicher Charakter, uir*? bv ^u") *6 :133^3 nDN 13131 p-w bvisi D'on *^in 'Ui nm mjnfc rx&v xb. Er war D22 snym own mmc 'ri3i nvD3D. Als er vor einigen Monaten telegraphisch an das Sterbebett seiner Mutter nach der Heimath Böhmen berufen wurde, kehrte er selbst an der Influenza erkrankt zurück, von welcher er zwar wieder genesen, jedoch bald darauf von einem heftigen Rückfall betroffen wurde, welcher den frommen und edlen Mann dahtnraffte. Seine Beerdigung legte Zeugniß davon ab, daß man den bescheiden einhergewandelten Mann zu würdigen verstand. An seiner Bahre sprach Herr Dr. D. Schlesinger, als spezieller Freund des Verstorbenen, wehmutsvolle Worte, schilderte dessen Vorzüge und sprach Trost der trauernden Wittwe und den beiden so wohl erzogenen Söhnen zu. Auf dem o”nn nui wurden wegen vorgerückter Zeit nur einige Worte von Herrn I. Bachrach gesprochen. Dem Verstorbenen bleibt ein ehrendes Andenken gewahrt.!T3i»n Eisenach. Am 20. März hat unser allverehrtes Gemeindemitglted, der frühere Lehrer und jetzige Schriftsteller, Herr B. Hause hier sein 80. Lebensjahr vollendet. Hatte der Herr Landrabbiner Dr. Salzer schon am jüngstverfloffenen Sabbat in seiner Predigt dieses Tages gedacht, so hatten auch andererseits viele Vereine und Private es nicht versäumt ihre Gratulationen rechtzeitig zum Ausdruck zu bringen. So waren u. a. Depeschen und Adressen eingelaufen vom Deutsch-Jsr.-Gemeindebunde, vom isr. Lehrer Collegium in München, vom Hessischen Lehrerverein, vom Vereine isr. Lehrer Mitteldeutschlands 2c. 2c. Um 11 Uhr Vormittags begab sich eine Deputation unter Anführung unseres Herrn Vorstehers S. Stiebet in die Wohnung des Geburtstagskindes, überbrachte die Glückwünsche der hiesigen isr. Gemeinde und überreichte Herrn Hause eine Ehrengabe, welche von der hiesigen und von auswärtigen Gemeinden und Vereinen zu diesem Zwecke bestimmt wurde. Herr Hause dankte tiefbewegt für die ihm erwiesene Aufmerksamkeit, die er nicht verdient zu haben glaubt. Die Censur über das, was er in der Schule des Lebens geleistet hat, werde ihm wie jedem anderen Menschen doch erst im Jenseits erthetlt werden. Möge der himmlische Vater unserem Herrn Hause in seiner fast jugendlichen Frische des Körpers und des Geistes noch recht lange am Leben erhalten. Heidungsfeld. Vose«, im März. Die hiesigen Gemeindebehörden haben zu der am 6. d. Mts. in Hannover stattgefundenen Vermählungsfeter des Herrn Moritz Rohr, der die bedeutende Summe von 600000 Mk. zur Errichtung eines Kranken- und Siechenhauses in hiesiger Gemeinde gespendet, eine kunstvoll hergestellte Glückswunschadresse in prächtiger Enveloppe gewidmet, die durch einen Delegirten, Herrn Israel Friedländer, überreicht worden ist. Auch die Gemeinde Jarotfchin, welche Herrn Rohr ebenfalls eine Stiftung von 200000 Mk. zur Förderung des Handwerks und des Ackerbaus unter den Juden verdankt, hat eine ähnliche Glückwunschadresse abgesandt. Der Antisemitismus macht verzweifelte Anstrengungen, in unserer Provinz festen Fuß zu fassen. Bereits sind mehrere Ortschaften durch die ausgesandten Apostel des Antisemitismus afficirt und haben sich in denselben antisemitische Vereine gebildet. Welche Blüthen dieselben zeitigen, erkennt man aus den statutarischen Bestimmungen eines solchen Vereins. Hiernach sollen dessen Mitglieder sich gegenseitig mit dem Zurufe: „Heil!" begrüßen, den Juden dagegen gar nicht. An hiesigem Orte, in welchem der Antisemitismus bisher noch keine Einkehr gehalten hat, war es den Polen Vorbehalten, ihn auf der Bildfläche erscheinen zu lassen. Es erscheint hier nämlich seit einiger Zeit ein Blättchen, Postexp. (Fortschritt) genannt, welches antisemitischen Tendenzen huldigt und auch sich einmal das Vergnügen geleistet hat, das Kolnidre- Gebet in polnischer Uebersetzung zu bringen und zwar mit Beifügung der bekannten Commentare. Vor einigen Tagen hat nun der Redacteur dieses Blättchens in einem unserer Vororte eine Volksversammlung etnberufen und eine Rede von Stapel gelassen, welche den ganzen bekannten Hexenbrei aufwärmend den menschenfreundlichen Rath gibt, bei Juden nichts zu kaufen. Von dem besseren Thecle aus der polnischen Bürgerschaft wird freilich dieses Wühlen tgnorirt. Die Stadtverordneten haben sogar in einer der letzten Sitzungen wieder einen Juden zum unbesoldeten Magistratsmitglied gewählt, wobei der Umstand bemerkenswerth ist, daß die beiden Kandidaten, die zur Wabl standen, Juden sind und verschiedenen politischen Richtungen angehören. Wie rücksichtsvoll auch die Behörden in unserer Provinz auf religiöse Bedenken der jüdischen Bevölkerung sind, beweist folgender Umstand. In Ostrowo sollte der Jahrmarkt an einem der Tage des kommenden lyivi bm

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.