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Der Israelit · 1894-03-15 · Heft 22 (15.3.1894) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 22 (15.3.1894)
Date
1894-03-15
Page
– (sequence 4)
Language
German
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390 MWWWWWWWWWWWW ihr die Anerkennung aus, sie sei eine würdige Enkelin unserer ältesten Stammmutter gewesen, die ebenfalls noch am Ende ihres 127jährigen Lebens die Vorzüge der Kindheit, des Jungfrauenenstandes und des Greisenalters vereinigte, und die durch diese Vereinigung, wie die 127jährige Gottes-Fürstin, die Königskrone eines 127 Länder umfassenden Weltreichs trug. Das sind die Berührungspunkte zwischen Sara und Esther. Es erübrigt uns nun noch ihre Anwendung auf Rabbi Akiba und seine Zeit aufzusuchen. (Schluß folgt.) Zeitungsnachrichten und Correfpoudenzen. Deutschland. Mainz. 14. März. Im Anschluß an unsere Leitartikel „Moderne Märtyrer" in Nr. 18,19 und 20 bringen wir aus dem vom Secretär der Aschkenasischen Koleloth in Jerusalem. Herrn Joseph Riwlin an uns gerichteten Schreiben eineUebersetzung, jedoch aus Mangel an Raum nur im Auszuge. „Zu den von der in Berlin erscheinenden „Jüd. Presse" in ihrem Leitartikel vom 11. Januar angegriffenen und mit Namen genannten Personen zähle auch ich. Ich habe zwar an Herrn Rabbiner Dr. I. Hildesheimer den Vater des Redacteurs der „Jüd. Pr.", ein besonderes Schreiben gerichtet, daß er in seiner strengen Gerechtigkeit ein unparteiisches Urtheil zwischen seinem Herrn Sohn und mir fälle; da aber durch die Anklagen gegen die hiesigen Rabbiner und meine Person nicyt allein ihre Ehre, sondern auch die von ganz Israel, die Ehre der Thora und Jerusalems herabgewürdigt wurde, sehe ich mich gezwungen durch Ihre Zeitung den Weg der Oeffentlichkeit zu betreten. „Ich darf wohl mit Recht behaupten, daß ich in palästinensischen Angelegenheiten ein Wort mitsprechen kann; denn seit 25 Jahren war ich es, der die Gründung von Baugesellschaften zur Errichtung von Häusern außerhalb der h. Stadt bewirkte, wodurch viele Hunderte unserer unbemittelten Glaubensgenossen in den Besitz von gesunden Wohnungen gelangt sind. Viele Tausende von Geldern dieser Gesellschaften gingen durch meine Hand, und nicht eine einzige Person konnte mich je beschuldigen, daß ich auch nur einen Heller veruntreut oder für den bestimmten Zweck nicht verwendet hätte. Meine Ankläger mögen in Jerusalem Umfrage halten und erforschen, ob sich auch nur ein Einziger findet, der in Bezug auf Geld auch nur die geringste Beschuldigung gegen mich erheben kann. „Bei dem Kolel der Aschkenasim bin ich beinahe 30 Jahre unter der Oberaufsicht der Gemeindevorstände und ihrer großer Rabbinen, Auerbach und Samuel Salant '"i, beschäftigt, und sie alle haben an mir kein Unrecht gefunden, weder in Geldsachen, noch in Bezug auf Worte und Thaten, die gegen die Gerechtigkeit und das Recht gerichtet sind, und für alle meine großen und beschwerlichen Bemühungen empfange ich ein den Arbeiten nicht entsprechende Bezahlung. Für die russischen Eingewanderten war ich Tag und Nacht thätig, ich reiste unermüdlich von hier nach Jaffa und von Jaffa hierher und verwendete dafür jeden überflüssigen Heller, den ich mir von meinem überaus geringen Lohne abgeizen konnte. Von all den Bauten, die durch meine Initiative errichtet worden, konnte ich für mich noch kein Häuschen erwerben, ich mußte im Gegenthetl aus Noth einen Theil meiner Habe verkaufen. „Betreffend die Anklage der „Jüd. Pc." wegen der „Chaluka" scheint die Redactton dieses Blattes mit den seit Jahrzehnten bestehenden Einrichtungen wenig bekannt zu sein. „Die vom Auslande für Palästina bestimmten Gelder gelangen zunächst in die Hände der Gabaim der einzelnen Länder, also in Händen von Kaufleuten und Rabbinen, die den Spendern genau bekannt sind, und diese Gabaim senden das Geld an die Vorgesetzten im h. Lande oder an ihnen als redliche und gerechte Männer bekannte Personen, oder sie bestimmen zur Vertheilung irgend eine Persönlichkeit ihres hiesigen Kolel. Diese Leute empfangen das Geld mit einer ins Einzelne gehenden Verthetlungsanweisung, wobei die Quittung eines jeden Empfängers an die Einsender zurückgeschickt werden muß. „Für Länder, in denen für palästinensische Angelegenheiten kein Centralsammelpunkt vorhanden, wurde hier der -rzn, ein Comitö bestehend aus den Vorgesetzten der einzelnen Kolelim eingerichtet, das jährlich öffentlich Rechenschaft ablegt, und jeder dieser ehrenwerthen Männer darf sich rühmen, außer dem kleinen Entgelt für ihre Bemühung auch nicht das Geringste für eigene Zwecke verwendet zu haben, und Niemand hier hat sie jemals auch nur des kleinsten Unterschletfs beschuldigt. „Hätte die Redaction der „Jüd. Pr." — entsprechend dem dti-in p yotff — sich der Mühe unterzogen, über alle diese Verhältnisse und meine Person genaue Erkundigung etnzuztehen, sie würde zur Veröffentlichung solch schwerer Anklagen nicht geschritten sein." Berlin, 8. März. Infolge einer an das hiesige russische General-Consulat gestellten Anfrage, ob nach Inkrafttreten des russischen Zollvertrages den Geschäftsreisenden aller Confessionen der Eintritt in das russische Reich gestattet wird, ist dem „Confectionair" die Auskunft ertheilt worden, daß

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