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Der Israelit · 1894-03-01 · Heft 18 (1.3.1894) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 18 (1.3.1894)
Date
1894-03-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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^,..,UJJl.J.lWJIJ!.J JIJUiil . >>.Wff^WWMMWWWWWWWMWMMMMD 316 Mann imponirt uns trotz seiner Autorität sehr wenig und wir hoffen, daß ihn die Geschichte seine Autorität kosten wird ff." (Jüd. Volksztg. Nr. 6 Corresp. der Redaction A. M. in B.) Gibt es wohl eine parlamentarische Bezeichnung für ein derartiges Treiben? Wir hätten unseren Lesern gern die Bekanntschaft dieser Elemente erspart; aber sie war nicht zu umgehen, wollten wir ihnen von dem Wesen der treibenden Kräfte, die hier wirken, eine richtige Vorstellung verschaffen. Man muß diese Sippe kennen, um ihren Märtyrer Ben Jehuda richtig taxiren zu können, und es ist wohl bezeichnend genug, wenn in derselben Nummer der „Jüd. Volkszta.", in der die oben citirten Anwürfe gegen die „Ehalukarabbiner" sich finden, Berichte aus Lem berg der jüdisch-nationalen Welt verkünden, daß der dortige Zweigverband des „Zion" einen „gut begründeten" Antrag des nicht hoch genug zu verehrenden Herrn Malz den Verein „Ben Jehuda" zu nennen, zwar abgelehnt, dafür aber den Herrn Ben Jehuda zu seinem Ehrenmitgliede ernannt hat. Der arme Mann! Womit er das wohl verschuldet haben mag?! Vor uns liegt ein Artikel aus Nr. 18 des Haor, Beilage zu Hazewi v. 25. Teweth d. Js., dessen Redacteur eben Herr Ben Jehuda ist. Da wird die Geschichte eines Mannes erzählt, der, trotzdem er noch dazu verhetrathet war, die Wittwe seines Bruders in Leviratsehe geheirathet und damit gegen die Vorschrift unserer Weisen, die allein Chalizah als zulässig ansehen und überdies gegen den Cherem R. Gerschom, der ja für die Aschkenasim allerorten gilt, sich vergangen hat. Er wurde dafür von dem Beth-Din in Jerusalem mit dem kleinen Banne belegt. An diese Thatsache knüpft nun Herr Ben Jehuda einige tiefsinnige Betrachtungen, die in der Beobachtung gipfeln, daß hier ein Mann, der lediglich das gethan, was allein dem Sinne der Thora entspricht, der andernfalls die Schmach angespieen zu werden, hätte über sich ergehen lassen müssen, daß dieser Mann dafür, daß er dem geschriebenen Gotteswort gemäß gehandelt, von dem Beth-Din nun der allgemeinen Beschimpfung preisgegeben wurde! Nun läge es ihm (Herrn Ben Jehuda) fern, das Beth-Din dieserhalb zu tadeln; aber er wolle nur konstattren, daß hier dem Wechsel der Zeiten ein umgestaltender Einfluß auf das geschriebene Thorawort verstattet wurde. „Und das ist der tiefe philosophische Kern der kleinen Geschichte, die wir erzählten." — Sollte man sich nicht an den Kopf greifen, um sich zu überzeugen, ob es wahr ist, daß ein Mann, der in derartigem Cynismen schwelgt, der mit diabolischer Geschicklichkeit Falsches und Richtiges zu konfundiren versteht, der mit gut festgehaltcner Biedermannsmiene die Begriffe von Recht und Unrecht in den Köpfen seines halbgebildeten Leserpublikums systematisch zu verwirren bestrebt ist, sollte man es für möglich halten, daß einem derartigen Menschen Ehrungen zu Theil werden, statt, daß sein Treiben allerorten die Empfindung wachruft, die richtig auszudrücken Rücksicht auf unsere Leser uns hindert? Und da wagt das obenerwähnte Blatt in der angezogenen Briefkastennotiz zu schreiben: „Deine (Ben Jehudas) Gesinnung liegt klar vor aller Welt, er hat sie in jeder Nummer seines Hazewi ausgesprochen, deßhalb hassen ihn ja die Dunkelmänner. Er ist kein „Reformer" ebensowenig wie Orthodoxer, sondern „Zionist" und ein anständiger Mensch. Das genügt." Ja, das genügt. _ (Fortsetzung folgt.) Arische Slammesvorzüge und Semitische Raeensehler. Von Rabbiner Heinrich Galandauer in Soborten (Böhmen). (Schluß aus Nr. 16.) Es heißt: „Du sollst ein richtiges Maaß haben" (Deutron. 25, 15). Das deutet der Talmud: Du sollst mit deinem Munde so sprechen, wie du im Herzen denkst. (Baba Meziah 47.) Wer sein Wort bricht und es nicht hält, ist dem Götzendiener gleich (Sanhedrin 92). Wer anders spricht als er denkt, den hasset Gott (Peßachim 113). Selbst njn nyn D'Dyn einen Heiden nur in seiner Meinung zu täuschen, ohne jede böse Absicht dabei zu haben, ist auch nicht gestattet (Chulin 95) z. B. ihn zu einem Besuche einzuladen, ohne dies wirklich zu wünschen, oder ihm ein Geschenk anzubieten, wenn er bestimmt weiß, daß er es nicht annimmt (das.), selbst e.ne solch' unschuldige Täuschung ist verboten. Das jüdische Volk war stets in seiner großen Gesammtheit der Wahrheit ergeben, welche sein Schriftthum so eindringlich lehrt, und da bekanntlich die Wahrheit ewig besteht, so werden auch ihre Anhänger und Verthetdiger, trotz aller Verleumder und falschen Ankläger, ewig bestehen, ihre Bekämpfet aber untergehen und vor dem Lichte der Erkenntniß verschwinden, denn eine Vereinigung, die Heuchler und Lügner zu ihren Führern zählt, fällt der Auflösung und Zersetzung anheim (Sotah 42). Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit und Offenherzigkeit galten zu allen Zetten beim Judenthum als die hervorragendsten Tugenden. Es lehrte gleich dem Christenthum: „Dein Ja sei Ja, Dein Nein sei Nein." (Baba Meziah 49 a.) Mehr als die Königskrone, mehr als die Priesterhoheit und der Weisheit Ruhm schätzte es die Krone des guten

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