Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 26 (29.3.1894)
- Date
- 1894-03-29
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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461 einer Tochter des verstorbenen Chief Rabbi Dr. N. Adler buiti in London. Seine ihn überlebende Gattin, 'mrw eine nttw im wahrsten Sinne des Wortes, stand ihm in seinen Bestrebungen für das Gute in jeder Hinsicht helfend zur Sette. 1886 erhielt Herr Israel vom Könige den Titel eines Commerzienrathes, sowie er schon früher mit dem Kronenorden decorirt worden war. Die Trauer um ihn ist eine allgemeine; seine gesegnete Wirksamkeit in Familie und in allgemeinen Angelegenheiten wird sein Andenken in bleibender Erinnerung erhalten. msun s-r. Berlin. Für den dahtngeschiedenen Com.- Rath Jacob Israel fand vorgestern Nachmittag in der Königgrätzerftr. 7 gelegenen Wohnung eine Feierlichkeit statt, zu welcher sich Tausende von Leidtragenden eingefunden hatten. Wir bemerkten neben den beiden Söhnen seinen Bruder Moritz und Sohn, Theodor Adler, Dresden, Mr. Adamson und Dr. Adler aus London, die Disponenten der Firma N. Israel Lichtenstein, Brall, Jacobi und Director Goldschmidt, die Geheim-Räthe Professor Rubo und Marcuse, die Com.-Räthe Eugen Landau und Landsberger, Moritz Mannheimer und die Zeitungsbesitzer Ullstein, Emil Cohn und Mosse u. v. A. Zahlreiche Fabrikanten waren von weither geeilt, andere hatten Condolenzschreiben und Palmenarrangements übersandt, die in den Nebenzimmern untergebracht waren. Die Berl. Spedit. und Lagerhaus A.-G. vorm. Bartz u. Comp., Rob. Thümer in Chemnitz, F. A. Mitscherlich, Eulenburg, aus dem Elsaß: Bloch Fröres und Rouvö u. Comp. Die Firma WebSky, Hartmann u. Wiesen, die mech. Weberei Guiset u. Comp, in Bielefeld, Albert Frankel in Neustadt, Geh.-Rath Dürig in Oberlangenbielau, I. D. Schneider in Reichenbach, Gebr. Schneller in Düren, Gen.-Director Ttemann, Wilh. Berger u. Söhne in Stuttgart, Hauptmann von Strautz; die Gebr. B. zeichneten in Liebe und Dankbarkeit, während das Telegramm von Com.-Rath Carl Hübler, Gr. Schönau: „Mensch, sei hilfreich und gut" lautete. Nichtjüdische „Freunde und Verehrer" stifteten einen Riesenkranz. Der einfache Holzsarg war am südlichen Ende des schwarz drapirten Erkerzimmers in der ersten Etage aufgebahrt und entbehrte jeglichen Schmuckes, während ein Palmenhain die hintere Wand bedeckte. Nachdem der Pfalmvers: „Was vom Staub ist, gehet heim zum Staube" verklungen war, entrollte der amtirende Rabbiner in begeisterten Worten ein tief ergreifendes Charakterbild des Dahingeschiedenen, anknüpfend an den Psalmspruch Salomo: „Der Gerechte wandelt in Frömmigkeit und Unschuld, Heil seinen Freunden und Nachkommen." — Seine festen Grundsätze, haben ihn soweit gefördert, daß der Name Israel weit über die Grenzen des Vaterlandes hinaus geehrt wird; gerecht und bieder in seine Lebensweise war er von nie besiegendem Fleiße und Bescheidenheit beseelt, deren höchste Pflicht in der Bezeugung von Humanität gipfelt. Nach Beendigung der Feier sang der Synagogenchor deS Directors Wolff: „Kehre ein meine Seele", worauf der Sarg in den verdeckten Wagen herabgetragen wurde. Hierauf setzte sich ein endloser Zug in Bewegung und zwar folgten die Söhne und nächsten Verwandten neben dem zahlreichenPersonalzu Fuße nach. — Der Conduct schritt die Linden entlang und passirte das Geschäftshaus, dessen Fa^ade elektrisch erleuchtet war und ptetätsvolle schwarze Draperie zeigte. Ueberall bildeten Zuschauer Spalier in den Straßen, die der Zug passirte. In der Schönhauser-Allee hatten sich Tausende noch vor Ankunft der Leidtragenden eingefunden und wurde Hierselbst von Zöglingen der Auerbach'schen Waisenanstalt, deren Ehren- Vorsttzender der Verstorbene gewesen, Psalmen gesungen. Nach Beendigung der religiösen Pflichten erfolgte die Beisetzung in der Familiengruft. — Mit Jacob Israel ist ein Stück: „Alt Berlin" in's Grab gewandert. I. Schl. Hamburg, 18. März. In den schönen Räumen des Kaisergartens veranstaltete gestern die jntys:iy:ut6 n"nan m D»napn 'p man eine vorzüglich gelungene nmyo man. Die eigentliche Veranlassung hierzu bildete die Anschaffung einer neuen nun nva, deren Vollendung und Einweihung stattfinden sollte. Die Gesellschaft, an deren Spitze Se. Ehrw. der Herr Oberrabbiner am und Herr Dr. S. P. Nathan (’"nj nyjny^ff vvya 'n uunv war durch Unwohlsein verhindert) versammelte sich gegen 71/, Uhr Abends. Nachdem dann unter mitwtrkender Betheiligung fast aller Gäste der iton lim stattgefunden halte, setzte man sich an die schön gedeckte Tafel. Hier begrüßte der Vereinspräses Herr M. I. Meyer in längerer Rede die Versammelten, dankte insbesondere den oben genannten Herren für ihr Erscheinen und schloß mit dem Wunsche fr aiv a^a nn#i pnV nnvoa ^>ax. Nach dem ersten Gange hielt Se. Ehrw. '"ij am die Festrede, worin der verehrte Redner insbesondere die Wichtigkeit des Thoraftudtums hervorhob, welches nur allein uns in den Stand setze bw iym p^vy zu bekämpfen; unsere ganze Stärke und Kraft liege auf geistigem Gebiete par n«r ama ns Da. Unter Anwendung einer schönen Midraschstelle besprach Redner alsdann die Aufgaben der p"n und drückte seine Freude darüber aus, daß das Interesse für rmsoi mm seitens des Vereins gepflegt werde. Die nächste Rede hielt Herr Dr. Nathan, dann folgten die Herren Wlttmund, Bachrach, Jaffe und Emanuel. Erst gegen 1 Uhr war die Tafel beendet und alle Theilnehmer waren über das so schön gelungene Fest des Lobes voll,