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Der Israelit · 1894-02-12 · Heft 13 (12.2.1894) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 13 (12.2.1894)
Date
1894-02-12
Page
– (sequence 5)
Language
German
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217 den Abgeordneten Dr. Fruchtmann und Dr. Goldmann Gelegenheit den galizischen Antisemiterfführer unter lebhafter Heiterkeit des Hauses gründlich abzusühren. Dr. Goldmann wies nach, daß Merunowicz ein Geisteskind von der Sorte Gregorig's und dessen Wiener Genossen sei und mit diesen hinsichtlich der Unkenntnis; der Gesetze, der Verhältnisse u. s. w. erfolgreich rivalisire. Dr. Goldmann verwies darauf, daß er selbst bis zu seinem fünfzehnten Lebensjahre talmudischen Studien obgelegen sei, und daß das ihn durchaus nicht gehindert habe, sein Blut für die polnische Sache zu vergießen. Die Anträge des Unterrichtsausschusses, wonach die Regierung zur Ausgestaltung der Mädchenschulen aufgefordert wird, wurde angenommen, ebenso der Antrag Goldmann's wegen Einleitung von Unterhandlungen behufs Errichtung einer Anstalt zur Heranbildung jüdischer Religionslehrer. Dagegen wurde der Antrag Merunowicz mit allen Stimmen gegen die des Antragstellers abgelehnt. Nyiregyhaza, 28. Januar, nm pnsr ym voy *pK»7. Im Alter von 73 Jahren hat unser verehrter Oberrabbiner, Rabbi Jizchak Fried mann, seine vom Studium der Thora erschlafften Augen geschlossen, ithn rva hx updj mien. Derselbe war ein Zögling der weltberühmten Preßburger Jeschibah und galt als eine der ersten Talmud-Autoritäten diesseits der Theiß. Es kamen daher auch aus den entfernsten Gegenden unseres Vaterlandes religiöse Anfragen an ihn, und die Antworten, die er darauf crtheilte, zeugten von seiner großen Kenntniß des Talmud und dessen Erklärer. Sein Tod wurde daher in allen orthodoxen Gemeinden Ungarns tief betrauert und trotz der schlechten Jahreszeit strömten von weit und breit Traucrgäste herbei, um ihm das letzte Geleite zu geben. Auch die orthodox.autonome Gemeinde in Budapest hatte einen Vertreter entsendet. Zwölf Rabbiner sprachen an seiner Bahre, die von den angesehensten Männern unserer Gemeinde und unseres Comitats za Grabe getragen wurde. .Dnn t.“6 ’U’py p' nnot Schweiz. Schweiz. Da die bernische Regierung das früher erlassene Schäch:verbot wieder in Kraft erklärt hat, ist, wie der „Bund" vernimmt, die israelitische Kultusgemeinde in Bern bei der genannten Behörde mit dem Gesuche eiugekommen, cs möchte ihr gestattet werden, die Schlachtthicre mittelst Alkohol zu betäuben. Auf diese Weise glauben die Israeliten dem neuen Artikel der Bundesverfassung, welcher die Betäubung vor dem Blutentzuge vorschreibt, gerecht zu werden. (Ob aber die Bernische Kultusgemeinde dem jüd. Religionsgesetzc hierdurch gerecht wird, das bleibt noch zu entscheiden. Red. d. „Jsr/') In der Eingabe wird nämlich behauptet, es hätten an verschiedenen Thteren (z. B. Ochsen) angestellte Versuche ergeben, daß Thiere durch Eingießen eines entsprechenden Quantums Alkohol so vollständig betäubt werden, daß der Halsschnitt bezw. der Blutentzug ohne Schmerz vollzogen werden könne. Die Regierung hat die interessante Frage dem Sanitätskolleginul zur Begutachtung überwiesen. Rußland. Petersburg. Ein furchtbares Verbrechen ist nach Nachrichten aus Minsk im russischen Gouvernement Grodno verübt worden. In der Stadt Antopol wurde eine reiche jüdische Familie mit ihrem Dienstpersonal, bestehend im Ganzen aus 13 Köpfen durch Gift, welches den Speisen zugemischt wurde, getödtet. Frankreich. Paris, Ende Schewat. Die Pflanzstätte für mm und nmin, bte einzig und allein einem ganzen groben Lande berufene Seelsorger und Vertreter aller geistigen Interessen verschafft, verdient es sicherlich den geschätzten Lesern dieses Blattes bekannt zu werden. In einem weit vom Centrum der Stadt abgelegenen Viertel in der rueVauquelin Nr. 9 befindet sich dieses letzte Oelkrügchen, erhalten von Epigonen unserer großen Meister des Mittelalters den mm ’DDn und führt den Namen Rabbtnerseminar. In materieller und zum großen Theilc auch in geistiger Beziehung kann diese Institution mit allen similären Institutionen anderer Länder würdig verglichen werden, beziehungsweise den letzteren sogar den Vorrang streitig machen. — Thatsächltch ist hier wie in keiner andern Rabbinerschule der Widerspruch zwischen den xan D*jy *J3d mm und dem harten mm pn nop px ux glücklich dadurch beseitigt, da sämmtUche Hörer ihre ganze Pension im Hause selbst finden, so daß sie frei von allen materiellen Sorgen sich ausschließlich ihren Studien widmen können. — Eine andere nicht weniger vortheilhafte Einrichtung ist die mit dem Seminar verbundene Vorbereitnngsschule mvbn mm, so daß unsere Rabbiner schon früh ihrem späteren Berufe zugeführt werden und der shstemathische Unterricht auf Grundlage einer planmäßig durchgeführten Methode die besten Erfolge hat. — Es gilt hier allgemein als Thatsache, daß die Zöglinge dieser Anstalt verhältnißmäßig mit bessern! Erfolge ihre Abilurientenprüfungen bestehen, als die Schüler der Pariser Lyceen. Unter der Leitung des Grand rabbin Herrn Joseph Lehmann wird allen Ansprüchen in Bezug auf den unvergleichbar wichtigeren Theil des Lehrprogramms, den des Thoraftudiums in einer Weise

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