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Der Israelit · 1894-03-15 · Heft 22 (15.3.1894) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 22 (15.3.1894)
Date
1894-03-15
Page
– (sequence 6)
Language
German
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W »y, ,-Wl! i,.u ii ,'«^WWP«WWWWW»WWMDMMMWM SS2 ihr neuer Rabbiner mit einander vollkommen zufrieden sein, und möge dessen Wirksamkeit und Streben dem TiTnn -N22 stets reichen Erfolg bringen. Es steht zu hoffen daß nun alle andern Gemeinden Galiziens, so namentlich Krakau, dem Beispiele Lembergs als Landes-Hauptstadt folgen werden und zu ihren Rabbinen die im Lande vorhandenen talmudischen Größen berufen. Budapest, 7. März. Im volkswirthschaftlichen Ausschüsse des Abgeordnetenhauses wurde heute bei der Berathung des provisorischen Handelsvertrages mit Rußland der Wunsch ausgesprochen, daß die Verkehrsfreiheit der Kaufleute ohne Unterschied der Konfession gegenseitig sichergestellt werde. Rußland. Petersburg, 4. März. In dem Prozeß wegen des Jndenkrawalls in Starodub, Gouvernement Mohilew, wurden drei der Anstiftung und Aufhetzung angeklagte Personen (Gladkow, Podoljak und Tepljakow) freigesprochen und von den übrigen Angeklagten nur wenige Personen der Betheiligung an den Unruhen, der Rest blos der Gewaltthätigkeit schuldig erkannt. Die Verhandlung hatte 6 Tage in Anspruch genommen. Amerika. New-Aork, 18. Febr. Manche der in den Vereinigten Staaten bestehenden jüd. Logen, die man. wie bekannt, auch in Deutschland einzuschmuggeln suchte und gegen die der „Israelit" einer ganzen Welt zum Trotz stets energisch Front machte, entpuppen sich jetzt als das, was sie sind, nämlich als Gesellschaften, welche unter dem Deckmantel der Bruderliebe und Wohlthätigkeit Verstcherungsgeschäfte betreiben. Die „A. Z. d. I." berichtet darüber wie folgt: Gegen viele israelitische Unterstützungs-Gesellschaften, welche es seither versäumt haben, in Uebereinstimmung mit den bestehenden Gesetzen Jahresberichte einzureichen, soll jetzt gerichtlich vorgegangen werden. Diese Umgehung der Gesetze ist um so bedauernswerther, als darunter fast ausschließlich die ärmere Klasse von Israeliten der Ostseite, die, um ihre Familien gegen Roth zu schützen, ihr Leben bet diesen Gesellschaften versichert haben, leiden müssen. In allen diesen Orden müssen die Mitglieder ihre Umlagen bezahlen, ohne zu wissen, wohin die Gelder kommen. Wer nicht bezahlt, wird einfach ausgeschlossen und geht aller etngezahlten Gelder verlustig. Die Beamten dreier dieser Orden resp. Versicherungs-Gesellschaften, nämlich des „Ancient Order of American Star“, des „Ahavas Israel“ und des „Unabhängigen Orden der Söhne Israels", (II. 0. 8. J.) haben nun eine Vorladung erhalten, zwecks Widerrufs ihres Freibriefes vor dem Staats-Generalanwalt in Albany zu erscheinen. > vermischtes. -4- Zürich. 9. März. Der hiesige Thierschutzverein beschloß, eine Eingabe an den Bundesrath bezüglich einheitlicher Durchführung des Schächtverbotes zu richten. St Gallen. Mit Jnkrafttretung des Schächtverbotes will der israelitische Metzger voll St. Gallen seine Schlächterei nach Höchst im Vorarlberg verlegen, um die Israeliten der Ostschweiz mit nach ihrem Ritus geschlachtetem Fleisch zu versehen. Die Handelsschule in Gailingen a. Rh. (Baden) zählte im Schuljahre 1893/94 75 Schüler, von denen der Heimath nach waren aus dem Großherzogthum Baden 58, Königreich Württemberg 10, Königreich Bayern 1. Schweiz 2, Frankreich, 2, Rußland 2. Berlin, 9. März. Die Redefreiheit, die bisher bei Trauerfeiern auf jüdischen Friedhöfen gewährt wurde, ist seit den Vorgängen beim Begräbnitz des früheren Rechtsanwalts Dr. Moll gewaltig beschränkt worden. Ohne ausdrückliche Genehmigung des Vorstehers der hiesigen Gemeinde des Justizraths Meyer, darf jetzt kein Laie auf den jüdischen Friedhöfen das Wort nehmen. Die Friedhofsbeamten sind angewiesen, Uebertretungen dieses Gebois unter Umständen mit Gewalt zu unterdrücken. Ans den christlichen Kirchhöfen genügt bekanntlich die Erlaubniß des zuständigen Geistlichen, falls Nichtgeistliche Gedenkworre sprechen wollen. Wien, 12. März. Der Schriftsteller Dr. Ludwig August von Frankl ist heute Nachmittag gestorben. Ludwig August Frankl, geboren den 3. Febr. 1810 zu Chrast in Böhmen, studirte in Wien Medizin und wurde frühzeitig durch „Epische und lyrische Dichtungen", „Sagen aus dem Morgenland", „Cristoforo Colombo" bekannt. Seine 1842 begründeten „Sonntagsblatter" wurden 1848 unterdrückt. Nach dem Märzaufstand veröffentlichte er das erste censurfreie Gedicht „Die Universität". Frankl hat sich als Schulrath der Stadt Wien und durch Begründung von Bildungsanstalten für die Juden im Orient, sowie von Blindenanstalten sehr verdient gemacht. F e tt i l l e t o tt. Im Mahne des Glücks. (22. Fortsetzung.) „Fräulein Helene, was ist geschehen?" rief er erschreckt, als er das thränenüberströmte Antlitz des jungen Mädchens sah. Helene vermochte nicht ihm zu antworten. Statt ihrer ergriff Onkel Daniel das Wort: „Sie hat sich zu sehr angestrengt durch die Pflege um mich alten, hilflosen Mann", sagte er; „sie hat Nächte durchwacht, um mich zu bedienen, und so ihre Natur überreizt. Ich fürchte, sie wird sich noch krank machen. O, welch ein edles, herrliches Wesen ist dieses Mädchen!" „Ja, das ist sie", rief Professor Südländer voll Feuer aus und sich zu Helene wendend, sagte er: „Wollen Sie mir eine große, große Bitte erfüllen, mein Fräulein?"

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