Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 19 (5.3.1894)
- Date
- 1894-03-05
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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"» ubi;1 .' *!'•■! ..v'i '' "•»'* - - Vv 887 er wohl freigefprochen werden wird. — Und nun mögen alle redlich Denkenden urtheilen, ob den Chacham-Baschi oder mich irgend welche Schuld trifft in dieser Sache. Besonders aber wundere ich mich über die Ausfälle gegen Herrn Rtwlin, unseren Sekretär, einen wackeren Mann; warum und wofür? Und ich füge angeschloffen Abschrift der Briefe, die der Chacham-Baschi und ich an Grand-Rabbi Z iboc Cahn nach Paris und an Chief-Rabbi Dr. H. Adler nach London gerichtet, sowie des Briefes des Chacham-Baschi von Konstantinopel an uns u. s. w. Samuel Salant." Nr. 2. Brief des Chacham-Baschi und des R. S. Salant an den Grand-Rabbi Zado c Cahn: „Ihr Schreiben mit seinen Tadelworten ist uns zugegangen und wir halten uns verpflichtet, Ihnen zu erklären, daß Ihre Worte „wir hätten den Brand entzündet und wären verpflichtet ihn zu löschen", uns völlig unverständlich sind. Wissen doch alle Einwohner unserer Stadt, daß es sich gerade umgekehrt verhält, daß wir gerade das große Feuer unterdrückt haben m. G. H. Und so wollen wir denn im Folgenden den Sachverhalt klarlegen, damit fürderhin Sie uns nicht in dieser Weise dafür beleidigen, daß wir das Beste erstrebten, und das soll auch ganz Israel erfahren. Folgendermaßen also war der Verlauf der Sache: (Im Nachstehenden wird der Vorfall aufs Eingehendste geschildert, darauf hingewiesen, wie zweideutig namentlich dem Ntchtjuden die Worte „ein Heer zu sammeln" u. a. klingen müßten, und daß, wie an Beispielen klargelegt wird, die Censur sehr genau die jüdischen Blätter prüfe. Dann wird fortgefahren:) „Ferner müssen wir darauf Hinweisen, wie im Vorjahre durch die Schuld eines Einzelnen in Chaifa, der sich ein Unrecht beim Bodenkauf zu schulden kommen ließ, die üblen Folgen sich für alle Juden Syriens und Palästinas geltend machten, und daß in Folge dessen jeder Güterkauf, jede Verpfändung, jeder Bau, ja die dringendsten Reparaturen an den Wohnhäusern untersagt wurden, so daß das Elend aufs Höchste stieg. Endlich wurden die strengen Verbote zwar aufgehoben, aber immer noch sind für Bau und Kauf von Häusern soviel Caution vorgesehen, daß wir nur hoffen können, endlich durch Wohlverhalten das Vertrauen der uns wohlgesinnten Behörde wiederzuerlangen. Wie ein Donnerschlag mußte auf die Rabbinen u. s. w. daher der Artikel des Hazewi, der in der ganzen Stadt verbreitet und von jedem anders ausgelegt wurde, wirken." — Es wird dann darauf hingewiesen, daß in dem Protest kein Wort von einem landesverrätherischen Inhalte jenes Artikels steht, und daß der Außenstehende vielmehr den Ändruck, als handele es sich um eine religiöse Differenz, empfangen mußte- „Durch den Protest wurde gerade umgekehrt auch dem Ben Jehuda ein Dienst geleistet; denn es ist ein Anderes, ob ein derartiger Verdacht sich gegen einen Einzelnen, oder gegen die Gesammthett richtet. Und in der That hat einer der Richter jenem ausdrücklich gesagt: „Küssen Sie nur den Rabbinern die Hände für den Dienst, den sie Ihnen durch den Protest geleistet haben, denn wenn Sie als Vertreter der Gesammtheit angesehen worden wären, wäre Ihre Strafe eine zehnfach Höhere gewesen." Und alle Behörden wie auch alle unsere Mitbürger erkennen an, daß wir als gute Patrioten uns erwiesen haben. Bedürfte es noch eines Beweises, so hat der Chacham-Baschi von Konstantinopel, der Zutritt zu den höchsten Kreisen hat, sofort, nachdem er in dem Hazewi jenen Artikel gelesen, an uns ein mit dreifacher Taxe bezahltes Eiltelegramm mit der Aufforderung gesandt, schleunigst gegen den Redakteur jenes Blattes vorzugehen. Auf unsere Mittheilung von unserem Vorgehen erhielten wir darauf von ihm am 9. Tebeth folgendes Dankschreiben (folgt der Wortlaut). — Und wir wissen sicherlich, daß falls Sie hier wären und unserer Sitzung betreffend diese Sache beigewohnt hätten, auch Sie geurtheilt hätten, daß wir nicht warten durften, um nicht in den Verdacht zu gerathen, jenen Artikel zu billigen. Aber, so fragen wir, warum haben Sie das Wort unserer Weisen nicht beachtet: „Verurtheile deinen Nächsten nicht, bevor du dich in seine Lage versetzt hast."? Und warum haben Sie sich jenes andere Wort unserer Weisen nicht zu Herzen genommen: „Wie könntest Du denn vermuthen, daß die Aeltesten des Gerichtshofes Mörder sind"? Und wo ist das Feuer und der Brand, von dem Sie sprachen? Und wie konnten Sie es über sich gewinnen, mit eigener Hand zu schreiben, „wir hätten die Feuersbrunst entzündet und müßten sie löschen."? (Folgen die Schlußworte.) Nr. 3. Schreiben Sr. Ehrw. des Chacham-Baschi R. I. S. Cl ja schar vom 2 4. Schebat. (Nach den Eingangsworten): „Leider kam ich bis jetzt noch nicht dazu den Artikel in der Berliner „Jüdischen Presse" vom li. Januar zu beantworten; die Wahrheit zu sagen, weil mir beim Durchlesen desselben gar so weh zu Mathe ward, wegen des Chilul Haschem und des Chtlul der Ehre aller Rabbiner Jerusalems und der Ehre unseres hl. Landes, der darin enthalten ist. Was soll ich dagegen sagen? Wäre der Herausgeber jenerzett hiergewesen und hätte den Sachverhalt gekannt, er hätte sich durch seinen Zorn nicht fortteißen lasten,